Arburg auf der Fakuma: Standalone-Roboter mit eigenem rControl-Panel
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der Fachmesse Fakuma 2026 in Friedrichshafen, die vom 12. bis zum 16. Oktober 2026 stattfindet, hat der Maschinenbauer Arburg erstmals Standalone-Roboter mit einem eigenständigen rControl-Bedienpanel vorgestellt. Die Systeme lassen sich vollständig unabhängig von Spritzgießmaschinen programmieren sowie steuern und erschließen damit neue Einsatzfelder in der industriellen Automatisierungstechnik.
Verkettete Prozesse am Messestand in Friedrichshafen
Am Messestand 3101 in Halle A3 demonstriert das Unternehmen die praktische Umsetzung der Neuentwicklung in einer laufenden Produktionsumgebung. Zu sehen ist eine vorgelagerte Automationszelle mit verketteten Linear- und Yaskawa-Robotern, die das Konfektionieren von Faltschachteln übernimmt.
Im weiteren Verlauf des Vorführprozesses werden die vorbereiteten Schachteln an eine nachgelagerte Fertigungszelle übergeben, in der Dominosteine im Spritzgussverfahren hergestellt werden.
Die Vorführung verdeutlicht den Trend, Peripherieaufgaben und vor- oder nachgelagerte Prozessschritte flexibler an die eigentliche Kunststoffverarbeitung anzubinden. Durch das eigene Bedienpanel sind die Handhabungseinheiten nicht mehr zwingend an die Steuerungsterminals der verarbeitenden Spritzgießmaschine gekoppelt, was die Konfiguration komplexer Materialflüsse innerhalb einer Fertigungslinie vereinfacht.
Breites Modellportfolio und herstellerunabhängige Integration
Die neue Standalone-Funktionalität umfasst mehrere Robotertypen aus dem Portfolio des Unternehmens. Für die hauseigene Linearroboter-Baureihe MULTILIFT SELECT sind die eigenständigen Varianten in Abstufungen für Traglasten von 4 bis 16 kg verfügbar.
Roboter, die sich unabhängig von der Spritzgießmaschine programmieren und steuern lassen, verändern die Planung von Fertigungslinien grundlegend. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie solche Systeme in neue und bestehende Anlagen einbinden — inklusive Euromap-67-Checkliste für die herstellerunabhängige Nachrüstung. Standalone-Roboter-Integration: Leitfaden jetzt anfordern
Darüber hinaus lassen sich auch SCARA-Roboter sowie Sechsachsroboter des Kooperationspartners Yaskawa als Standalone-Einheiten mit der rControl-Bedienung betreiben. Damit deckt das Angebot sowohl lineare Entnahmegeräte als auch mehrachsige Kinematiken für komplexe Handhabungs- und Montageaufgaben ab.
Ein wesentliches Merkmal der Technologie ist die Integrationsfähigkeit in unterschiedliche Produktionsumgebungen. Die Systeme können sowohl in neu geplante Linien als auch in bereits bestehende Fertigungsstrukturen eingebunden werden.
Die technische Anbindung erfolgt über die etablierte Euromap-67-Roboterschnittstelle. Diese standardisierte Verbindung ermöglicht eine herstellerunabhängige Nachrüstung, sodass Anwender auch Bestandsanlagen oder Maschinen anderer Produzenten mit den Robotern ausrüsten können.
Vorgaben zur CE-Kennzeichnung und Marktverfügbarkeit
Bei der sicherheits- und zulassungstechnischen Einbindung unterscheidet Arburg zwischen Gesamtlösungen und Fremdinstallationen. Wird die Automatisierung innerhalb einer schlüsselfertigen ALLROUNDER-Zelle des Herstellers realisiert, übernimmt Arburg die vollständige CE-Kennzeichnung der Gesamtanlage.
Sobald ein Roboter an einer Spritzgießmaschine eines Fremdanbieters läuft, liegt die CE-Zertifizierung und sicherheitstechnische Abnahme beim Betreiber — nicht beim Lieferanten. Unser kostenloser Leitfaden erklärt, welche Pflichten auf Sie zukommen und wie Sie die Konformität Ihrer Nachrüstung nachweisbar dokumentieren. CE-Konformität bei Fremdanlagen: Leitfaden sichern
Kommen die Standalone-Roboter hingegen in Kombination mit Spritzgießmaschinen von Fremdanbietern zum Einsatz, liegt die rechtliche Verantwortung für die CE-Zertifizierung und die sicherheitstechnische Abnahme beim jeweiligen Betreiber.
Was die Markteinführung betrifft, ist die Verfügbarkeit der Standalone-Roboter in Europa für den Zeitraum unmittelbar nach dem Ende der Fakuma 2026 vorgesehen.

