AugenprÀparate, Beta-Carotin

AugenprĂ€parate: Beta-Carotin birgt fĂŒr Raucher ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien zeigen Nutzen und Grenzen einzelner NÀhrstoffe; ausgewogene ErnÀhrung und Àrztliche Kontrollen bleiben wichtig.
Nahaufnahme einer menschlichen Netzhaut mit Fokus auf zellulÀre Strukturen und Lichtreflexionen. Illustration mit AI erstellt.

FachbeitrĂ€ge und Produktinformationen rĂŒcken die prĂ€ventive Wirkung von Carotinoiden wie Lutein und Zeaxanthin sowie spezifischen Vitaminen auf altersbedingte Augenerkrankungen verstĂ€rkt in den Mittelpunkt.

Vor allem das Fortschreiten von Leiden wie Katarakt (Grauer Star), Glaukom (GrĂŒner Star) und der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) steht im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Dabei differenzieren klinische Untersuchungen und Fachkreise deutlich zwischen belegtem Nutzen, potenziellen Risiken und den Grenzen einer Supplementierung.

MikronÀhrstoffe und zellulÀre Mechanismen im Auge

Nach Angaben der AugenĂ€rztin Elina Loban von der Pirogow-UniversitĂ€t sind Substanzen wie Lutein, Zeaxanthin, Omega-3-FettsĂ€uren sowie die Vitamine A, C und E fĂŒr den Netzhautstoffwechsel und die KrankheitsprĂ€vention von zentraler Bedeutung.

Die zugrunde liegenden SchÀdigungsprozesse unterscheiden sich dabei je nach Krankheitsbild: Beim Katarakt kommt es zu einer Denaturierung und Aggregation von Kristallin-Proteinen innerhalb der Linsenfasern, wÀhrend beim Glaukom das Absterben von retinalen Ganglienzellen im Vordergrund steht.

Bei Netzhautpathologien wie der AMD oder der diabetischen Retinopathie degradieren vor allem die Fotorezeptoren, begleitet von Störungen im retinalen Pigmentepithel.

Ein Fachreview, das 89 Fachartikel und 51 registrierte klinische Studien zu beschleunigten Alterungsprozessen des Auges auswertete, beleuchtete verschiedene therapeutische AnsÀtze.

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WĂ€hrend die etablierte AREDS-Formel aus Antioxidantien und Zink das Fortschreiten von einer intermediĂ€ren zu einer fortgeschrittenen AMD um rund 25 Prozent verlangsamt, ergĂ€nzte die Nachfolgerezeptur AREDS2 Lutein und Zeaxanthin, strich jedoch Beta-Carotin. Ein Grund dafĂŒr war das bei Rauchern und ehemaligen Rauchern beobachtete erhöhte Lungenkrebsrisiko durch Beta-Carotin.

Bei bereits manifester geografischer Atrophie im Rahmen einer AMD fand eine am Cole Eye Institute der Cleveland Clinic durchgefĂŒhrte Untersuchung an zwei gematchten Kohorten von jeweils 89 Augen keinen signifikanten Unterschied beim einjĂ€hrigen LĂ€sionswachstum unter dokumentierter AREDS-Einnahme.

Glaukomforschung und GefĂ€ĂŸgesundheit

Im Bereich des Glaukoms untersuchen Forscher metabolische AnsĂ€tze. Das erwĂ€hnte Review verweist auf tierexperimentelle Daten im DBA/2J-Mausmodell, in denen Nicotinamid (NAM) bei niedriger Dosierung 70 Prozent und bei höherer Dosierung 93 Prozent der Augen schĂŒtzte.

In einer Phase-2-Studie bei Offenwinkelglaukom fĂŒhrte eine Kombination aus NAM (1.000 bis 3.000 Milligramm tĂ€glich) und Pyruvat nach rund zwei Monaten zu einer Verbesserung des Gesichtsfelds. Bei Dosierungen ab 3 Gramm Nicotinamid traten jedoch vereinzelt LeberschĂ€den auf; eine Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA liegt fĂŒr diese Indikation nicht vor.

Hinsichtlich der FettsĂ€uren ergab eine Auswertung in der Fachzeitschrift Translational Vision Science & Technology an 14.168 Personen mit trockenem Auge, dass mindestens zwei Verordnungen von Omega-3 ĂŒber einen Zwölfmonatszeitraum mit einem etwa halbierten Glaukomrisiko sowie einem um 43 Prozent geringeren Risiko fĂŒr okulĂ€re Hypertension assoziiert waren.

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Dagegen zeigte die Zugabe von Omega-3 in der AREDS2-Studie (350 mg DHA und 650 mg EPA tÀglich) keinen messbaren Zusatznutzen gegen das Fortschreiten einer bestehenden AMD.

ErnÀhrung als Basis vor Supplementen

ErnĂ€hrungswissenschaftliche Übersichten und FachbeitrĂ€ge betonen ĂŒbereinstimmend, dass NahrungsergĂ€nzungsmittel eine ausgewogene ErnĂ€hrung und augenĂ€rztliche Kontrollen nicht ersetzen können.

Eine hohe AdhĂ€renz zur MittelmeerdiĂ€t sowie der regelmĂ€ĂŸige Konsum von grĂŒnem BlattgemĂŒse und Fisch sind in Beobachtungsstudien mit einem verminderten AMD-Risiko verknĂŒpft. Lutein und Zeaxanthin finden sich natĂŒrlicherweise in Lebensmitteln wie Spinat, GrĂŒnkohl, Mais und Eigelb.

Zudem weisen Experten darauf hin, dass kein NahrungsergĂ€nzungsmittel einen bereits etablierten Katarakt auflösen oder einen chirurgischen Eingriff ĂŒberflĂŒssig machen kann.

Vor einer hochdosierten Einnahme einzelner PrĂ€parate raten Mediziner zur individuellen AbklĂ€rung, da isolierte Gaben – wie etwa von hochdosiertem Vitamin E – das Blutungsrisiko beeinflussen können. Eine gezielte Supplementierung bleibt primĂ€r diagnostizierten MangelzustĂ€nden oder definierten Zwischenstadien bestimmter Erkrankungen vorbehalten.

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