ARPI, Prostatakrebs

ARPI bei Prostatakrebs: Frakturrisiko in 13 Studien mehr als verdoppelt

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 03:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Auswertung von Phase-III-Studien verbindet ARPI-Behandlungen mit mehr Knochenbrüchen; Unterschiede zwischen Wirkstoffen bleiben unklar.
Nahaufnahme eines menschlichen Oberschenkelknochens auf einer sterilen, grauen medizinischen Untersuchungsoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachjournal BMC Cancer veröffentlichte Meta-Analyse aus dem Jahr 2026 zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen modernen Prostatakrebstherapien und einer Beeinträchtigung der Knochengesundheit.

Wie das Fachportal bioengineer.org in einem Bericht vom 20.10.2026 darlegte, sind Behandlungen mit Inhibitoren des Androgenrezeptor-Signalwegs (ARPI) bei Männern mit Prostatakrebs mit einem signifikant höheren Risiko für Knochenbrüche verbunden. Zu den in der wissenschaftlichen Auswertung analysierten Wirkstoffen gehören Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid sowie Darolutamid.

Umfangreiche Datenauswertung aus Phase-III-Studien

Für die statistische Auswertung berücksichtigten die Autoren insgesamt 22 Phase-III-Studien. Die zugrundeliegende systematische Literaturrecherche erstreckte sich über die etablierten medizinischen Fachdatenbanken PubMed/MEDLINE, Web of Science sowie Cochrane CENTRAL, wobei Veröffentlichungen bis zum Stichtag des 20.08.2026 erfasst wurden.

Ziel der Untersuchung war es, das Auftreten von Knochenbrüchen als unerwünschte Ereignisse unter den verschiedenen modernen Hormontherapien strukturiert zu bewerten.

Verdopplung des relativen Risikos für Frakturen

Die Auswertung der klinischen Daten belegt eine messbare Erhöhung des Frakturrisikos bei den behandelten Patienten. Für alle unerwünschten Frakturereignisse fassten die Forscher 13 Studien mit insgesamt 13.712 Teilnehmern zusammen. Dabei ergab sich ein relatives Risiko (RR) von 2,13 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall (95%-KI) von 1,74 bis 2,60. Die Heterogenität zwischen den analysierten Arbeiten belief sich auf 45,8 Prozent, während das 95-Prozent-Prädiktionsintervall (95%-PI) im Bereich von 1,23 bis 3,68 lag.

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Noch deutlicher trat die Risikoerhöhung bei schwerwiegenden Knochenbrüchen ab dem Schweregrad 3 hervor. Auf der Grundlage von acht Studien mit 9.254 Probanden errechnete die Analyse ein relatives Risiko von 2,64 (95%-KI 1,73–4,02). Die Heterogenität lag bei diesen schweren Verläufen bei 11,8 Prozent.

Absolute Risiken und Unterschiede zwischen den Wirkstoffen

Neben den relativen Vergleichszahlen quantifizierten die Wissenschaftler die kumulative Risikodifferenz. Über alle Frakturgrade hinweg ergab sich eine kumulative Risikodifferenz von 4,93 Prozentpunkten. Bei den schwerwiegenden Frakturen ab Grad 3 betrug dieser Wert 1,71 Prozentpunkte. Die Autoren betonten zugleich, dass diese Risikodifferenzen mit entsprechender Vorsicht zu interpretieren seien.

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Hinsichtlich der einzelnen eingesetzten Substanzen schließt die Untersuchung mögliche Subgruppenunterschiede zwischen Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid und Darolutamid nicht aus. Den Auswertungen zufolge fallen diese potenziellen Differenzen auf Basis der vorliegenden Datenlage jedoch unpräzise aus, sodass differenzierte Vergleiche zwischen den einzelnen Wirkstoffen derzeit nur eingeschränkt möglich bleiben.

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