Atopische Dermatitis: Nemolizumab-Daten zeigen Hautbesserung ĂŒber drei Jahre
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von chronisch-entzĂŒndlichen Hauterkrankungen erfordert verlĂ€ssliche Erkenntnisse ĂŒber die Wirksamkeit und Sicherheit von Therapien ĂŒber lange ZeitrĂ€ume.
Auf dem Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) in Wien prÀsentierte das Pharmaunternehmen Galderma am 1. Oktober 2026 neue Langzeitdaten aus dem ARCADIA-Studienprogramm zu Nemluvio mit dem Wirkstoff Nemolizumab. Die Untersuchung analysiert den Einsatz des Antikörpers bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis.
Die zugrundeliegende offene VerlĂ€ngerungsstudie schlieĂt Erwachsene sowie Jugendliche ab 12 Jahren ein und ist auf eine Gesamtlaufzeit von bis zu etwa 200 Wochen angelegt. Die am 1. Oktober 2026 vorgestellten Ergebnisse bieten detaillierte Einblicke in den Behandlungsverlauf ĂŒber eine Dauer von mehr als drei Jahren.
Ergebnisse zur Hautbesserung ĂŒber einen dreijĂ€hrigen Zeitraum
In den im Rahmen der ARCADIA-VerlÀngerungsstudie beobachteten FÀllen bis Woche 152, was einer Therapiedauer von rund drei Jahren entspricht, wies Galderma deutliche Verbesserungen des Hautbildes aus. Den Unternehmensangaben zufolge erreichten bis zu 91 % der Teilnehmenden eine Verbesserung des Hautzustands um mindestens 75 Prozent gemÀà dem Eczema Area and Severity Index (EASI-75).
DarĂŒber hinaus erzielten bis zu 75 % der Patienten einen EASI-90, wĂ€hrend bis zu 67 % eine vollstĂ€ndig klare oder fast klare Haut erreichten. Die vom Unternehmen vorgelegten Werte spiegeln Höchstwerte wider, wobei genaue GruppengröĂen und detaillierte AufschlĂŒsselungen fĂŒr die einzelnen Beobachtungszeitpunkte im vorgestellten Schnitt nicht vollstĂ€ndig vorliegen.
Deutliche Linderung des Juckreizes und höhere LebensqualitÀt
Neben den sichtbaren HautlÀsionen zÀhlt der chronische Juckreiz zu den am stÀrksten belastenden Symptomen der atopischen Dermatitis. Den vorgestellten Daten zufolge verzeichneten bis zu 88 % der Behandelten eine klinisch bedeutsame Linderung des Juckreizes. Rund 73 % der Teilnehmenden galten zu diesem Beobachtungszeitpunkt als nahezu juckreizfrei.
Die dreijĂ€hrigen ARCADIA-Daten zu Nemolizumab zeigen: Bei guter Wirksamkeit lĂ€sst sich das Injektionsintervall von vier auf acht Wochen verlĂ€ngern â das reduziert den Behandlungsaufwand spĂŒrbar. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden fasst die Langzeitergebnisse zusammen und zeigt, wie Sie EASI-90-Kriterien und IntervallverlĂ€ngerung im Alltag umsetzen. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
Zudem berichteten bis zu 92 % der Patienten ĂŒber eine verbesserte dermatologische LebensqualitĂ€t. Wie Berichte ĂŒber die PrĂ€sentation hervorheben, gaben rund 90 % der Probanden an, von klinisch bedeutsamen Verbesserungen sowohl beim Juckreiz als auch bei der allgemeinen LebensqualitĂ€t profitiert zu haben.
Ein dÀnischer Dermatologe stufte die prÀsentierten Daten aus der Ferne als vielversprechend ein, hatte jedoch selbst nicht an der Vorstellung in Wien teilgenommen.
Sicherheitsaspekte, Injektionsintervalle und methodische Grenzen
Hinsichtlich des Sicherheitsprofils von Nemolizumab wurden bei der Auswertung keine neuen Sicherheitssignale identifiziert. Gleichzeitig fehlen in den veröffentlichten Angaben fĂŒr diesen spezifischen Datenschnitt genaue Zahlen zu Nebenwirkungen sowie zu therapiebedingten AbbrĂŒchen. Zudem liegt fĂŒr diesen spĂ€ten Zeitpunkt der Untersuchung kein Vergleich mit einer Placebogruppe vor, da es sich um eine offene VerlĂ€ngerungsstudie handelt.
Chronischer Juckreiz ist fĂŒr viele Patienten mit atopischer Dermatitis die gröĂte Belastung â und oft der Grund, warum sie die Langzeittherapie infrage stellen. Die neuen Dreijahresdaten zeigen: Bis zu 88 % erreichten eine klinisch bedeutsame Juckreizlinderung, 73 % waren nahezu juckreizfrei. Unser Leitfaden ordnet ein, was das fĂŒr Ihre TherapiegesprĂ€che bedeutet. Leitfaden zur Juckreiz-Kontrolle sichern
Die neuen Auswertungen Ă€ndern die bestehende EU-Zulassung des PrĂ€parats nicht. Sie stĂŒtzen jedoch das therapeutische Vorgehen in der Praxis: Bei guter Wirksamkeit kann das regulĂ€re Injektionsintervall des Medikaments von zunĂ€chst vier auf acht Wochen verlĂ€ngert werden, was den Behandlungsaufwand fĂŒr Patienten im Langzeitverlauf maĂgeblich reduzieren kann.
