Auswendiglernen: Bildungsforscher Reichenbach sieht darin die Basis fĂŒr KreativitĂ€t
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Debatte ĂŒber moderne PĂ€dagogik und zeitgemĂ€Ăe Lehrmethoden rĂŒckt die Bedeutung klassischer Lernformen wieder in den Fokus. Laut einem Bericht der Online-Ausgabe der Zeitung Die Presse vom 30. September 2026 plĂ€diert der Bildungsforscher Roland Reichenbach in einem Interview ausdrĂŒcklich fĂŒr das traditionelle Auswendiglernen von Basiskompetenzen. Demnach bilden solide Grundkenntnisse die wesentliche Basis fĂŒr weiterfĂŒhrende Denkprozesse.
Wissensbasis als Voraussetzung fĂŒr kreative Denkprozesse
Reichenbach spricht sich dafĂŒr aus, elementare Grundlagen wie das Einmaleins, Rechtschreibung und Vokabeln fest im GedĂ€chtnis zu verankern. Aus seiner Sicht stellt das EinĂŒben dieser WissensbestĂ€nde kein veraltetes didaktisches Relikt dar.
Vielmehr sei fundiertes Wissen die zwingende Voraussetzung fĂŒr KreativitĂ€t. Das Memorieren von Grundregeln und Fakten schrĂ€nke kreative FĂ€higkeiten keineswegs ein, sondern schaffe erst das Fundament, auf dem eigenstĂ€ndige Ideen und schöpferische Leistungen ĂŒberhaupt entstehen können. Ohne verinnerlichtes Wissen fehle den Lernenden das RĂŒstzeug fĂŒr eigenstĂ€ndiges Denken.
Grenzen und Risiken offener Unterrichtskonzepte
Kritisch Ă€uĂert sich der Bildungsforscher zu Konzepten, die vorrangig auf offene und selbstbestimmte Unterrichtsformen setzen. Nach Reichenbachs EinschĂ€tzung besteht bei solchen Methoden die Gefahr, dass sie bestimmte Gruppen von Lernenden ĂŒberfordern.
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Insbesondere fĂŒr Leistungsschwache, wenig Motivierte sowie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mit geringen Deutschkenntnissen seien offene Unterrichtsformate problematisch. Diese Lernenden benötigten stattdessen eine engere pĂ€dagogische FĂŒhrung, kontinuierliche Kontrolle sowie gezieltes Feedback. Ebenso sei ein hohes MaĂ an Ermutigung erforderlich, um schulische RĂŒckstĂ€nde zu verhindern und den Bildungserfolg abzusichern.
Gefahren durch KI und die Rolle der LehrkrÀfte
Neben den Unterrichtsformaten thematisiert Reichenbach auch den Einfluss neuer Technologien. Der Bildungsforscher warnt vor einer Nutzung kĂŒnstlicher Intelligenz, die zulasten der grundlegenden LiteralitĂ€t geht. Das Erlernen und Beherrschen grundlegender Lese- und SchreibfĂ€higkeiten dĂŒrfe nicht durch automatisierte Hilfsmittel verdrĂ€ngt oder geschwĂ€cht werden.
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Zudem hebt Reichenbach den menschlichen Faktor im Bildungsbereich hervor. FĂŒr einen funktionierenden Unterricht und eine gelungene Wissensvermittlung sei die Haltung der Lehrenden von elementarer Bedeutung: Er halte insbesondere die Freude sowie die Zuversicht der LehrkrĂ€fte fĂŒr wichtige Voraussetzungen eines erfolgreichen Bildungsprozesses.
