Axia-App, Rheuma-DiGA

Axia-App: Erste Rheuma-DiGA senkt Krankheitsaktivität um 1,51 Punkte

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 05:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue DiGA Axia dauerhaft zugelassen, aktualisierte S3-Leitlinie empfiehlt 30g Ballaststoffe täglich. Apotheken-Reform bringt Telemedizin.

Axiale Spondyloarthritis: Digitale Apps und neue Leitlinien 2026
Eine digitale Schnittstelle mit medizinischen Daten oder einer Gesundheits-App ĂĽber einem stilisierten menschlichen RĂĽckgrat. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Neue Apps, aktualisierte Ernährungsleitlinien und gesetzliche Änderungen zum 1. Juli 2026 setzen frische Rahmenbedingungen für chronisch Rheumakranke.

Digitale Gesundheitsanwendung dauerhaft zugelassen

Ein Meilenstein ist die dauerhafte Aufnahme der ersten rheumatologischen Digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) namens Axia in das BfArM-Verzeichnis. Die App ist für Patienten mit Morbus Bechterew und verwandten entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen zugelassen.

Eine klinische Studie mit 200 Teilnehmern belegt die Wirksamkeit: Der Krankheitsaktivitätsindex BASDAI sank um 1,51 Punkte, der Funktionsindex BASFI um 1,14 Punkte. Die Lebensqualität verbesserte sich um 2,30 Punkte. Besonders beeindruckend: 51 Prozent der Nutzer erreichten ein ASAS20-Ansprechen – in der Kontrollgruppe waren es nur neun Prozent. Verordnet wird Axia per E-Rezept oder Muster-16, die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Neue Leitlinie: 30 Gramm Ballaststoffe täglich

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) veröffentlichte im Juni 2026 eine aktualisierte S3-Leitlinie. Sie rückt die Ernährung als Therapiesäule in den Fokus. Die zentrale Empfehlung: täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe.

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Das Ziel: das erhöhte kardiovaskuläre Risiko bei Entzündungspatienten senken. Die Realität sieht anders aus – der deutsche Durchschnitt liegt bei mageren 18 Gramm. Ballaststoffe wirken positiv auf Darmbarriere und Mikrobiom und senken Entzündungsmarker. Berichte vom ADA-Kongress 2026 untermauern: Mediterrane oder pflanzenbasierte Kost verbessert zudem die Stoffwechselkontrolle bei Diabetes.

Biomarker-Forschung auf dem EULAR 2026

Der europäische Rheumatologie-Kongress EULAR 2026 lieferte spannende Fortschritte in der Diagnostik. Forscher präsentierten ein Biomarker-Trio aus urinary CD163 sowie den Serumwerten CD25 und CD206. Es erkennt mit hoher Sensitivität Krankheitsaktivitäten bei Vaskulitiden.

Für die Rheumatoide Arthritis identifizierten Wissenschaftler die Marker VSIG4 und Anti-INF? in Kombination mit dem DAS28-CRP. Sie sollen Schübe während einer Therapie-Reduktion vorhersagen. Eine neue Variante des Proteins CDC42 aktiviert das Pyrin-Inflammasom und könnte neue therapeutische Angriffspunkte bieten.

Apotheken-Reform: Telemedizin und Halbjahres-Pauschale

Seit dem 1. Juli 2026 greift das Apotheken-Reformgesetz (ApoVWG). Apotheken dürfen nun assistierte Telemedizin anbieten – inklusive Ersteinschätzungen und Bereitstellung von Räumen für Videosprechstunden. Das erleichtert vor allem älteren Patienten und Menschen auf dem Land den Zugang zu Fachärzten.

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Für chronisch Kranke zwischen 18 und 74 Jahren wurde eine Halbjahres-Pauschale eingeführt. Sie müssen nur noch einmal pro Halbjahr in die Praxis – eine deutliche Entlastung für Langzeitpatienten. Zudem erweiterten die Apotheken ihr Impfspektrum auf alle Totimpfstoffe wie FSME, Tetanus und Diphtherie.

KI beschleunigt Medikamentenentwicklung

In der biopharmazeutischen Forschung gewinnen KI-gestützte Verfahren an Fahrt. Branchenanalysen zufolge könnte Künstliche Intelligenz die Entwicklungszeit neuer Medikamente von 12 auf 7 bis 8 Jahre verkürzen. Gleichzeitig steigen die Erfolgsquoten in der klinischen Forschung.

Das Interesse an Immuntherapeutika bleibt hoch. Unternehmen wie MoonLake Immunotherapeutics stehen trotz Kursbewegungen im Fokus der Analysten. Der Marktwert spezialisierter Immunologie-Entwickler liegt bei über einer Milliarde US-Dollar – mit weiterem Wachstumspotenzial.

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