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Autonomes Fahren: Tesla ruft 2,7 Millionen Fahrzeuge in China zurück

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Teslas FSD-System zeigt auf HW3-Fahrzeugen erhebliche Sicherheitsmängel. Rückrufe, Überhitzungsprobleme und regulatorischer Druck belasten die autonome Fahrstrategie.

Tesla FSD: Sicherheitsbedenken und technische Grenzen der HW3-Hardware
Ein moderner Elektro-Pkw parkt am Straßenrand einer ruhigen Vorstadtstraße bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ (FSD) des US-Automobilherstellers Tesla steht aufgrund technischer Mängel und Sicherheitsvorfällen verstärkt in der Kritik. Besonders die Leistung der Softwareversion v14.1 Lite auf der älteren Fahrzeug-Hardware der Generation 3 (HW3) wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der autonomen Fahrfunktionen auf.

Schwere Kollision unterstreicht Performance-Defizite

Ein im August 2026 veröffentlichtes Video dokumentiert einen Vorfall, bei dem ein Tesla mit aktivierter FSD-Version v14.1 Lite bei einer Geschwindigkeit von 32 mph ungebremst mit einem Baumstamm kollidierte.

Das Fahrzeug, das auf der Hardware-Generation HW3 basierte, erlitt dabei mutmaßlich einen Totalschaden. Ein weiteres zeitgleich bekannt gewordenes Video zeigt zudem, wie das System einen umgestürzten Baum auch nach mehreren Versuchen nicht als Hindernis erkannte.

Branchenexperten führen diese Fehler auf die technischen Limitierungen der HW3-Ausstattung zurück. Diese verfügt lediglich über 1,2-Megapixel-Kameras und 8 GB RAM, was nur einem Bruchteil der Bandbreite der neueren HW4-Generation entspricht. Letztere ist mit 5-Megapixel-Kameras und 16 GB RAM ausgestattet.

Zudem wurde im August 2026 bekannt, dass HW3-Computer unter Last Temperaturen von über 90°C erreichen können. In Spitzenzeiten wurden bis zu 96°C gemessen, was zu spezifischen thermischen Fehlercodes, Systemabstürzen und sogenannten Phantombremsungen führt.

Strategiewechsel und unerfüllte Hardware-Versprechen

Tesla-CEO Elon Musk räumte ein, dass die Hardware-Generation 3 ein echtes autonomes Fahren technisch nicht leisten könne. Dies steht im Gegensatz zu früheren Zusagen des Unternehmens: Rund 4 Millionen Fahrzeuge wurden als fähig für autonomes Fahren („full self-driving capable“) verkauft, wobei Kunden für diese Option bis zu 15.000 US-Dollar zahlten.

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Zwar hatte Tesla kostenlose Hardware-Upgrades für Käufer in Aussicht gestellt, dieses Versprechen wurde laut aktuellen Berichten jedoch nicht durchgängig eingehalten. Seit Juni 2026 ist für HW3-Fahrzeuge lediglich die eingeschränkte Version „FSD Lite“ verfügbar.

Manipulationen und mangelnde Fahrerüberwachung

Ein weiteres Sicherheitsrisiko stellt die Umgehung der Fahrerüberwachung dar. In China vertreiben E-Commerce-Plattformen Puppenköpfe, um die Aufmerksamkeitssensoren im Innenraum zu täuschen. Auch einfache Hilfsmittel wie polarisierte Sonnenbrillen, Gewichte am Lenkrad oder Puppenköpfe bekannter Persönlichkeiten für geringe Beträge werden genutzt, um das System zu manipulieren.

In diesem Zusammenhang rief Tesla in China im August 2026 über 2,746 Millionen Fahrzeuge der Model-Reihen 3 und Y aus den Baujahren 2019 bis 2025 zurück. Grund ist die Umstellung der Fahrerüberwachung von Lenkrad-Drehmoment-Sensoren auf Innenraumkameras. Weitere rund 3 Millionen Fahrzeuge sind von Rückrufen aufgrund von Problemen mit dem Notausstieg betroffen.

Regulatorischer Druck und rechtliche Konsequenzen

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersuchte bereits im Herbst 2025 insgesamt 58 Vorfälle im Zusammenhang mit FSD, darunter 14 Unfälle mit 23 Verletzten. Da sich das System derzeit auf „Level 2“ befindet, bleibt die menschliche Sicherheitsreserve zwingend erforderlich. Wie gefährlich eine Vernachlässigung dieser Aufsichtspflicht ist, zeigen Berichte über Fahrer, die das System für lange Strecken nutzen und dabei schlafen.

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Ein schwerer Unfall im texanischen Katy im Juni 2026, bei dem eine 76-jährige Frau starb, verdeutlicht die rechtliche Komplexität: Während der Fahrer angab, der Autopilot sei aktiv gewesen, stellten Ermittler des NTSB fest, dass das Gaspedal zum Zeitpunkt des Aufpralls mit über 70 mph voll durchgetreten war. Bereits Ende 2023 ordnete ein kalifornischer Richter an, dass Teslas Marketing als irreführend einzustufen sei.

Trotz der Optimierungen in der Version v14.3.2, die Funktionen wie „Actually Smart Summon“ (ASS) verbessert und das Modell mit den geplanten Robotaxis vereinheitlicht, bleibt die preisliche Gestaltung im Wettbewerb aggressiv. Während Tesla für das FSD-Abonnement 99 US-dollar pro Monat verlangt, bieten Konkurrenten wie Rivian oder GM ihre Assistenzsysteme für monatliche Beträge zwischen 39,99 und knapp 50 US-Dollar an.

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