Asthma-Risiko bei Kindern: Urinmetabolite sagen mehr voraus als Darmbakterien
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 07:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zusammensetzung der kindlichen Darmflora und die damit verbundenen Stoffwechselprozesse stehen seit LÀngerem im Fokus der pÀdiatrischen Forschung.
Eine im Fachjournal Metabolomics erschienene Untersuchung auf Basis der INSPIRE-Kohorte liefert nun differenzierte Einblicke in das Zusammenspiel zwischen bakterieller Besiedlung, ernÀhrungsbedingten Stoffwechselprodukten und der Entstehung von Asthma im Kindesalter.
Wie das Wissenschaftsportal scienmag.com am 27. September 2026 berichtete, analysierten Forscher die biologischen Muster bei SĂ€uglingen, um RĂŒckschlĂŒsse auf spĂ€tere Erkrankungsrisiken zu ziehen.
Langzeitbeobachtung von SĂ€uglingen bis zum Schulalter
Die INSPIRE-Kohortenanalyse stĂŒtzt sich auf eine breite Datengrundlage. Zwischen den Jahren 2012 und 2014 wurden insgesamt 1.946 SĂ€uglinge in die Erhebung aufgenommen. Von dieser ursprĂŒnglichen Kohorte konnten 1.166 Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres medizinisch nachverfolgt werden.
Im Verlauf dieses sechsjĂ€hrigen Beobachtungszeitraums erhielten 216 Kinder die Diagnose Asthma, was einem Anteil von 18,5 Prozent der nachbeobachteten Gruppe entspricht. Diese Fallzahlen bildeten das Fundament, um mögliche biologische FrĂŒhindikatoren in den ersten Lebensmonaten mit der spĂ€teren Krankheitsentwicklung abzugleichen.
Analyse von Mikrobiom und Metaboliten
Um die Mechanismen genauer zu entschlĂŒsseln, werteten die Wissenschaftler spezifische Teilgruppen mit ĂŒberlappenden Laborbefunden aus. Dabei lagen von 89 Kindern detaillierte Daten zum Mikrobiom und zu den Metaboliten im Urin vor, wĂ€hrend fĂŒr 58 Kinder entsprechende Vergleichsdaten aus Stuhlproben herangezogen werden konnten.
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Hinsichtlich der statistischen Vorhersagekraft fĂŒr ein spĂ€teres Asthmarisiko fielen die Resultate jedoch moderat aus. Der sogenannte Vorhersagewert (AUC) erreichte fĂŒr das Darmmikrobiom allein einen Wert von 0,55. Die Stoffwechselprodukte im Urin erzielten einen Wert von 0,61, wĂ€hrend die Analyse der Stuhlmetabolite bei einem Vorhersagewert von 0,60 lag.
Die metabolischen Profile schnitten bei der statistischen TrennschĂ€rfe somit geringfĂŒgig besser ab als die reine Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft.
Zusammenspiel zwischen Wirt und Darmflora
Trotz der begrenzten rein prognostischen Aussagekraft wiesen die statistischen Auswertungen auf signifikante biologische Verflechtungen hin. Die identifizierten Korrelationen deuteten vor allem auf ZusammenhÀnge zwischen den vorhandenen Darmbakterien und nahrungsbezogenen Lipidmetaboliten hin.
Von elf signifikant korrelierten Metaboliten stuften die Forscher sieben Stoffe als wahrscheinlich gemeinschaftlich gebildet ein â also durch ein Zusammenspiel zwischen den körpereigenen Prozessen des Wirts und dem Mikrobiom.
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Gleichzeitig verweisen die Autoren der INSPIRE-Kohortenanalyse auf methodische Grenzen ihrer Publikation. Es handele sich um eine reine Beobachtungsstudie, weshalb die Ergebnisse keinen ursĂ€chlichen KausalitĂ€tsnachweis fĂŒr die Entstehung von Asthma liefern können.
Zudem lagen den Forschern keine direkten ErnĂ€hrungsdaten der SĂ€uglinge vor, sodass die diĂ€tetischen EinflĂŒsse ausschlieĂlich ĂŒber die nachgewiesenen Stoffwechselprodukte abgeleitet werden mussten.
