Arzneimittel im Alter: Bei 1,2 Millionen drohen mögliche NierenschÀden
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Untersuchung der australischen UniversitĂ€t Adelaide verdeutlicht die gesundheitlichen Risiken einer gleichzeitigen Einnahme mehrerer Arzneimittel im höheren Lebensalter. Einer im Fachjournal International Journal of Clinical Pharmacy veröffentlichten Studie zufolge erhielten hochgerechnet rund 2,4 Millionen Ă€ltere Australier mehrere Medikamente mit ĂŒberlappenden Nebenwirkungsprofilen.
Die Untersuchung stĂŒtzt sich auf eine Zehn-Prozent-Stichprobe von Abrechnungsdaten des staatlichen Pharmaceutical Benefits Scheme (PBS) aus dem Zeitraum von April bis Juni 2022.
Erhebliche Risiken fĂŒr StĂŒrze und OrganschĂ€den
Die Analyse der Verschreibungsmuster zeigt, dass sich unerwĂŒnschte Wirkungen verschiedener Wirkstoffe gegenseitig verstĂ€rken können. Den Hochrechnungen zufolge waren rund 2,3 Millionen Ă€ltere Menschen Kombinationen ausgesetzt, die das Risiko fĂŒr StĂŒrze und Frakturen steigern. Bei etwa 1,7 Millionen Betroffenen ĂŒberschnitten sich Risiken fĂŒr Verstopfung, wĂ€hrend bei mehr als 1,2 Millionen Personen potenzielle Gefahren fĂŒr NierenschĂ€den vorlagen.
In der untersuchten Stichprobe von 323.599 Personen ab 65 Jahren erhielten 75,5 Prozent mindestens einmal zwei oder mehr Medikamente mit einem gemeinsamen bekannten Nebenwirkungseffekt. HĂ€ufigste Ăberschneidungen betrafen StĂŒrze, Frakturen, Verstopfung sowie NierenschĂ€den.
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Die Studienautoren betonen allerdings, dass diese Quote von 75,5 Prozent lediglich das potenzielle Risiko einer Ăberlappung beziffert und keine gesicherten Aussagen ĂŒber tatsĂ€chlich eingetretene Beschwerden erlaubt. Zudem lasse sich aus den bloĂen Abrechnungsdaten nicht verbindlich ableiten, ob die verordneten PrĂ€parate von den Patienten tatsĂ€chlich eingenommen wurden.
Hohe Folgekosten durch vermeidbare Klinikeinweisungen
Dr. Imaina Widagdo von der UniversitĂ€t Adelaide wies darauf hin, dass sich Nebenwirkungen wie Schwindel bei der Kombination unterschiedlicher PrĂ€parate summieren können. Dies hat auch weitreichende Folgen fĂŒr das Gesundheitssystem: In Australien kommt es pro Jahr zu rund 250.000 medikamentenbedingten Krankenhausaufnahmen.
Die damit verbundenen Kosten belaufen sich auf 1,4 Milliarden Australische Dollar. Laut Widagdo gelten rund zwei Drittel dieser Einweisungen als vermeidbar.
Um solchen Komplikationen vorzubeugen, plĂ€diert die Expertin fĂŒr strukturierte und regelmĂ€Ăige MedikationsĂŒberprĂŒfungen durch Apotheker und HausĂ€rzte.
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VorsichtsmaĂnahmen fĂŒr Patientinnen und Patienten
Aus den Ergebnissen leiten die Forscher der UniversitĂ€t Adelaide zudem konkrete Handlungsempfehlungen fĂŒr Ă€ltere Menschen ab. Betroffene sollten eine vollstĂ€ndige und aktuelle Medikamentenliste fĂŒhren. In dieser Dokumentation sollten neben verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ausdrĂŒcklich auch rezeptfreie PrĂ€parate, Vitamine und NahrungsergĂ€nzungsmittel erfasst werden, da auch diese Substanzen Wechselwirkungen hervorrufen können.
Zudem wird dringend davor gewarnt, verordnete Dosierungen eigenmĂ€chtig zu verĂ€ndern oder Therapien ohne RĂŒcksprache mit behandelnden Medizinern abzusetzen.
