Babys Gehirn: Musikaktivität schon mit drei Monaten messbar
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 23:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das belegt eine neue Studie der Universität Heidelberg und der Universität Wien.
Babys Gehirn arbeitet – der Körper hinkt hinterher
Die Forscher um Trinh Nguyen und Stefanie Höhl untersuchten 79 Babys in drei Altersgruppen: drei, sechs und zwölf Monate alt. Mit EEG-Messungen zeichneten sie die Hirnaktivität auf, während die Kinder Kinderlieder hörten.
Das Ergebnis: Bereits Dreimonatige zeigen verstärkte neuronale Reaktionen auf Musik – auch wenn äußerlich kaum etwas davon zu sehen ist. „Babys sind musikalischer, als es ihr Verhalten vermuten lässt“, so die Forscher.
Die Studie erschien im Juli 2026 im Fachjournal eLife.
Mit zwölf Monaten kommt Bewegung ins Spiel
Motorische Reaktionen auf Musik entwickeln sich zeitversetzt. Erst bei den Einjährigen beobachteten die Wissenschaftler komplexe Bewegungsmuster als Antwort auf Melodien.
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Allerdings: Keine der Altersgruppen konnte ihre Bewegungen mit dem Takt synchronisieren. Die sensorische Verarbeitung von Musik eilt der Fähigkeit, sich rhythmisch zu bewegen, weit voraus. Die Koordination von Bewegung und Rhythmus reift offenbar erst später in der Kindheit.
Auch Erwachsene reagieren unbewusst auf Rhythmus
Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking untersuchten, wie sich der Lidschlag an Musik anpasst. Bei 123 Probanden zeigte sich: Das Blinzeln synchronisiert sich mit einem regelmäßigen Takt – vor allem in Phasen der Konzentration auf die Musik.
Was fehlende Sinnesreize mit dem Gehirn machen
Das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und die Jagiellonen-Universität Krakau verglichen die Gehirne von 24 blinden Menschen mit einer sehenden Kontrollgruppe. Ergebnis: Der visuelle Kortex ist bei Blinden dicker, aber weniger myelinisiert.
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Myelin isoliert Nervenfasern und beschleunigt die Signalübertragung. Die Forscher identifizierten die verminderte Myelinisierung als zentralen Faktor für die strukturellen Unterschiede – nicht etwa einen gestörten Abbau überschüssiger Synapsen.
Die Studien zeigen: Ob akustische oder visuelle Reize – sie beeinflussen grundlegend, wie sich unser Gehirn entwickelt.
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