Arthrose: 15-PGDH-Hemmer lÀsst Knorpel bei Àlteren MÀusen nachwachsen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der biomedizinischen Forschung zeichnen sich neue Wege zur Behandlung von GelenkverschleiĂ ab. Eine im Fachjournal Science veröffentlichte Untersuchung der Stanford University befasst sich mit einem spezifischen biologischen Mechanismus, der fĂŒr den Knorpelabbau im Alter verantwortlich ist.
Im Mittelpunkt steht das Protein 15-PGDH, dessen Konzentration im natĂŒrlichen Alterungsprozess bei MĂ€usen nahezu um das Doppelte zunimmt und maĂgeblich zur SchĂ€digung des Knorpelgewebes beitrĂ€gt.
Wiederaufbau von Knorpelgewebe im Tiermodell
Durch die gezielte Blockade dieses Signalwegs gelang es dem Forschungsteam, regenerative Prozesse in Gang zu setzen. Mit einem eigens entwickelten Wirkstoff hemmten die Wissenschaftler das Protein, wobei das Medikament entweder in den Bauchraum oder direkt in das Kniegelenk der Versuchstiere injiziert wurde.
In der Folge nahm die Knorpeldicke bei Ă€lteren MĂ€usen wieder zu. Das neu gebildete Gewebe wies zudem Merkmale von ursprĂŒnglichem hyalinem Knorpel auf. Ein wesentlicher Aspekt des beobachteten Mechanismus besteht darin, dass die Knorpelregeneration ohne den Einsatz von Stammzellen verlĂ€uft. Stattdessen wird die Erneuerung ĂŒber Chondrozyten vermittelt.
Effekte auf Knorpelabbau und Verletzungsfolgen
Neben den Tierversuchen analysierte das Forschungsteam der Stanford University menschliche Gewebeproben von Arthrose-Patienten, die sich einem Kniegelenkersatz unterzogen hatten. Nach einer einwöchigen Behandlung mit dem 15-PGDH-Hemmer verringerte sich die genetische AktivitĂ€t, die fĂŒr den Knorpelabbau verantwortlich ist.
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DarĂŒber hinaus untersuchten die Wissenschaftler die prĂ€ventive Wirkung nach akuten Traumata. Bei MĂ€usen mit Verletzungen, die einem Kreuzbandriss Ă€hneln, senkte die Hemmung von 15-PGDH das Risiko, im weiteren Verlauf eine Arthrose zu entwickeln, deutlich.
Derartige Verletzungen gelten in der OrthopÀdie als erheblicher Risikofaktor: Rund 50 Prozent der Menschen mit vergleichbaren GelenkschÀden erkranken innerhalb von etwa 15 Jahren an Arthrose im betroffenen Gelenk.
Stand der klinischen Entwicklung
Trotz der im Labor erzielten Ergebnisse stehen klinische Studien zur Wirksamkeit am Menschen bei dieser Indikation noch aus. Die Substanzklasse wurde allerdings bereits in einem anderen Kontext am Menschen erprobt.
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Sogenannte Phase-1-Studien mit einem 15-PGDH-Hemmer zur Therapie von MuskelschwĂ€che belegten bereits die grundlegende Sicherheit des Wirkstoffs bei gesunden Probanden. Ein Nachweis ĂŒber die therapeutische Wirksamkeit gegen Arthrose beim Menschen ist damit jedoch noch nicht erbracht.
Arthrose zĂ€hlt weltweit und regional zu den am weitesten verbreiteten chronischen Krankheitsbildern. Allein in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe rund fĂŒnf Millionen Menschen von der degenerativen Gelenkerkrankung betroffen. Vor diesem Hintergrund gelten AnsĂ€tze, die direkt auf die Regeneration von Knorpelzellen abzielen, als wichtiger Baustein fĂŒr kĂŒnftige Therapiemöglichkeiten.
