Arthrose-Check, Früherkennung

Arthrose-Check ab 40: Österreichische Ärztekammer rät zur Früherkennung

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ärztekammer rät ab 40 zum Arthrose-Check; Ernährung und gezieltes Training ergänzen die Behandlung von Gelenk- und Schulterproblemen.

Arthrose und Schulterbeschwerden: Diagnostik, Ernährung und Bewegung
Ein heller, minimalistischer Physio-Trainingsraum mit einer Sportmatte und Balance-Board vor einem grünen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Gelenkverschleiß und Schulterprobleme beeinträchtigen den Alltag vieler Menschen erheblich. Ratgeber und medizinische Fachgesellschaften widmen sich zunehmend den Ursachen sowie unterstützenden Maßnahmen bei Arthrose und Schulterbeschwerden. Dabei rücken präventive Ansätze, eine angepasste Ernährung und gezieltes Muskeltraining in den Vordergrund, um operative Eingriffe möglichst lange hinauszuzögern oder zu vermeiden.

Früherkennung und differenzierte Diagnostik

Bei wiederkehrenden oder über mehrere Wochen anhaltenden Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Belastungsschmerzen oder morgendlicher Gelenksteifigkeit ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Auch Schwellungen an den Fingern oder anhaltende Muskel- und Sehnenschmerzen sollten medizinisch untersucht werden, da es über 100 rheumatische Erkrankungen gibt.

Anlässlich des Welt-Rheuma-Tags am 12. Oktober 2026 empfiehlt die Österreichische Ärztekammer einen Arthrose-Check ab 40 Jahren, da Gelenkverschleiß in Knie und Hüfte bereits ab diesem Alter einsetzen kann. Zur fundierten Abklärung nennt die Standesvertretung Röntgen, Ultraschall sowie Funktionstests für Muskelkraft und Koordination.

Eine frühe Behandlung durch Aufklärung, Ernährungsumstellung und medizinische Kräftigungstherapie könne unnötige Operationen verhindern. Das Spektrum moderner Diagnostik umfasst neben Anamnese und digitalem Röntgen auch Ultraschall, offenes MRT, 4D-Statikvermessung und dynamische Fußdruckmessung, um eine zielgerichtete Therapieplanung zu ermöglichen.

Bei zervikaler Osteochondrose kommen ergänzend CT und Doppler-Ultraschall zum Einsatz. Laut einer WHO-Statistik nehme diese Erkrankung bei 30- bis 40-Jährigen zu, während die Prävalenz in Industrieländern zwischen 60 und 80 Prozent liege.

Ernährung und Nährstoffe im wissenschaftlichen Fokus

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Mehrere Studien zeigen, dass eine Ernährungsweise mit viel Zucker und gesättigten Fettsäuren den Knorpel sowie den darunterliegenden Knochen schädigen kann. Bei Arthrose gelten entzündungshemmende Nahrungsmittel wie Omega-3-reicher Fisch, Pflanzenöle, Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchte als vorteilhaft.

Gemieden werden sollten dagegen gehärtete Fette, tierische gesättigte Fettsäuren, arachidonsäurereiche Lebensmittel, Nikotin, Alkohol und Kaffee. Bei rheumatoider Arthritis wird eine mediterrane Ernährung als Ergänzung empfohlen, die Medikamente jedoch nicht ersetzt.

Die wissenschaftliche Datenlage zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Kniearthrose ist differenziert:
* In der MOVES-Studie mit 606 Personen über sechs Monate linderte die Kombination aus Chondroitinsulfat und Glucosaminhydrochlorid die Schmerzen in etwa so stark wie der Wirkstoff Celecoxib.
* Eine dreijährige Untersuchung mit 212 Teilnehmenden wies unter Glucosaminsulfat einen geringeren Verlust des Kniegelenkspalts nach.
* Nach zwölf Monaten zeigte eine Studie mit 69 Menschen unter Chondroitinsulfat einen verringerten Knorpelverlust.
* Dagegen ergab die GAIT-Studie mit 1.583 Teilnehmenden nach sechs Monaten keinen deutlichen Vorteil im Vergleich zu einem Placebo.
* Eine Metaanalyse von zehn Studien mit insgesamt 3.803 Probanden dokumentierte geringe Schmerzlinderung, jedoch keinen sicheren Unterschied beim Gelenkspalt.

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Gezielte Bewegung und konservative Behandlungsoptionen

Zur Stabilisierung der Schulter und Kräftigung der Rotatorenmanschette empfehlen Fachleute kontrollierte Außen- und Innenrotationen mit Theraband oder leichten Gewichten. Die Übungen sollten zwei- bis dreimal wöchentlich mit mindestens einem Ruhetag erfolgen und bei stechendem Schmerz abgebrochen werden.

Bei einem Schulterimpingement sind eine professionelle Diagnose vorab sowie 10 bis 15 Minuten Aufwärmen angeraten; Überkopfpressen sollte in der Akutphase vermieden werden.

Kniechirurgen der Universitätsklinik Balgrist heben hervor, dass künstliche Gelenke den natürlichen Knorpel und die Kniebiomechanik bislang nicht vollständig ersetzen können. Lokale Schäden lassen sich je nach Ursache gezielt behandeln, bei fortgeschrittener flächiger Arthrose kommen diese Verfahren jedoch nicht infrage.

Eine Beinachsenkorrektur kann einen Gelenkersatz mitunter um 10 bis 15 Jahre hinauszögern. Auch Verfahren wie plättchenreiches Plasma (PRP) oder Hyaluronsäure können Beschwerden lindern, lassen zerstörten Knorpel jedoch nicht nachwachsen. Wann ein Gelenkersatz notwendig wird, hängt letztlich nicht allein vom Röntgenbild ab, sondern primär von den funktionellen Einschränkungen im Alltag.

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