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Autonomes Fahren: NHTSA fordert Lösungen bis 31. Juli

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 22:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

NHTSA verlangt bis Juli konkrete Maßnahmen gegen Behinderungen von Rettungskräften durch Roboterfahrzeuge.

US-Behörde setzt Entwicklern autonomer Autos strenge Frist
Autonomes Robotaxi auf einer Stadtstraße in der Dämmerung, symbolisiert regulatorische Aufsicht und Wandel in Branchenpartnerschaften. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am heutigen Sonntag erließ die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eine formelle Anweisung an alle Entwickler: Sie müssen bis Ende Juli konkrete Lösungen vorlegen, damit ihre fahrerlosen Autos nicht länger in Notfalleinsätze eingreifen.

NHTSA fordert schnelle Lösungen für Rettungsgassen

NHTSA-Direktor Jonathan Morrison stellte klar: Autonome Fahrzeuge dürfen Einsatzkräfte nicht behindern. Die Behörde gab den Unternehmen bis zum 31. Juli 2026 Zeit, um Maßnahmen zu präsentieren. Hintergrund sind Berichte aus Dallas County, wo Roboterautos Unfallstellen blockierten, sowie Vorfälle in Los Angeles, bei denen Fahrzeuge in aktive Polizeieinsätze gerieten.

Parallel dazu prüft die NHTSA eine grundlegende Änderung der Fahrzeugzulassung. Seit dem 10. Juli steht die Streichung der Pflicht für Lenkräder in vollautonomen Fahrzeugen im Raum. Bereits im Juni fiel die Vorgabe für physische Bremspedale. Für Unternehmen wie Tesla oder Zoox, die Fahrzeuge ohne klassische Bedienelemente entwickeln, wäre das ein Meilenstein – allerdings fehlt diesen Modellen bislang die kommerzielle Zulassung.

Uber und Waymo beenden Phoenix-Kooperation

Ein weiterer Paukenschlag: Uber und Waymo haben ihre Robotaxi-Partnerschaft in Phoenix beendet. Waymo will die dort eingesetzten Fahrzeuge künftig in den eigenen Dienst integrieren. Die Zusammenarbeit in Atlanta und Austin bleibt dagegen bestehen.

Waymo kämpft derzeit an mehreren Fronten um die Expansion. Zwar erhielt das Unternehmen am 12. Juni eine Lizenz für Luxuslimousinen in Colorado – gedacht für den Betrieb der „Ojai"-Robotaxis. Doch lokale Taxiunternehmen wie Metro Taxi und Ski Town Transportation legten Einspruch ein. Ihr Vorwurf: Waymo umgehe mit der Sondergenehmigung die strengeren Taxiregulierungen.

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Städte ziehen nach: Strafen für blockierte Rettungswege

Auch auf lokaler Ebene wächst der Widerstand. In San Francisco kündigte Stadtrat Bilal Mahmood eine Untersuchung der Auswirkungen fahrerloser Autos an. Auslöser war ein massiver Verkehrsinfarkt am 4. Juli, als mehrere Waymo-Robotaxis liegen blieben und abgeschleppt werden mussten. Die Stadt erwägt nun gestaffelte Geldstrafen für Unternehmen, deren Fahrzeuge Rettungskräfte behindern.

New Jersey geht noch einen Schritt weiter. Seit dem 11. Juli liegt der Gesetzesentwurf S1677 vor, der für fahrerlose Nutzfahrzeuge mindestens zwei Sensortypen zusätzlich zu Kameras vorschreibt – etwa Lidar und Radar. Zudem sind 80.000 Kilometer beaufsichtigte Testfahrten Pflicht. Sollte das Gesetz kommen, wäre Teslas kamerabasiertes „Cybercab" im Bundesstaat faktisch verboten. Wettbewerber wie Waymo mit ihren Multisensor-Systemen wären klar im Vorteil.

Milliardeninvestments trotz operativer Hürden

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Die Branche bleibt trotz der regulatorischen Gegenwinde ein Milliardengeschäft. Rivian nahm zuletzt 1,32 Milliarden Euro durch eine Aktienplatzierung ein und erwartet für 2026 zwischen 65.000 und 70.000 ausgelieferte Fahrzeuge. Analysten von Goldman Sachs prognostizieren dem globalen Robotaxi-Markt bis 2035 einen Wert von umgerechnet rund 415 Milliarden Euro.

Doch die unmittelbaren Herausforderungen sind gewaltig. Waymo bietet in San Francisco, Los Angeles und Phoenix seit Ende Mai kostenlose Fahrten in seinen Zeekr-Ojai-Fahrzeugen an – die kalifornische Regulierungsbehörde CPUC hat einen bezahlten Dienst noch nicht genehmigt. Die Prüfung von Waymos kommerziellem Antrag wurde bis zum 25. September 2026 verlängert. Grund sind Bedenken wegen eines Rückrufs von 3.900 Fahrzeugen sowie Berichte über Minderjährige, die den Service ohne Begleitung nutzten.

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