Augenlicht, Gefahr

Augenlicht in Gefahr: Rauchen verursacht 20% aller Neuerblindungen

01.06.2026 - 18:48:44 | boerse-global.de

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft warnt vor Rauchen als Hauptrisikofaktor fĂĽr AMD. Behandlungen stiegen um 43 Prozent.

Augenlicht in Gefahr: Rauchen verursacht 20% aller Neuerblindungen - Bild: ĂĽber boerse-global.de
Augenlicht in Gefahr: Rauchen verursacht 20% aller Neuerblindungen - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) schlägt Alarm: Bis zu 20 Prozent aller Neuerblindungen bei Menschen über 50 sind auf das Rauchen zurückzuführen. Die alarmierenden Daten wurden Ende Mai 2026 veröffentlicht – pünktlich zum Weltnichtrauchertag.

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Warum Raucher ihr Augenlicht riskieren

Mediziner beobachten einen direkten Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) – der häufigsten Ursache für Sehverlust im Alter. Raucher erkranken zwei- bis dreimal häufiger an AMD als Nichtraucher. Besonders dramatisch: Die gefährliche „feuchte" Form der AMD tritt bei Tabakkonsumenten sogar viermal häufiger auf.

Die Symptome zeigen sich bei Rauchern im Schnitt zehn Jahre früher als bei Nichtrauchern. Doch es gibt Hoffnung: Wer aufhört, kann das Fortschreiten der Erkrankung bremsen – unabhängig vom Alter.

Behandlungszahlen explodieren – 43 Prozent mehr Fälle in zehn Jahren

Die Augengesundheit rückt in den Fokus, während die Gesamtzahlen rauchbedingter Erkrankungen in Deutschland steigen. Die KKH-Krankenkasse verzeichnete 2024 rund 6,2 Millionen Behandlungen wegen tabakbedingter Leiden – das sind 74 von 1.000 Einwohnern. Ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber 2014.

Besonders betroffen: Berlin und Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt wurden 2024 rund 195.400 Behandlungen dokumentiert – ein Plus von 87 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts.

Die Folgen sind tödlich: 2023 starben rund 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Eine Studie mit 229.000 Teilnehmern zeigt zudem: Wer die erste Zigarette innerhalb von fünf Minuten nach dem Aufwachen raucht, hat ein doppelt so hohes Risiko für Herzversagen.

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Jugendliche greifen wieder häufiger zur Zigarette

Erfreulich: Bei den 18- bis 25-Jährigen sank die Raucherquote von 29,8 Prozent (2021) auf 26,3 Prozent (2025). Doch bei den 12- bis 17-Jährigen steigt sie wieder – von 6,1 auf 9,6 Prozent. Haupttreiber sind E-Zigaretten und Vapes, so die Drogenaffinitätsstudie des BIÖG von 2025.

Was die Politik tut – neue Gesetze und Angebote

Die Bundesregierung und die Länder reagieren mit mehreren Maßnahmen:

  • Baden-WĂĽrttemberg weitet ab Juni 2026 den Nichtraucherschutz aus: Rauchverbote – inklusive E-Zigaretten und Shishas – gelten nun auf Spielplätzen, Bushaltestellen, in Freibädern, Zoos und Freizeitparks.
  • Seit dem 1. April 2026 haben starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren Anspruch auf kostenlose Lungenkrebs-FrĂĽherkennung per Niedrigdosis-CT.
  • Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi und der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck fordern weitere Schritte: Aroma-Verbot in E-Zigaretten, höhere Tabaksteuern und neutrale Verpackungen.

Der Ausweg: Professionelle Hilfe verdoppelt die Erfolgschancen

Die Barmer-Krankenkasse weist auf einen entscheidenden Faktor hin: Nur fĂĽnf Prozent der Raucher schaffen den Ausstieg ohne Hilfe. Mit professioneller UnterstĂĽtzung steigt die Erfolgsquote auf 40 bis 50 Prozent. Die gesundheitlichen Vorteile sind enorm: Bereits nach einem Jahr Abstinenz sinkt das Risiko fĂĽr koronare Herzkrankheiten drastisch, nach 15 Jahren halbiert sich das Lungenkrebsrisiko.

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