Asthma, Gehirn

Asthma und Gehirn: Schwere Entzündung verändert Hirnstruktur

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie verknüpft schweres Typ-2-Asthma mit Auffälligkeiten der Hirnstruktur, betont jedoch den fehlenden Nachweis einer Ursache-Wirkung-Beziehung.

Schweres Typ-2-Asthma zeigt mögliche Veränderungen im Gehirn
Abstrakte Darstellung neuronaler Strukturen und weißer Substanz im menschlichen Gehirn mit bläulicher Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Eine auf dem ERS-Kongress in Barcelona vorgestellte Studie liefert Hinweise darauf, dass schweres Typ-2-Asthma mit messbaren Veränderungen der Hirnstruktur einhergehen könnte. Forschende verglichen für die Untersuchung 50 Personen mit schwerem Typ-2-Asthma mit 25 Personen, deren leichtes oder mittelschweres Typ-2-Asthma gut kontrolliert war.

Mittels Magnetresonanztomografie stellten sie bei den Betroffenen mit schwerer Erkrankung eine weniger organisierte weiße Substanz sowie Unterschiede in der Größe von Hippocampus und Temporallappen fest.

Zusammenhang mit dem Entzündungsgrad

Nach Angaben der Forschenden korrelierte das Ausmaß der strukturellen Veränderungen mit dem Grad der Typ-2-Entzündung der Patientinnen und Patienten. Je stärker die entzündliche Aktivität, desto deutlicher zeigten sich demnach die Auffälligkeiten in den MRT-Aufnahmen. Für die Messungen kam die Methode der Quantitativen Diffusionsbildgebung (QDI) zum Einsatz, mit der sich die Organisation der weißen Substanz im Gehirn erfassen lässt.

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Hippocampus und Temporallappen spielen eine zentrale Rolle für Gedächtnisprozesse und kognitive Funktionen. Beide Hirnregionen stehen deshalb im Fokus, wenn es um mögliche Auswirkungen chronischer Entzündungserkrankungen auf die Gehirngesundheit geht – ein Aspekt, der insbesondere im Zusammenhang mit alternden Bevölkerungsgruppen von Interesse ist, bei denen sich chronische Atemwegserkrankungen und kognitive Veränderungen überschneiden können.

Offene Fragen zur Kausalität

Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass die Studie keinen Beweis für eine kausale Verbindung zwischen schwerem Asthma und den beobachteten Hirnstruktur-Veränderungen liefert. Die festgestellte Korrelation zeigt demnach lediglich einen statistischen Zusammenhang, lässt jedoch offen, ob die Entzündungsprozesse tatsächlich ursächlich für die strukturellen Unterschiede verantwortlich sind oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen.

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Ebenfalls ungeklärt ist laut den Forschenden, ob die beobachteten Veränderungen reversibel sind. Diese Frage ist aus klinischer Sicht von besonderer Bedeutung, da sich daraus ableiten ließe, ob eine verbesserte Asthmakontrolle auch positive Effekte auf die Hirnstruktur nach sich ziehen könnte.

Nächste Forschungsschritte

Die an der britischen Studie beteiligten Forschenden untersuchen nun, ob eine gezielte Behandlung des schweren Typ-2-Asthmas die beobachteten strukturellen Veränderungen verhindern oder rückgängig machen kann. Sollte sich ein solcher Effekt bestätigen, könnte dies Konsequenzen für die Therapie schwerer Asthmaformen haben, bei denen Entzündungsprozesse gezielt medikamentös adressiert werden.

Bis dahin bleiben die vorgestellten Ergebnisse ein erster Baustein in einem noch unvollständigen Bild. Für Patientinnen und Patienten mit schwerem Typ-2-Asthma unterstreicht die Studie vor allem die Bedeutung einer konsequenten Entzündungskontrolle – nicht nur mit Blick auf die Atemwege, sondern möglicherweise auch auf Prozesse im Gehirn.

Weitere Forschung soll klären, wie belastbar der beobachtete Zusammenhang ist und welche praktischen Konsequenzen sich daraus für die Behandlung ableiten lassen.

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