Arthrose-Therapie: Aquafitness entlastet Gelenke um 90 Prozent
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung verĂ€ndert sich grundlegend â weg von reiner Schmerzlinderung, hin zu einem Mix aus Bewegung, digitaler Begleitung und biotechnologischen Innovationen.
Smartwatches gegen Rheuma
Die Lanker Studienambulanz am St.-Elisabeth-Hospital in Meerbusch zeigt, wie Digitalisierung helfen kann. Die MeRLiN-Studie von Stefan VordenbĂ€umen und TĂŒrker Kurt untersucht, ob Smartphone-Apps und Smartwatches Patienten mit rheumatischen Erkrankungen im Alltag unterstĂŒtzen.
Die Forschung hat es bereits in die europaweiten Therapieempfehlungen der EULAR geschafft. Als einzige europĂ€ische Studie in diesem Bereich zeigt sie: DatengestĂŒtzte Begleitung kann den Krankheitsverlauf besser kontrollierbar machen.
Warum Aquafitness die Gelenke rettet
Bewegung bleibt das Fundament der Arthrose-Therapie. Eine Lancet-Kommission belegt: RegelmĂ€Ăiges Training senkt das Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent. Univ.-Prof. Daniel König von der UniversitĂ€t Wien erklĂ€rt die Unterschiede: Ausdauersport schĂŒtzt die GefĂ€Ăe, Krafttraining fördert GedĂ€chtnis und Muskelfunktion.
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Besonders effektiv: Aquafitness. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass sich das Körpergewicht im Wasser auf zehn Prozent reduziert. Die Gelenke werden massiv entlastet â doch die Muskelaktivierung ist in ĂŒber 70 Prozent der FĂ€lle gleich oder höher als an Land. Der Kalorienverbrauch liegt zwischen 400 und 700 Kilokalorien pro Stunde.
Aktuell lĂ€uft eine randomisierte Doppelblindstudie mit 126 Teilnehmern zwischen 65 und 85 Jahren. Ăber 48 Wochen untersuchen Forscher, wie Bewegung das alternde Gehirn schĂŒtzt.
Weniger KrankenhÀuser, bessere Prothesen
Auch operativ verĂ€ndert sich die Versorgung. In Nordrhein-Westfalen lĂ€uft ein Pilotprojekt zur Zentralisierung von HĂŒft- und Knieprothesen. Das Ziel: gröĂere Zentren mit höheren Fallzahlen, dafĂŒr weniger beteiligte KrankenhĂ€user.
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Prof. Dr. Christoph Schnurr, Chefarzt fĂŒr OrthopĂ€die am St. Vinzenz-Krankenhaus DĂŒsseldorf, bewertete die Reform im Fachmagazin ZOO:M (Ausgabe 2/26) positiv. Mehr Spezialisierung soll die QualitĂ€t der Eingriffe steigern.
Spritze regeneriert Knorpel
Die vielleicht spannendste Entwicklung kommt aus den USA. Forscher der University of Colorado unter Stephanie Bryant arbeiten an zwei injizierbaren Therapien.
Die erste: Eine Spritze, die Wirkstoffe ĂŒber Monate freisetzt. Im Tierversuch stellte sie innerhalb von vier bis acht Wochen gesunde Gelenkstrukturen wieder her. Die zweite: Ein Biomaterial, das im Gelenk aushĂ€rtet und körpereigene Reparaturzellen anzieht.
Zur Vermarktung wurde Renovare Therapeutics gegrĂŒndet. Klinische Studien am Menschen könnten in etwa 18 Monaten beginnen. Die Verfahren wĂ€ren eine ideale ErgĂ€nzung zur Bewegungstherapie â geschĂ€digter Knorpel lieĂe sich gezielt regenerieren.
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