Atemwegsinfektionen, Bakterienlysat

Atemwegsinfektionen: Bakterienlysat senkt Rate um 41 Prozent

17.06.2026 - 16:03:07 | boerse-global.de

Dampfinhalation hilft vor allem bei Kälte-Typ-Erkältungen. Hitzeerkältungen können sich durch die Wärme verschlechtern. Risikogruppen sollten vorsichtig sein.

Sommererkältung: Dampfinhalation mit Kräutern richtig anwenden
Atemwegsinfektionen - Eine Nahaufnahme einer dampfenden Schale mit frischen grünen Kräutern wie Zitronengras und Minze, sanfter Dampf steigt auf. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch gerade im Sommer kommt es auf die richtige Anwendung an.

Kälte- oder Hitzeerkältung? Der entscheidende Unterschied

Die Wirksamkeit hängt maßgeblich vom Erkältungstyp ab. Experten der Medizinischen Universität Hanoi wiesen Mitte Juni darauf hin: Inhalationen helfen vor allem bei Erkältungen des sogenannten Kälte-Typs. Diese entstehen im Sommer häufig durch plötzliche Kälteeinwirkung – etwa in stark klimatisierten Räumen oder nach Regengüssen. Typische Symptome: Niesen, Schnupfen und Kopfschmerzen.

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Anders sieht es bei einer Hitzeerkältung aus. Hier sind hohes Fieber, starke Halsschmerzen oder Hitzschlagsymptome kennzeichnend. In diesen Fällen kann die zusätzliche Wärmezufuhr durch den Dampf den Zustand verschlechtern. Fachleute empfehlen eine maximale Dauer von 10 bis 15 Minuten und raten, vor der Sitzung warmes Wasser zu trinken.

Wer besser die Finger davon lässt

Trotz der pflanzlichen Basis ist die Dampfinhalation nicht für alle geeignet. Zu den Risikogruppen zählen Kleinkinder, Schwangere und gebrechliche ältere Menschen. Auch bei schweren Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen sowie chronisch niedrigem Blutdruck wird davon abgeraten. Da die Inhalation den Kreislauf belastet, ist bei sommerlicher Hitze besondere Vorsicht geboten – Dehydrierung droht.

Interessanter Nebenaspekt: Pfefferminze wird in der Landwirtschaft sogar zur Kühlung von Nutztieren eingesetzt. Der Menthol-Effekt in Aufgüssen soll etwa Hühnern an heißen Tagen Erleichterung verschaffen.

Neue Forschung: Bakterienlysat senkt Infektionsrate

Parallel zu traditionellen Methoden liefert die klinische Forschung neue Erkenntnisse. Das Unternehmen OM Pharma präsentierte auf einem Fachkongress Mitte Juni Ergebnisse der REACH-Studie zum Bakterienlysat OM-85. Die Untersuchung mit über 15.000 Patienten zeigte: Die Rate von Atemwegsinfektionen sank über 12 bis 24 Monate um bis zu 41 Prozent – unabhängig von Vorerkrankungen wie Asthma oder COPD.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) empfahl zudem eine Aktualisierung der Disease-Management-Programme für Asthma bronchiale. Im Fokus stehen neben Medikamenten auch Schulungen zum Selbstmanagement und körperliche Aktivität.

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Vorsicht bei Hitze: So bleiben Medikamente wirksam

Hohe Temperaturen setzen sowohl pflanzlichen als auch chemischen Arzneimitteln zu. Der Branchenverband Pharma Deutschland und die PHAGO warnten Mitte Juni vor den Folgen unsachgemäßer Lagerung. Kühlpflichtige Präparate wie Insuline oder bestimmte Asthmasprays verlieren bei Temperaturen über 25 Grad schnell an Wirkung – oft ohne äußerlich erkennbare Anzeichen. Im Auto können über 60 Grad die Wirkstoffe innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar machen.

Auch bei getrockneten Kräutern spielt die Qualität eine Rolle. Der Fachverband der Gewürzindustrie wies Kritik an Rückstandsmengen in Kräutermischungen zurück. Wissenschaftliche Gutachten bestätigen: Die Produkte halten die gesetzlichen Höchstmengen ein. Eine Gefährdung durch den Verzehr üblicher Mengen liegt nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung nicht vor.

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