Asthma-Nasenspray: Neues Peptid hemmt Entzündungen im Mausmodell
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschende stellen gleich mehrere neuartige Ansätze zur Behandlung von Entzündungskrankheiten vor.
Die Palette reicht von synthetischen Peptiden über natürliche Wirkstoffe bis hin zu hormonellen Mechanismen. Ziel ist es, Immunreaktionen bei Asthma, COVID-19 oder chronischen Schmerzen gezielter zu steuern.
Nasenspray gegen Asthma
Ein Team der Universität Bonn und des Forschungszentrums Borstel hat ein synthetisches Peptid namens Pep19-2.5 (Aspidasept) untersucht. Die am 21. Juli in Advanced Science veröffentlichte Studie zeigt: Der Wirkstoff hemmt das NLRP3-Inflammasom – einen Proteinkomplex, der Entzündungsreaktionen auslöst.
Das Peptid bindet an ein spezifisches Markerlipid in der Membran von Immunzellen. In einem Mausmodell für Hausstaubmilben-Asthma wurde es als Nasenspray verabreicht. Ergebnis: verbesserte Lungenfunktion und weniger Entzündungsparameter. Ein Patent ist bereits angemeldet.
Wenn die Entzündungsbremse versagt
Wissenschaftler der Universitäten des Saarlandes und Münster haben einen Mechanismus identifiziert, der schwere Verläufe bei COVID-19 und Autoimmunerkrankungen erklären könnte. Laut einer Studie in Nature Communications vom 22. Juli führt eine untypische Hyperphosphorylierung des Proteins IL-1Ra dazu, dass das Immunsystem Autoantikörper gegen diesen körpereigenen Entzündungshemmer bildet.
Die Folge: Die natürliche „Entzündungsbremse“ wird neutralisiert – es kommt zur Hyperinflammation. Nachgewiesen wurde dieser Prozess bei schweren COVID-19-Verläufen und axialer Spondyloarthritis. Parallel dazu zeigte eine Untersuchung in Arthritis Research & Therapy (21. Juli), dass Signalwege wie IL-6/JAK/STAT3 bei idiopathischen inflammatorischen Myopathien im Muskelgewebe überaktiv sind.
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Schneckengift und Vitamin-E-Metaboliten
Ein Peptid aus dem Gift der Kegelschnecke (Conus araneosus) zeigt Potenzial in der Schmerztherapie. Ein Team der MedUni Wien veröffentlichte am 21. Juli in Nature Structural and Molecular Biology Ergebnisse zum Peptid AoIA. Es hemmt selektiv Noradrenalin-Transporter und linderte im Mausmodell entzündungsbedingte Schmerzen – ohne Einfluss auf Opioidrezeptoren oder die Motorik.
Ebenfalls im Juli wurden Fortschritte bei Vitamin-E-Metaboliten bekannt. Forscher der Universität Graz beschrieben in Acta Pharmaceutica Sinica B, dass langkettige Metaboliten entzündliche Immunzellen reduzieren und die Beseitigung abgestorbener Zellen fördern.
Hormon gegen altersbedingte Entzündungen
Das Hormon Thymulin, produziert in der Thymusdrüse, rückt in den Fokus. Eine Studie in Nature Communications (21. Juli) unter Leitung von Fumito Ito (Keck School of Medicine) zeigt: Thymulin hemmt NF-?B-Signalwege. Bei älteren Versuchsmodellen verbesserte es die T-Zell-Immunität gegen Tumoren und verstärkte die Wirkung von Checkpoint-Inhibitoren. Das eröffnet neue Ansätze gegen altersbedingte Entzündungen (Inflammaging).
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Post-COVID: Therapie auf dem Prüfstand
Während neue Wirkstoffe erforscht werden, unterliegen bestehende Behandlungen kritischer Prüfung. Die IAMPOCO-Studie untersuchte den Nutzen der Immunadsorption bei Post-COVID-Patienten – randomisiert und scheinkontrolliert mit 40 Teilnehmenden.
Wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie bereits im Juni mitteilte: Das Verfahren entfernte zwar spezifische Autoantikörper, eine klinische Verbesserung bei Fatigue, Konzentrationsstörungen oder Alltagseinschränkungen blieb jedoch aus. Zudem traten mehr Nebenwirkungen auf als in der Kontrollgruppe. Vom routinemäßigen Einsatz bei Post-COVID wird daher derzeit abgeraten.
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