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Autonome Logistik: Lidl startet ersten fahrerlosen Lkw in Deutschland

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Einride und Lidl setzen erstmals einen autonomen Lastwagen auf öffentlichen Straßen ein, während weitere Logistikprojekte mit Robotik vorbereitet werden.

Einride und Lidl starten fahrerlosen Lkw im deutschen Regelbetrieb
Weitläufiges, modernes Logistikzentrum mit hohen Regalsystemen und poliertem Industrieboden bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Automatisierung der europäischen Logistikketten erreicht einen neuen Meilenstein. In Hessen haben der Technologieanbieter Einride und der Lebensmitteleinzelhändler Lidl, ein Unternehmen der Schwarz Gruppe, den ersten fahrerlosen Lastkraftwagen im regulären Betrieb auf öffentlichen Straßen in Deutschland in Dienst gestellt.

Wie aus Berichten vom 15.09.2026 hervorgeht, operiert das Fahrzeug auf SAE-Level 4, was einen Betrieb ohne Fahrer oder Sicherheitsoperator an Bord ermöglicht.

Erstmalige Genehmigung für autonomen Warenverkehr

Der Einsatz erfolgt auf Grundlage einer erstmaligen Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die gewählte Route verbindet ein Logistikzentrum von Lidl mit einer Filiale in Edermünde. Das eingesetzte Fahrzeug verfügt über eine Kapazität von 15 Euro-Paletten und soll bis zu drei Fahrten täglich absolvieren.

Der Pilotbetrieb ist laut Berichten von logisticsmanager.com zunächst auf einen Zeitraum von vier Monaten angelegt. Langfristig planen die Partner den Ausbau des Systems zu einem sogenannten Multi-Stop-Milkrun, bei dem mehrere Stationen automatisiert angefahren werden.

Dieser Schritt reiht sich in eine Serie großflächiger Investitionen in die automatisierte Infrastruktur ein. Parallel dazu hat das dänische Einzelhandelsunternehmen Søstrene Grene Mitte September 2026 bekannt gegeben, rund 380 Mio. DKK in die Automatisierung seiner Logistikstandorte in Dänemark und den Niederlanden zu investieren.

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Neben der Einführung von SAP-Systemen zielt das Unternehmen darauf ab, durch die Technik die Abhängigkeit von Saisonkräften zu verringern und CO?-Emissionen zu senken, während das Filialnetz in den kommenden Jahren auf 500 Standorte anwachsen soll.

Massive Kapazitätserweiterungen durch Robotik-Zentren

Nicht nur im Straßentransport, sondern auch in der Lagerhaltung investieren Unternehmen verstärkt in hochgradig automatisierte Lösungen. Skechers und der Technologiepartner KNAPP haben den Bau eines neuen europäischen Verteilzentrums im belgischen Lüttich angekündigt.

Auf einer Fläche von 230.000 m² soll ein Evo-Shuttle-System mit über 3 Mio. Lagerplätzen entstehen. Das Projekt ist auf einen Betriebsstart Ende 2028 ausgelegt und soll bis Mitte 2030 vollständig fertiggestellt sein. Ziel ist ein monatlicher Durchsatz von bis zu 10 Mio. Paar Schuhen.

Ähnliche Projekte werden in Südeuropa realisiert. Kave Home plant zusammen mit TGW Logistics ein automatisiertes Zentrum in der Nähe von Barcelona, das Ende 2028 in Betrieb gehen soll. Die Anlage ist für Kapazitäten von bis zu 21.000 Paketen pro Tag und 93.000 Palettenplätze konzipiert, was mehr als eine Verdopplung der bisherigen Lagerkapazität des Unternehmens bedeutet.

Im Bereich des E-Commerce-Fulfillment meldete Hai Robotics zudem den weltweit größten Einsatz von Regal-Kletterrobotern für einen führenden europäischen Modehändler. Über 1.500 Einheiten des Typs HaiPick-Climb werden dort auf 30.000 m² Fläche eingesetzt, um einen Durchsatz von mehr als 24.000 Behältern pro Stunde zu bewältigen.

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Spezialisierte Automatisierung und urbane Konzepte

Auch in Nischen- und Industriebereichen nimmt die Dynamik zu. Schütz startete Mitte September 2026 den Bau eines 40-Mio.-Euro-Produktions- und Logistikzentrums für IBC-Container direkt am BASF-Standort in Ludwigshafen.

Durch die räumliche Nähe sollen jährlich rund 1,5 Mio. Lkw-Kilometer eingespart werden. Im pharmazeutischen Sektor wurde zudem bereits Mitte August das Richtfest für ein 20 Mio. Euro teures Zentrum von AS Recipe Plus in Riga begangen, wovon über 6 Mio. Euro explizit in Robotik floss.

Zukünftige Logistikkonzepte setzen verstärkt auf die Verzahnung von autonomen Lkw und Drohnen. Während Pony.ai neue Robotruck-Modelle für den europäischen Markt präsentierte, kündigten Matternet und AVI-SPL eine Partnerschaft für Drohnenlieferungen in Innenstädten an.

Ziel ist die schnelle Zustellung von Ersatzteilen an Techniker in Ballungsräumen mittels der M2-Drohne, die eine Nutzlast von etwa 2 kg bei einer Reichweite von 20 km transportieren kann. Damit soll die Effizienz in der Supply-Chain weiter gesteigert werden, nachdem Matternet seit 2014 bereits über 60.000 kommerzielle Flüge verzeichnet hat.

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