Autonome Fahrzeuge: NHTSA setzt Waymo Ultimatum bis Ende Juli
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 23:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach einer Reihe von Vorfällen, bei denen Robotaxis Feuerwehr und Rettungsdienste behinderten, müssen die Unternehmen bis Ende Juli 2026 Korrekturmaßnahmen vorlegen.
NHTSA-Direktor Jonathan Morrison sprach von einer „funktionalen Unzulänglichkeit“ der Systeme. Besonders im Fokus: die Fahrzeugflotte von Waymo, dem Pionier des autonomen Fahrens.
Feuerwehr und Rettungskräfte blockiert
Die Bundesbehörde reagiert auf mehrere dokumentierte Vorfälle. Im März 2026 blockierten Waymo-Fahrzeuge in Austin den Einsatz des Rettungsdienstes während eines Amoklaufs mit mehreren Verletzten. Am 4. Juli sorgten Dutzende Waymo-Autos in San Francisco für ein Verkehrschaos in der Nähe von Feuerwerksveranstaltungen. Einige Fahrzeuge fuhren in abgesperrte Bereiche, andere mussten abgeschleppt werden, nachdem ihre Batterien leer waren.
Besonders brisant: Am 20. April 2026 steuerte ein Waymo-Fahrzeug in San Antonio direkt in ein überschwemmtes Gebiet. Der Dienst in der Stadt ist seither eingestellt. Die NHTSA verweist zudem auf einen Stromausfall in San Francisco im Dezember 2025, der Fragen zur Krisenfestigkeit der Fahrzeuge aufwarf.
Wenn Passagiere einfach schlafen
Waymo betreibt inzwischen rund 4.000 Fahrzeuge in zehn Städten und liefert wöchentlich 500.000 bezahlte Fahrten aus. Doch der Verzicht auf menschliche Fahrer schafft neue Probleme. In Austin registrierten Rettungskräfte in den ersten neun Monaten 99 sogenannte „Schläfer“-Notrufe – Fahrgäste, die in den Fahrzeugen bewusstlos wirkten.
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Die Realität: Nur drei Prozent dieser Einsätze führten zu Krankenhauseinweisungen. Die meisten Passagiere schliefen tatsächlich nur. Doch die Überwachungssysteme von Waymo können nicht erkennen, ob ein Fahrgast atmet. Jeder Verdachtsfall führt zu einem Polizei- oder Rettungseinsatz. In San Francisco gab es 2025 rund 250 solcher Vorfälle.
Mindestens zwei Geburten fanden bereits in Waymo-Fahrzeugen statt – eine in San Francisco im Dezember 2025, eine weitere in Phoenix.
Sauberkeit als Dauerproblem
Die Hygiene wird zum logistischen Albtraum. Fahrgäste hinterlassen regelmäßig Müll, verschüttete Getränke oder sogar biologische Hinterlassenschaften. Waymo verlangt Reinigungsgebühren zwischen 50 und 100 Euro. Zum Vergleich: Tesla berechnet bei ähnlichen Vorfällen zwischen 50 und 150 Euro.
Überwachung und Polizeikooperation
Waymo hat jüngst gezeigt, wie weit die Überwachung geht. Das Unternehmen meldete zwei 15-jährige Fahrgäste der Polizei, die in einem Fahrzeug Alkohol tranken und mit einer Gel-Kugelpistole aus dem Fenster schossen. Waymo lenkte das Auto auf einen Parkplatz, wo die Polizei eine bewaffnete Kontrolle durchführte.
Gesichtserkennung setzt Waymo nicht ein, doch das Unternehmen darf Live-Video- und Audioaufnahmen an die Polizei weitergeben. Rechtsexperten diskutieren bereits, ob private Roboter-Taxis so zu einem Teil der öffentlichen Überwachung werden – und ob Städte die Einsätze indirekt subventionieren.
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Geschäftliche Neuausrichtung
Der steigende Druck kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 29. Juni 2026 beendeten Waymo und Uber ihre Partnerschaft in Phoenix. Damit verliert Waymo den Zugang zu einer Plattform, die 2025 rund 13,5 Milliarden Fahrten vermittelte.
Die Stadt San Francisco bereitet eine Untersuchung des Chaos vom 4. Juli vor. Waymo zeigt sich lernwillig: Manche Straßensperrungen seien nicht rechtzeitig an die Navigationssysteme übermittelt worden. Das Unternehmen hat inzwischen Mitarbeiter in Einsatzzentralen stationiert, um künftige Behinderungen zu vermeiden.
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