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Azure Cosmos DB: Microsoft behebt Sandbox-Escape-Lücke

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft schließt schwerwiegende Azure-Sicherheitslücke in Cosmos DB. Ein Angriff hätte den Zugriff auf sensible Kundendaten ermöglichen können.

Azure Cosmos DB: Kritische Sicherheitslücke CosmosEscape entdeckt und behoben
Moderne Server-Infrastruktur in einem Rechenzentrum mit blau leuchtenden LEDs als Symbol für Cloud-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

IT-Sicherheitsforscher haben eine schwerwiegende Schwachstelle in der Datenbank-Infrastruktur von Microsoft Azure identifiziert. Die als CosmosEscape bezeichnete Lücke in der Cosmos DB hätte Unbefugten theoretisch den Vollzugriff auf sensible Unternehmensdaten und zentrale Dienste ermöglicht. Microsoft hat die Sicherheitslücke bereits geschlossen und zusätzliche Schutzmaßnahmen implementiert.

In der Cloud-Plattform Microsoft Azure wurde eine kritische Sicherheitsanfälligkeit in der Gremlin-Schnittstelle (API) der Cosmos DB entdeckt. Wie Sicherheitsanalysten von Wiz Research in einer aktuellen Untersuchung mitteilten, handelte es sich bei CosmosEscape um einen sogenannten Sandbox-Escape. Durch die Ausnutzung einer Schwachstelle in der .NET-Reflection war es möglich, bösartigen Code auf dem Datenbank-Gateway auszuführen.

Potenzial für plattformweiten Datenzugriff

Die Entdeckung der Forscher verdeutlicht das erhebliche Risiko, das von der Schwachstelle ausging. Ein erfolgreicher Angriff hätte dazu führen können, dass ein plattformweiter Cosmos Master Key abgegriffen wird. Dieser Schlüssel gewährt umfassende Lese- und Schreibrechte für jedes Cosmos DB-Konto innerhalb der Infrastruktur. Zudem hätte die Schwachstelle eine Enumeration über den sogenannten Config Store ermöglicht, wodurch Angreifer weitere Informationen über die Systemkonfiguration hätten sammeln können.

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Laut den Analysen von Wiz Research hätte der Zugriff auf den Master Key es ermöglicht, den Primärschlüssel jedes einzelnen Kontos abzurufen. Da die Cosmos DB von tausenden Unternehmenskunden weltweit genutzt wird, wäre das Ausmaß eines realen Angriffs beträchtlich gewesen. Besonders relevant ist die Tatsache, dass auch zentrale Microsoft-Dienste wie Entra ID (ehemals Azure AD), die Kollaborationsplattform Teams und der KI-Assistent Copilot auf der betroffenen Datenbank-Technologie basieren.

Microsoft bestätigt vollständige Behebung

Microsoft reagierte umgehend auf den Hinweis der Sicherheitsforscher. Das Unternehmen bestätigte, dass die CosmosEscape-Schwachstelle vollständig behoben wurde. Im Zuge der Sicherheitsmaßnahmen wurde der gefährdete Master Key entfernt und durch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen ersetzt. Nach Angaben des Softwarekonzerns mussten Kunden selbst keine Maßnahmen ergreifen, um ihre Daten zu schützen.

In einer Stellungnahme betonte Microsoft zudem, dass es keine Hinweise auf eine tatsächliche Ausnutzung der Schwachstelle durch böswillige Akteure gebe. Es seien keine Auswirkungen auf Kundendaten festgestellt worden. Für die Sicherheitsbranche ist dieser Vorfall dennoch von hoher Bedeutung, da Wiz bereits in den letzten Jahren, etwa im Jahr 2021, eine ähnliche Schwachstelle in demselben Dienst aufgedeckt hatte.

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Beschleunigtes Patch-Management durch KI-Einsatz

Parallel zu den Vorfällen in der Cloud-Infrastruktur zeigt sich in der gesamten Branche ein trend zu einer massiven Beschleunigung bei der Behebung von Sicherheitslücken. Google gab in diesem Zusammenhang bekannt, mit der Veröffentlichung von Chrome 151 insgesamt 370 Sicherheitslücken geschlossen zu haben. Darunter befanden sich sieben als kritisch eingestufte Fehler, die unter anderem die Bereiche Compositing, Skia und den Updater betrafen.

Interne Prozesse bei Google führten zur Entdeckung von 349 dieser 370 Schwachstellen. Für extern gemeldete Fehler zahlte das Unternehmen Bug-Bounty-Prämien in Höhe von insgesamt 58.500 US-Dollar. Bemerkenswert ist die Effizienzsteigerung in der Fehlerbehebung: In den Versionen Chrome 149 und 150 wurden insgesamt 1.072 Sicherheitsbugs korrigiert. Laut Google übersteigt diese Zahl die Summe der Fehlerbehebungen der vorangegangenen 23 Meilensteine.

Dieser Anstieg wird maßgeblich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Large Language Models (LLMs) zurückgeführt, die bei der Entdeckung, Priorisierung und dem Patchen von Softwarefehlern unterstützen. In der Folge stellt Google auf einen zweiwöchigen Veröffentlichungszyklus für den Browser um, wobei wöchentliche und teils sogar zweimal wöchentliche Sicherheitsupdates angestrebt werden, um auf die durch KI beschleunigte Schwachstellenerkennung zu reagieren.

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