Azure, Microsoft

Azure: Microsoft offenbart 29,4 Mrd. USD Umsatz und 42% Wachstum

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 07:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft weist Azure künftig in Dollarbeträgen aus und bündelt das Geschäft neu. Die EU prüft zugleich eine mögliche DMA-Einstufung der Cloud.

Microsoft legt Azure-Umsätze offen und ordnet Segmente neu
Modernes Rechenzentrum mit Server-Racks und blauer LED-Beleuchtung in einer professionellen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Softwarekonzern Microsoft hat eine tiefgreifende Reform seiner Finanzberichterstattung angekündigt. Wie das Unternehmen Anfang September mitteilte, werden künftig erstmals die vierteljährlichen Umsätze der Cloud-Plattform Azure in konkreten US-Dollar-Beträgen ausgewiesen. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenden Segment-Reform, bei der Microsoft seine bisherige Struktur von drei Geschäftsbereichen auf zwei neue Segmente reduziert.

Die Umstellung markiert die erste große Reorganisation der Finanzberichterstattung seit dem Jahr 2015. Die neuen Segmente tragen die Bezeichnungen „Agents and Infra“ sowie „Devices and Consumer“.

Ziel der Maßnahme ist es, die Transparenz innerhalb der Cloud-Sparte zu erhöhen und die Berichterstattung an die veränderte Marktdynamik anzupassen. Laut Berichten tritt die neue Struktur mit den Ergebnissen des ersten Geschäftsquartals im kommenden Herbst in Kraft.

Neudefinition von Azure und bereinigte Kennzahlen

Im Zuge der Umstrukturierung wird auch die Zusammensetzung des Azure-Portfolios angepasst. Zukünftig werden bestimmte Bereiche wie GitHub Cloud, Developer Cloud, Security Copilot sowie die Sparten Healthcare und Life Sciences aus dem Kernumsatz von Azure ausgeschlossen. Die Prognosen für Azure wurden leicht gesenkt, da die Verkäufe von GitHub nun dem Bereich Microsoft 365 Cloud zugerechnet werden.

Microsoft stellte bereits neu berechnete Finanzergebnisse für die vergangenen zwei Jahre bereit, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Aus diesen Daten geht hervor, dass Azure im Juni-Quartal unter der neuen Struktur ein Wachstum von 42 % verzeichnete.

Der Umsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 29,42 Mrd. USD, was rund 33 % des gesamten Konzernumsatzes entspricht. Für das am 30. Juni endende Geschäftsjahr meldete das Unternehmen für Azure einen Gesamterlös von 101,9 Mrd. USD.

Strategischer Fokus auf nutzungsbasierte Plattformen

Unternehmenschef Satya Nadella betonte im Rahmen der Ankündigung, dass sich Azure zu einer stärker rein nutzungsbasierten Plattform entwickle. Diese Ausrichtung spiegle die wachsende Bedeutung von Cloud-Infrastrukturen und Künstlicher Intelligenz wider.

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Im Bereich der KI-Anwendungen verzeichnet Microsoft ebenfalls Fortschritte: Die Zahl der bezahlten Lizenzen für den Microsoft 365 Copilot erreichte bis Juli über 30 Millionen Einheiten, nachdem im April noch über 20 Millionen gemeldet worden waren.

Die neuen Umsatzzahlen erlauben zudem einen direkteren Vergleich mit den Hauptwettbewerbern im Cloud-Markt. In den jeweils jüngsten Quartalsberichten wies Amazon für AWS einen Umsatz von 42,2 Mrd. USD aus, während Google Cloud Erlöse in Höhe von 24,8 Mrd. USD erzielte. An den Finanzmärkten wurde die Ankündigung der erweiterten Transparenz positiv aufgenommen; die Aktie von Microsoft stieg nach Börsenschluss um rund 1,4 %.

Regulatorische Beobachtung durch die Europäische Kommission

Flankiert wird die geschäftliche Neuausrichtung von regulatorischen Entwicklungen in Europa. Die Europäische Kommission hatte im Juni eine vorläufige Position eingenommen, die Azure als Gatekeeper im Sinne des Digital Markets Act (DMA) einstufen könnte.

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Eine endgültige Entscheidung über diesen Status wird bis zum Jahresende erwartet. Dies könnte Microsoft dazu verpflichten, weitere Anpassungen an seinen Geschäftsmodellen und Interoperabilitätsrichtlinien in der Europäischen Union vorzunehmen.

Obwohl Microsoft nun detailliertere Umsatzdaten bereitstellt, zeigt das Unternehmen für die alten Segmente keine Kosten oder Betriebsmargen mehr auf. Analysten beobachten nun genau, wie sich die Neudefinition der Geschäftsfelder auf die künftige Bewertung der Profitabilität in den einzelnen Sparten auswirken wird.

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