ATTR-Kardiomyopathie: Wainua verfehlt primÀres Ziel in Phase-3-Studie
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 15:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Medikament konnte bei Patienten mit Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie (ATTR-CM) keine statistisch signifikante Reduktion kardiovaskulÀrer TodesfÀlle oder wiederkehrender Herzereignisse nachweisen. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeichnen ein differenziertes Bild.
Studiendesign und Ergebnisse
Ăber 140 Wochen untersuchten die Forscher 1.432 Probanden mit ATTR-CM. Die HĂ€lfte erhielt Wainua zusĂ€tzlich zur Standardtherapie, die andere HĂ€lfte ein Placebo. Der primĂ€re Endpunkt: weniger TodesfĂ€lle und Herzereignisse.
Doch der Nachweis gelang nicht. Ein Grund könnte die hohe Rate an Begleitmedikationen sein: Rund 57 Prozent der Patienten nahmen bereits zu Studienbeginn einen Stabilisator wie Vyndamax. Im Verlauf stieg dieser Anteil auf 81 Prozent. Die breite Nutzung von Standardtherapien erschwerte den Nachweis eines zusÀtzlichen Nutzens durch Wainua.
Interessant: Erste Analysen einer Subgruppe, die Wainua als Monotherapie erhielt, deuteten auf eine nominell geringere Rate kardiovaskulÀrer Ereignisse hin. Die vollstÀndige Auswertung soll im August auf dem ESC-Kongress vorgestellt werden.
Milliarden-Markt in Gefahr
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Die enttĂ€uschenden Daten schlugen voll auf die Aktienkurse der Vermarkter durch. Astrazeneca verlor zeitweise bis zu 13 Prozent an der Londoner Börse â das entspricht einem Wertverlust von rund 23,3 Milliarden Britischen Pfund. Es war der stĂ€rkste TagesrĂŒckgang seit neun Jahren. Auch Partner Ionis verzeichnete zweistellige Kursverluste.
Die Umsatzprognosen fĂŒr Wainua bei ATTR-CM sind damit weitgehend Makulatur. Analysten von Jefferies hatten zuvor ein Potenzial von bis zu 5 Milliarden US-Dollar gesehen. JPMorgan-Experte Vosser strich die Erwartung eines jĂ€hrlichen Spitzenumsatzes von 3,3 Milliarden US-Dollar zusammen. Der Weg zur erfolgreichen Monetarisierung in diesem Segment wird nun als deutlich herausfordernder eingestuft.
Wettbewerber profitieren
WĂ€hrend Astrazeneca und Ionis Federn lassen mussten, konnten Konkurrenten krĂ€ftig zulegen. Alnylam und BridgeBio verzeichneten Kursgewinne zwischen 11 und 16 Prozent. Die Marktdynamik im Bereich der ATTR-Therapien hat sich spĂŒrbar verschoben.
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Trotz des verfehlten PrimĂ€rziels bleibt Wainua ein wichtiger Portfoliobestandteil. Das Medikament ist in ĂŒber 20 LĂ€ndern fĂŒr die Behandlung der Polyneuropathie zugelassen. Die Studie bestĂ€tigte zudem eine gute VertrĂ€glichkeit â neue Sicherheitssignale traten nicht auf.
Die medizinische Fachwelt wartet nun auf die detaillierte Datenanalyse im August. Sie könnte zeigen, ob bestimmte Patientengruppen dennoch von einer Therapie mit dem Antisense-Oligonukleotid profitieren.
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