Avici-Hack: Neobank erstattet 1 Million Dollar für 1.685 Nutzer
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 23:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die auf der Solana-Blockchain basierende Neobank Avici hat eine vollständige Rückerstattung für 1.685 Nutzer angekündigt, die von einem Sicherheitsvorfall mit einem Gesamtschaden von rund 1 Million US-Dollar betroffen waren.
Wie das Unternehmen am Wochenende mitteilte, sollen die Gutschriften automatisch und ohne gesonderten Antrag der Nutzer erfolgen. Während die genauen Untersuchungen zum Vorfall noch andauern, hat der Finanzdienstleister bereits mit der Verstärkung seiner Sicherheitsmaßnahmen begonnen.
Details zur Sicherheitslücke und finanzieller Schaden
Nach aktuellen Erkenntnissen beruht ein Teil der Verluste auf einer Schwachstelle im Smart Contract des Kartenausgebers Rain. Durch diese Sicherheitslücke wurden exakt 500.859,22 US-Dollar von den Kartenkonten der 1.685 betroffenen Nutzer entwendet. Der Angreifer verursachte dabei lediglich Kosten von etwa 190 US-Dollar für Transaktionsgebühren (Gas).
Analysen der On-Chain-Daten ergaben, dass der mutmaßliche Angreifer über Bestände von 10.005 SOL verfügte, was zum Zeitpunkt des Vorfalls einem Gegenwert von etwa 1,07 Millionen US-Dollar entsprach.
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Zusätzlich wurden auf dem Konto des Angreifers rund 11.600 US-Dollar in Stablecoins identifiziert. Die Untersuchung zeigt zudem, dass bereits im Vorfeld der Entdeckung dieser Schwachstelle erhebliche Summen durch betrügerische Aktivitäten abgeflossen waren.
Marktfolgen und Einbindung von Sicherheitsbehörden
Zusätzlich zu der technischen Schwachstelle im Smart Contract wurden am vorangegangenen Tag Verluste von über 600.000 US-Dollar gemeldet, die auf gefälschte Websites wie „getavici.today“ zurückzuführen sind. In diesen Fällen hatten Nutzer ihre digitalen Wallets mit betrügerischen Seiten verbunden, woraufhin eine sogenannte Drainer-Malware die Guthaben entwendete.
Avici stellte klar, dass es sich hierbei nicht um einen internen Bruch der Plattform-Infrastruktur handelte. Um die Vorfälle strafrechtlich zu verfolgen, wurde das Internet Crime Complaint Center (IC3) des FBI eingeschaltet.
Die Nachricht über den Sicherheitsvorfall belastete die eigene Kryptowährung des Unternehmens erheblich. Der AVICI-Token verzeichnete einen Kurssturz von 49,4 Prozent und fiel auf ein neues Allzeittief von 0,2175 US-Dollar.
Reaktionen im Partner-Ökosystem und Präventivmaßnahmen
Der Vorfall löste im Solana-Finanzökosystem mehrere Schutzreaktionen aus. Der Kartenausgeber Rain setzte Abhebungen kurzzeitig aus, kehrte jedoch nach einer umfassenden Sicherheitsprüfung wieder zum Normalbetrieb zurück.
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Auch der Anbieter Jupiter pausierte vorübergehend die Abhebungsfunktion, teilte jedoch später mit, dass keine Jupiter-Konten direkt betroffen seien. Kartenzahlungen über diesen Dienst funktionierten weiterhin, und auch die On-Chain-Wallets blieben laut Unternehmensangaben unberührt.
Das Unternehmen Tria bestätigte unterdessen die Lösung des Sicherheitsvorfalls bei den betroffenen Solana-Kartenkonten und sicherte den Nutzern ebenfalls eine vollständige Entschädigung zu.
Andere Marktakteure wie Ether Fi, KAST und Hyperbeat meldeten nach eigenen Angaben keine Auswirkungen auf ihre Systeme oder Kundenkonten. Avici arbeitet nun an der Implementierung robusterer Sicherheitsprotokolle, um künftige Angriffe auf die Smart-Contract-Ebene und Phishing-Versuche effektiver zu verhindern.
