B12-Präparate: BfR empfiehlt höchstens 25 µg pro Tag gegen Überdosierung
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich anhaltender Beliebtheit, stehen jedoch regelmäßig im Fokus wissenschaftlicher und verbraucherorientierter Prüfungen. Aktuelle Analysen und Tests widmen sich verstärkt der Qualität, der Dosierung und der Evidenz gängiger Produkte.
Im Zentrum der Betrachtungen stehen dabei isolierte Vitamin-B12-Präparate sowie komplexe All-in-one-Mischungen wie AG1, die unterschiedliche Versprechen an Leistungsfähigkeit und Nährstoffversorgung knüpfen.
Testergebnisse zu Vitamin-B12-Präparaten und das Problem der Dosierung
Eine vergleichende Untersuchung von Öko-Test nahm 29 Vitamin-B12-Präparate unter die Lupe, darunter 24 Nahrungsergänzungsmittel und 4 Arzneimittel. Das Ergebnis verdeutlichte gravierende Unterschiede in Nutzen und Formulierung: Lediglich 4 von 29 Präparaten erwiesen sich als geeignet, um einen tatsächlich bestehenden Mangel auszugleichen. Insgesamt 10 Produkte stuften die Prüfer als empfehlenswert ein, während 4 die Bestnote sehr gut erhielten.
Zu den bestplatzierten Produkten zählten die Vitamin B12-Loges Kapseln mit 1000 µg, die inzwischen nicht mehr erhältlich sind, sowie die Vitafit Brausetabletten mit 25 µg von Norma und die Vitalis Ampullen mit 17,5 µg von Aldi.
Unter den geprüften Arzneimitteln befanden sich die B12-Asmedic Tropfen mit einer Tagesdosis von 5 bis 10 µg sowie Präparate von Ankermann mit 1000 µg und Ratiopharm mit 10 µg, die beide Laktose enthalten.
Ein zentraler Kritikpunkt lag bei Nahrungsergänzungsmitteln in einer übermäßigen Dosierung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von maximal 25 µg pro Tag. Da der Großteil der untersuchten frei verkäuflichen Mittel diese Empfehlung teils deutlich überschritt, wurden sie als nicht empfehlenswert bewertet; 2 Produkte fielen im Test komplett durch.
Risikofaktor Magensäureblocker für einen Mangel
Die Bedeutung einer gezielten Zufuhr betrifft insbesondere Risikogruppen. Etwa jeder Vierte über 65 Jahren leidet unter einem Mangel an Vitamin B12. Ein wesentlicher Faktor sind Medikamente: Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Pantoprazol oder Omeprazol drosseln die Bildung von Magensäure, wodurch der Körper das Vitamin aus der Nahrung schlechter aufnehmen kann.
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Eine US-Studie mit rund 26.000 Betroffenen wies nach, dass die Einnahme von PPI über einen Zeitraum von zwei Jahren oder länger mit einem um 65% erhöhten Risiko für ein Vitamin-B12-Defizit einhergeht. Prof. Karlheinz Reiners von der Gesellschaft für Biofaktoren hält bei einem unklaren Vitamin-B12-Status trotz vorangegangener Labordiagnostik eine gezielte Supplementierung für ratsam.
Studienlage und Qualitätskontrollen bei AG1
Neben Einzelpräparaten werden auch vielteilige Nährstoffpulver intensiv erforscht. Zur Gesamtformel von AG1 existieren vier placebokontrollierte klinische Studien. Eine Crossover-Studie mit 16 gesunden Erwachsenen über eine Dauer von 8 Stunden belegte einen signifikanten Thiamin-Anstieg bereits 30 Minuten nach der Einnahme.
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In einer 12-Wochen-Studie an 105 Erwachsenen wurden ein höherer Vitamin-C-Spiegel sowie ein reduzierter Homocysteinspiegel festgestellt. Drei Untersuchungen dokumentierten zudem im Durchschnitt eine mehr als zehnfache Anreicherung des Mikrobioms.
Ergänzt wird die Datenbasis durch Anwendungsbeobachtungen: In einer Beobachtungsstudie mit 35 Erwachsenen über 3 Monate berichteten 97% der Teilnehmenden nach einem Monat über anhaltende Energie und 94% nach 3 Monaten über weniger Heißhunger. Eine E-Mail-Umfrage unter mehr als 3.200 Kunden ergab zudem, dass 83% nach 12 Tagen über eine geringere Müdigkeit berichteten.
Hinsichtlich der Reinheit setzt das Produkt auf externe Kontrollen. Jede Charge wird durch ISO-zertifizierte Labore auf über 500 Schadstoffe getestet. Darüber hinaus prüft das Programm Informed Sport jede Charge auf mehr als 250 verbotene Substanzen, um Verunreinigungen auszuschließen.
