Ashwagandha: PrĂ€parate 600-fach ĂŒber polnischem Grenzwert
30.05.2026 - 22:00:48 | boerse-global.deBesonders Ashwagandha-PrÀparate geraten zunehmend in die Kritik.
Grenzwerte massiv ĂŒberschritten
Ein zentrales Problem: FĂŒr Ashwagandha existieren in Deutschland keine verbindlichen Höchstmengen. Anders in Polen: Dort liegt die Tageshöchstdosis fĂŒr die Wirkstoffgruppe der Withanolide bei 10 Milligramm.
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Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW vom April 2026 deckt alarmierende Werte auf. Bei Stichproben fanden Tester Tagesdosen von bis zu 6.000 Milligramm Ashwagandha â das Doppelte des polnischen Grenzwerts. Die Konzentration der Withanolide lag in der Spitze sogar beim 15-Fachen.
Weil die PrĂ€parate als Lebensmittel und nicht als Arzneimittel eingestuft sind, mĂŒssen sie vor dem Verkauf keine staatliche SicherheitsprĂŒfung durchlaufen.
LeberschÀden gemeldet
Die Folgen der unkontrollierten Einnahme werden dokumentiert. Aus den Niederlanden meldeten Gesundheitsbehörden Ende Mai 2026 insgesamt 12 FÀlle von LeberschÀden im Zusammenhang mit Ashwagandha-Konsum.
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) rĂ€t daher derzeit generell von der Einnahme ab. Auch europĂ€ische Gesundheitsbehörden sehen die Datenlage als zu unsicher.
Experten kritisieren zudem die schwache wissenschaftliche Basis. Die beworbenen Effekte wie Stressminderung oder Schlafverbesserung stĂŒtzen sich auf methodisch schwache Studien mit kleinen Probandenzahlen.
Besondere Vorsicht bei Vorerkrankungen
Prof. Martin Smollich vom UKSH LĂŒbeck warnt Ende Mai 2026 speziell Krebspatienten: Hochdosierte Antioxidantien wie Ashwagandha könnten die Wirksamkeit von Therapien abschwĂ€chen und das Risiko fĂŒr LeberschĂ€den wĂ€hrend der Behandlung erhöhen.
Der Boom der Selbstoptimierung
Ashwagandha ist Teil eines wachsenden Marktes. Analysen der Beratung Imarc beziffern den globalen Longevity-Markt auf rund 140 Milliarden US-Dollar.
Auf sozialen Plattformen treibt vor allem die sogenannte âCortisol-Panikâ den Verkauf an. Das Hormon wird als Ursache zahlreicher Gesundheitsprobleme dargestellt â mit Ashwagandha als vermeintlichem Gegenmittel. Mediziner warnen: Wissenschaftliche Belege fehlen, echte hormonelle Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom sind selten.
Illegale Produkte auf dem Vormarsch
Parallel dazu steigt die Zahl beschlagnahmter illegaler Supplemente. Der Zoll verzeichnet einen Anstieg des Warenwerts von rund 545.000 Euro (2023) auf ĂŒber 2,3 Millionen Euro (2025). Besonders riskant: Produkte aus Drittstaaten wie China, die oft toxische Inhaltsstoffe oder gefĂ€hrliche Ăberdosierungen enthalten.
ApothekerverbÀnde raten Verbrauchern, Trends in sozialen Medien kritisch zu hinterfragen und vor der Einnahme Àrztlichen Rat einzuholen.
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