Autonomes, Fahren

Autonomes Fahren: Volkswagen beendet 1,5-Milliarden-Partnerschaft mit Bosch

29.06.2026 - 00:48:10 | boerse-global.de

Volkswagen trennt sich von Bosch wegen nicht konkurrenzfähiger Technologie. Der Sparkurs wird mit Werksschließungen und Stellenabbau verschärft.

Volkswagen beendet milliardenschwere Bosch-Partnerschaft beim autonomen Fahren
Autonomes - Ein futuristisches autonomes Fahrzeug auf einer Autobahn in der Dämmerung, mit Stadtlichtern in der Ferne. Das Auto zeigt dezente Sensortechnologie. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Druck auf den deutschen Autoriesen wächst: Volkswagen bereitet offenbar das Aus für die milliardenschwere Partnerschaft mit Bosch beim autonomen Fahren vor. Grund: Die entwickelte Technologie sei nicht wettbewerbsfähig.

Partnerschaft vor dem Aus

Volkswagen will die 2022 gestartete Zusammenarbeit mit Bosch beenden. Rund 1,5 Milliarden Euro flossen in das Gemeinschaftsprojekt – doch offenbar ohne den gewünschten Erfolg. Die Software-Tochter Cariad soll die Technologie als nicht konkurrenzfähig eingestuft haben. Ein formeller Ausstieg oder eine Neuvereinbarung wird bis September erwartet.

Der Schritt ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Der Konzern denkt über die Schließung von vier Werken nach. Bis zu 100.000 Stellen könnten in den nächsten fünf Jahren wegfallen. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt: Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 28 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro ein.

Milliarden-Sparkurs als Antwort auf die Krise

Um gegen die Konkurrenz aus China und die hohen Produktionskosten in Europa bestehen zu können, fährt Volkswagen einen strikten Sparkurs. Die Investitionen sollen um 15 Prozent sinken – auf insgesamt 130 Milliarden Euro über fünf Jahre. Am 9. Juli tagt der Aufsichtsrat zur Strategie.

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Waymo liefert beeindruckende Sicherheitsdaten

Während Volkswagen mit internen Problemen kämpft, zeigt ein US-Konkurrent, was bereits möglich ist. Waymo veröffentlichte neue Sicherheitsdaten bis März 2026. Die autonome Flotte legte 354 Millionen Kilometer zurück – mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann:

  • 94 Prozent weniger schwere oder tödliche Unfälle im Vergleich zu menschlichen Fahrern
  • 82 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten und ausgelösten Airbags

In Atlanta absolvierte Waymo über 8,7 Millionen Kilometer ohne einen einzigen schweren Unfall. Aktuell legt die Flotte wöchentlich rund 6,4 Millionen Kilometer zurück und vermittelt 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche. Das Ziel: Bis Jahresende soll sich diese Zahl auf eine Million Fahrten verdoppeln.

Neue Regeln für autonome Fahrzeuge

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA will die Vorschriften anpassen. Ein neuer Vorschlag sieht vor, dass Fahrzeuge, die ausschließlich für autonomes Fahren ausgelegt sind, künftig kein manuelles Bremspedal mehr benötigen. Das würde Fahrzeugen wie dem Tesla Cybercab den Weg ebnen, der auf herkömmliche Bedienelemente verzichtet.

Doch die Behörde bleibt wachsam. Die NHTSA und das NTSB untersuchen einen tödlichen Unfall mit einem Tesla Model 3 vom 20. Juni 2026 in Katy, Texas. Eine 76-jährige Frau kam ums Leben. Tesla betont, der Fahrer habe das „Full Self-Driving“-System manuell übersteuert und sei mit 117 km/h unterwegs gewesen. Seit 2016 hat die NHTSA über 36 Untersuchungen zu Teslas Fahrassistenzsystemen eingeleitet.

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Neue Technologie setzt auf künstliche Intelligenz

Ein britischer Ansatz könnte die Branche revolutionieren. Das Unternehmen Wayve setzt auf KI-gesteuerte Technologie, die mit Kameras und Sensoren auskommt – statt auf hochauflösende Karten. Das System lernt aus der realen Erfahrung. Investoren wie SoftBank, NVIDIA und Microsoft haben bereits Interesse gezeigt.

Tesla hat derweil die Version FSD 14.3.4 veröffentlicht. Nutzer berichten von Verbesserungen im Stadtverkehr und weniger Zögern in Baustellenbereichen. Probleme gibt es weiterhin auf Autobahnausfahrten und in ländlichen Gebieten.

Globale Perspektive: Indien zieht nach

Auch Indien reagiert auf die Entwicklung. Das Verkehrsministerium hat neue Cybersicherheitsregeln für 2026 entworfen. Die Vorschriften 125-T und 125-U verlangen die Einhaltung internationaler Standards für Software-Updates und elektronische Steuergeräte in automatisierten Fahrzeugen.

Studie: Autonome Fahrzeuge könnten Staus halbieren

Eine Studie der Southern Methodist University im „Journal of Urban Technology“ zeigt das Potenzial vollständiger Automatisierung. Bei einer 100-prozentigen Verbreitung autonomer Fahrzeuge könnten sich die Verkehrsverzögerungen im Großraum Dallas–Fort Worth bis 2045 um etwa 33 Prozent reduzieren. Die tägliche Fahrzeit pro Fahrzeug würde um mindestens 19 Prozent sinken – und das ohne Ausbau der Straßeninfrastruktur.

de | wissenschaft | 69648663 |