Ashwagandha: 44-Jährige erleidet nach täglicher Einnahme Leberversagen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Markt für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum, doch medizinische Einzelfälle rücken zunehmend die potenziellen Gesundheitsrisiken bestimmter Präparate in den Fokus. Ein dokumentierter Fall aus Warrington in Großbritannien illustriert die schwerwiegenden klinischen Folgen, die mit der dauerhaften Einnahme von Ashwagandha in Verbindung gebracht werden.
Klinischer Verlauf und medizinische Diagnose
Lois Kinder, eine 44-jährige Britin, die zuvor als sportlich und gesund galt, erlitt nach einer rund einjährigen täglichen Einnahme von Ashwagandha-Kapseln ein akutes Leberversagen.
Wie aus Berichten vom 23. September 2026 hervorgeht, manifestierte sich die Erkrankung zunächst durch eine deutliche Gelbfärbung der Haut und der Augen. Der Zustand der Patientin verschlechterte sich innerhalb kurzer Zeit so massiv, dass sie schließlich von ihrer Tochter bewusstlos in ihrer Wohnung aufgefunden wurde.
In der behandelnden Klinik äußerten die Mediziner laut Angaben des Ehemanns der Patientin frühzeitig den Verdacht auf eine toxische Reaktion durch ein Supplement. Demnach hätten die Ärzte gezielt nach der Verwendung von Ashwagandha gefragt und das Präparat als die wahrscheinliche Ursache für die Zerstörung des Lebergewebes eingestuft.
Aufgrund des vollständigen Funktionsverlusts des Organs wurde die Patientin mit höchster Priorität auf die Dringlichkeitsliste für eine Lebertransplantation gesetzt.
Komplikationen während der Transplantation
Am 22. Juli konnte ein passendes Spenderorgan für die Patientin bereitgestellt werden. Der operative Eingriff war jedoch von lebensbedrohlichen Komplikationen geprägt. Während der Transplantation kam es zu insgesamt drei Herzstillständen. Infolgedessen trat eine längere Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff ein.
Der Fall einer 44-Jährigen aus Großbritannien zeigt, was passieren kann, wenn ein frei verkäufliches pflanzliches Präparat über Monate täglich eingenommen wird: Die Ärzte vermuteten Ashwagandha als wahrscheinliche Ursache eines akuten Leberversagens. Unser kostenloser Leitfaden erklärt, welche Warnzeichen Sie kennen sollten und wie Sie Ihre Leberwerte richtig kontrollieren. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Obwohl die Patientin den chirurgischen Eingriff überlebte und die neue Leber die Funktion aufnahm, führten die Komplikationen während der Operation zu neurologischen Beeinträchtigungen. Nach Angaben der Familie erlitt die Betroffene Hirnschäden und befindet sich seither in einer stationären neurologischen Rehabilitation.
Wissenschaftliche Einordnung und Forschungsstand
In der Medizin sind schwerwiegende Leberschäden im Zusammenhang mit der Einnahme von Ashwagandha bereits in der Fachliteratur beschrieben, werden jedoch als seltene Ereignisse eingestuft. Die genauen physiologischen Prozesse, die bei einzelnen Konsumenten zu einer solchen Unverträglichkeit oder Toxizität führen, sind in der Wissenschaft noch nicht vollständig geklärt.
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Ein abschließender medizinischer Fachbericht zu diesem speziellen Fall steht derzeit noch aus. Die Berichterstattung über den Vorfall in Warrington stützt sich unter anderem auf Recherchen britischer Medien wie Mirror und The Sun.
Experten weisen in diesem Kontext allgemein darauf hin, dass auch frei verkäufliche pflanzliche Produkte erhebliche Nebenwirkungen haben können, deren Risiken insbesondere bei langfristiger Einnahme oft unterschätzt werden.
