Atlas-Hand: Boston Dynamics stellt Greifer mit 13 Freiheitsgraden vor
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Boston Dynamics hat am 1. Oktober 2026 eine neu entwickelte vierfingrige Hand für seinen humanoiden Roboter Atlas vorgestellt. Der Greifer verfügt über 13 Freiheitsgrade, während das Vorgängermodell lediglich sieben bot. Die Konstruktion soll die Fähigkeiten der Maschine bei industriellen Aufgaben erweitern und setzt auf einen Direktantrieb mit Aktuatoren in den Gelenken statt auf anfälligere Sehnen- oder Kabelsysteme.
Konstruktion mit Fokus auf Fertigung und Robustheit
Die technische Aufteilung der 13 Freiheitsgrade umfasst vier Freiheitsgrade für den Daumen sowie jeweils drei für die übrigen drei Finger. Auf einen kleinen Finger verzichtete das Entwicklerteam bewusst, da die dadurch entstehende zusätzliche Komplexität laut Dylan Thrush keinen entsprechenden Mehrwert böte. Im Entwicklungsprozess ließ Zachary Jackowski die Finger zeitweise zusammenkleben, um die Funktionalität gezielt zu testen.
Alberto Rodriguez, Director of Robot Behavior bei Boston Dynamics, bezeichnete die Entwicklung von Roboterhänden als kompromisslose Gratwanderung. Viele aktuelle Entwürfe auf dem Markt opferten Zuverlässigkeit und industrielle Fertigbarkeit.
Boston Dynamics setzt daher auf robuste Direktantriebe sowie dichte Drucksensoren an den Fingerspitzen und auf den Handflächen. Genaue Angaben zur Sensoranzahl oder zur Auflösung nannte das Unternehmen bisher nicht.
Die Hand ist dafür ausgelegt, Werkzeuge wie Bohrer, Schleifer und Schweißbrenner sicher zu führen, Objekte innerhalb des Griffs neu auszurichten und sogenannte Pinch-Griffe auszuführen.
Da die Finger auch gespreizt werden können, soll künftiges Training über Reinforcement Learning übermenschliche Bewegungsmuster ermöglichen. Das Training erfolgt unter anderem in Simulationen mit randomisierten Drehmomenten, Reibungswerten und variierenden Objektformen.
Industrielle Skalierung und Personelle Weichenstellung
Boston Dynamics gab bislang weder ein konkretes Auslieferungsdatum noch Werte zur maximalen Nutzlast pro Hand oder zur Erfolgsquote bei einzelnen Aufgaben bekannt. Einige der gezeigten Demonstrationsvideos wurden von Branchenbeobachtern als teleoperiert eingeordnet. Langfristig strebt das Unternehmen jedoch an, jährlich 100.000 Einheiten dieser Hände zu produzieren.
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Die Weiterentwicklung der Hardware fällt in eine Phase organisatorischer Veränderungen: Rohit Prasad wurde zum neuen CEO ernannt, wie aus Berichten vom 7. Oktober 2026 hervorgeht. Die Ernennung des früheren Amazon-Managers und KI-Forschers begründete Hyundai-Vize Jaehoon Chang mit dessen Erfahrung bei der Skalierung von Technologien.
Hyundai hatte im Juli 2026 die verbliebenen Anteile von SoftBank für eine Unternehmensbewertung von rund 3,3 Milliarden US-Dollar übernommen und ist seitdem Alleineigentümer von Boston Dynamics.
Einsatzpläne in der Automobilproduktion
Der humanoide Atlas-Roboter selbst wiegt 89 Kilogramm bei einer Größe von 1,5 Metern, verfügt über 56 Freiheitsgrade an 28 Gelenken und kann bis zu 50 Kilogramm heben. Das System ist für Einsatztemperaturen von minus 20 bis plus 40 Grad Celsius ausgelegt.
Der technologische Umbruch in der Industrie wird 2026 maßgeblich durch den Einsatz von KI und Robotik vorangetrieben. Erfahren Sie in diesem Fachreport, welche Namen hinter dieser industriellen Revolution stecken und wie sie herkömmliche Abläufe verändern. Welche Firmen treiben die industrielle Revolution 2026 wirklich voran?
Hyundai bereitet den industriellen Einsatz bereits vor. Seit Juni 2026 lief der Pilotbetrieb im neu errichteten Robotics Metaplant Application Center im US-Bundesstaat Georgia, das am 21. September 2026 offiziell eröffnete. Dort wird Atlas für Teilelogistik und Materialhandling vorbereitet.
Ab 2028 plant Hyundai den Einsatz von 25.000 Einheiten in Werken von Hyundai und Kia, zunächst für Schweißarbeiten und Logistikaufgaben. Ab 2030 soll der humanoide Roboter auch repetitive Tätigkeiten in der Komponentenmontage übernehmen.
