Augenvorsorge, Glaukom

Augenvorsorge ab 40: Glaukom und Makuladegeneration bleiben oft unbemerkt

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Glaukom und Makuladegeneration bleiben anfangs oft unbemerkt; umfassende Untersuchungen ermöglichen eine frĂŒhzeitige Erkennung.
Sanftes, natĂŒrliches Sonnenlicht fĂ€llt in einen ruhigen Raum und beleuchtet die OberflĂ€chenstruktur eines Holztisches. Illustration mit AI erstellt.

Zahlreiche altersbedingte Augenerkrankungen entwickeln sich ĂŒber lange Zeit hinweg unbemerkt. Fachkreise weisen darauf hin, dass schwerwiegende BeeintrĂ€chtigungen wie das Glaukom oder die altersbedingte Makuladegeneration im Anfangsstadium hĂ€ufig völlig ohne spĂŒrbare Symptome verlaufen.

Da selbst bei einer scheinbar ungetrĂŒbten SehschĂ€rfe von 1,0 bereits SchĂ€digungen vorliegen können, kommt systematischen Vorsorgeuntersuchungen eine entscheidende Bedeutung fĂŒr den Erhalt des Sehvermögens zu.

Schleichende Risiken und diagnostische Notwendigkeiten

Mit dem Erreichen des 40. Lebensjahres steigt das Risiko fĂŒr degenerative VerĂ€nderungen des Sehapparats deutlich an. Zu diesem Zeitpunkt verliert die Augenlinse allmĂ€hlich an FlexibilitĂ€t, was hĂ€ufig zu ersten Anzeichen einer Presbyopie fĂŒhrt.

Betroffene bemerken dies oft daran, dass Lesematerial weiter entfernt gehalten werden muss, die Augen rasch ermĂŒden oder ein erhöhter Beleuchtungsbedarf besteht. Eine Brille gleicht in diesen FĂ€llen jedoch lediglich den Brechungsfehler aus, wĂ€hrend eine reine PrĂŒfung der SehschĂ€rfe nur die Detailerkennung erfasst und mögliche zugrunde liegende Erkrankungen unentdeckt lĂ€sst.

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FĂŒr eine verlĂ€ssliche FrĂŒherkennung reicht ein einfacher Sehtest daher nicht aus. Erforderlich ist eine vollstĂ€ndige Untersuchung, die neben der SehschĂ€rfe auch den Augeninnendruck, die Pupillenreaktionen, Augenbewegungen, das Gesichtsfeld sowie die inneren Augenstrukturen – bei Bedarf unter Pupillenerweiterung – analysiert.

Neben der Funduskopie und der optischen KohĂ€renztomografie (OCT) ist die GesichtsfeldprĂŒfung zentral, da etwa ein Glaukom den Sehnerv oft zunĂ€chst im peripheren Sichtfeld schĂ€digt.

Zudem schließt ein normaler Augeninnendruck ein Glaukom keineswegs aus. Bei der altersbedingten Makuladegeneration, die das zentrale Sehen angreift, können verzerrt wahrgenommene gerade Linien ein erstes Warnsignal sein.

Globale Dimension und Begleitfaktoren

Die weltweiten Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verdeutlichen das Ausmaß unbehandelter Augenkrankheiten: Demnach sind 94 Millionen Menschen von Katarakt betroffen, 88,4 Millionen von unkorrigierten Refraktionsfehlern, 8 Millionen von altersbedingter Makuladegeneration, 7,7 Millionen von einem Glaukom sowie 3,9 Millionen von diabetischer Retinopathie.

Zudem leben 826 Millionen Menschen mit einer unbehandelten Presbyopie. Nach WHO-Angaben fehlt in einkommensschwachen LÀndern zwei von drei Personen, die eine Brille benötigen, der entsprechende Zugang; weltweit hat jeder Zweite keinen Zugang zu einer Kataraktoperation.

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Der jĂ€hrliche globale ProduktivitĂ€tsverlust durch SehbeeintrĂ€chtigungen liegt bei rund 411 Milliarden US-Dollar, wĂ€hrend zur Schließung der VersorgungslĂŒcke etwa 25 Milliarden US-Dollar erforderlich wĂ€ren.

Die Mehrheit der Betroffenen ist ĂŒber 50 Jahre alt. Nach EinschĂ€tzung der WHO geht eine Sehminderung im höheren Alter mit verstĂ€rkter Isolation, einem erhöhten Risiko fĂŒr StĂŒrze und KnochenbrĂŒche sowie einem frĂŒheren Verlust der SelbststĂ€ndigkeit einher.

Vorsorgeintervalle und Warnsignale im Alltag

Dr. LujĂĄn Estigarribia, Ophthalmologin am Hospital de Especialidades QuirĂșrgicas IPS Ingavi, hebt hervor, dass der Graue Star (Katarakt) die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr reversible Blindheit bei Ă€lteren Erwachsenen darstellt. Sie nennt neben der altersbedingten Makuladegeneration und dem Glaukom auch die diabetische sowie die hypertensive Retinopathie als zentrale Erkrankungen.

Estigarribia empfiehlt mindestens jĂ€hrliche Kontrollen inklusive Augeninnendruck- und StrukturprĂŒfung sowie eine strikte Überwachung von Bluthochdruck und Blutzucker.

Ärztin Luo Qin vom Shanghai Center for Eye Disease Prevention and Control weist darauf hin, dass bei Diabetes jĂ€hrliche Kontrollen erforderlich sind. Bei neu diagnostiziertem Diabetes oder Bluthochdruck ohne Augenbeteiligung sei ebenfalls ein jĂ€hrlicher Rhythmus angezeigt, wĂ€hrend bei bestehenden Augenproblemen AbstĂ€nde von drei, sechs oder zwölf Monaten eingehalten werden sollten.

Experten raten bei akuten Symptomen zu sofortigem Handeln: Das plötzliche Auftreten zahlreicher TrĂŒbungen (Floaters), Lichtblitze oder eines schattenartigen Vorhangs im Gesichtsfeld deutet auf Netzhautprobleme hin. Plötzlicher Sehverlust und starke Schmerzen gelten als NotfĂ€lle. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener ErnĂ€hrung, Rauchverzicht und UV-Schutz unterstĂŒtzt die Augengesundheit zusĂ€tzlich.

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