Arthrose, Krankheitslast

Arthrose und Übergewicht: Krankheitslast im Westpazifik steigt um 287 Prozent

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine GBD-Auswertung beziffert die BMI-bedingten Einschränkungen durch Arthrose 2023 im Westpazifik auf 1,55 Millionen YLDs.

Arthrose durch hohen BMI: Krankheitslast im Westpazifik stark gestiegen
Symbolbild: Wärmflasche, Handtuch und Kräutertee Illustration mit AI erstellt.

Die weltweite Belastung durch Gelenkerkrankungen nimmt im Zuge steigender Fettleibigkeit kontinuierlich zu. Wie eine Analyse auf Basis der Global Burden of Disease Study 2023 (GBD) bei Dove Medical Press darlegt, führten Beschwerden durch einen hohen Body-Mass-Index (BMI) bei kombinierter Arthrose im Jahr 2023 in der Westpazifik-Region zu geschätzten 1,55 Millionen durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahren (YLDs). Gegenüber dem Jahr 1990 entspricht dies einem Anstieg um 287 Prozent.

Dramatischer Anstieg im Westpazifik-Raum

Den Daten der GBD-2023-Analyse zufolge lag die altersstandardisierte YLD-Rate für kombinierte Arthrose im Jahr 2023 bei 46,68 pro 100.000 Personen (95% UI: -0,47 bis 124,21).

Im Vergleich zu 1990 bedeutet dies ein Wachstum um 58 Prozent (95% UI: 28% bis 103%). Dabei weisen Frauen sowohl bei kombinierter Arthrose als auch bei Kniegelenksarthrose höhere Raten auf als Männer.

Die Auswertung nach Altersgruppen verdeutlicht, dass die Krankheitslast vor allem im höheren Lebensalter Spitzenwerte erreicht. Die höchsten altersspezifischen YLD-Raten verzeichnete die Analyse in der Gruppe der 70- bis 74-Jährigen bei kombinierter Arthrose mit 203,63 (95% UI: -2,02 bis 549,41).

Bei Kniearthrose erreichte die Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen mit 191,51 (95% UI: -1,76 bis 514,58) den Höchststand, während bei Hüftarthrose die Gruppe der 80- bis 84-Jährigen mit 14,85 (95% UI: -0,17 bis 42,17) an der Spitze lag.

Bei den Ländern führten die Cookinseln, Amerikanisch-Samoa, Niue, Tonga und Nauru die Liste der fünf Staaten mit den höchsten altersstandardisierten YLD-Raten im Jahr 2023 an.

Rolle von Gewichtsreduktion und medikamentösen Behandlungen

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Der Einfluss des Körpergewichts auf Gelenkbeschwerden spiegelt sich auch in modernen Therapieansätzen wider. Patienten, die GLP-1-Präparate wie Wegovy von Novo Nordisk oder Zepbound von Eli Lilly anwenden, berichten laut einem Bericht von MarketWatch über eine spürbare Abnahme von Rücken- und Knieschmerzen sowie eine verbesserte Beweglichkeit.

Gleichzeitig mahnen Mediziner jedoch zur Vorsicht: Ein zu rascher Gewichtsverlust könne die Knochenqualität beeinträchtigen, wobei dieses Risiko vor allem bei älteren Patienten bestehe.

Zudem zeigen Berichte, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Zucker sowie gesättigten Fettsäuren den Knorpel und den darunterliegenden Knochen schädigen kann. Da Arthrose als nicht heilbar gilt, lässt sich ihr Verlauf primär durch Training, Bewegungstherapie und eine gezielte Gewichtsreduktion positiv beeinflussen.

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Präventive Ansätze und Lebensstilfaktoren

Fachleute heben hervor, dass eine rechtzeitige Diagnostik wesentlich zur Entlastung beitragen kann. Ein Facharzt der Österreichischen Ärztekammer rät zu systematischen Gelenk-Checks ab dem 40. Lebensjahr, da Verschleißerscheinungen an Hüft- und Kniegelenken bereits in diesem Lebensabschnitt einsetzen können. Zu den zentralen Untersuchungsmethoden zählen Röntgen, Ultraschall und funktionelle Tests von Muskelkraft und intramuskulärer Koordination.

Als unverzichtbare Basistherapie für alle Betroffenen empfehlen Mediziner eine strukturierte Wissensvermittlung, eine Ernährungsumstellung sowie eine medizinische Kräftigungstherapie mit sensomotorischen Übungen.

Ergänzend können medikamentöse Optionen oder orthobiologische Verfahren zum Einsatz kommen. Eine frühzeitige Erkennung und konsequente konservative Betreuung könnten zudem dazu beitragen, operative Eingriffe bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß in vielen Fällen zu vermeiden.

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