Bahnhof-Sicherheit: Frankfurt soll Modellstadt fĂŒr Zugangskontrollen werden
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AnlĂ€sslich des Tags der Schiene hat Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) vorgeschlagen, Frankfurt am Main als Modellstadt fĂŒr Zugangskontrollen an Bahnhöfen zu nutzen.
Wie unter anderem faz.net und das hessische Verkehrsministerium in Berichten vom 18. September 2026 meldeten, begrĂŒĂte Mansoori damit eine Initiative von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Bilger hatte sich zuvor offen fĂŒr die EinfĂŒhrung von Zugangskontrollen im Schienenfernverkehr gezeigt.
Hessische Initiative und internationale Vorbilder
Die Debatte ĂŒber regulierte ZugĂ€nge an deutschen Bahnhöfen reicht mehrere Monate zurĂŒck. Hessen forderte bereits im MĂ€rz auf der Verkehrsministerkonferenz, die EinfĂŒhrung von Zugangskontrollen an groĂen Bahnhöfen eingehend zu prĂŒfen.
Zu einer Einigung kam es damals unter den Verkehrsministern der LĂ€nder allerdings nicht. Die Sicherheitsdiskussion an Schienenknotenpunkten hatte unter anderem durch einen Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof im Mai 2025 mit 15 Schwerverletzten neue Dringlichkeit erhalten.
International sind solche Kontrollsysteme in Teilen Europas bereits gĂ€ngige Praxis. In Frankreich und GroĂbritannien gehören Zugangsschleusen mit elektronischer TicketprĂŒfung schon seit LĂ€ngerem zum Standard, um den Zutritt zu den Bahnsteigen zu steuern und zu ĂŒberwachen.
Die zentrale Rolle des Frankfurter Schienenknotens
Mit dem Vorschlag Mansooris rĂŒckt Hessen die Mainmetropole gezielt in den Fokus möglicher Pilotprojekte. Der Frankfurter Bahnknoten gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte der Bundesrepublik: Ăber ihn wird mehr als die HĂ€lfte des gesamten deutschen Schienenpersonenfernverkehrs abgewickelt.
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Gleichzeitig investiert die öffentliche Hand dort in die Schieneninfrastruktur. So lÀuft am Bahnknoten Frankfurt-Stadion ein Ausbau auf einer LÀnge von 3,5 Kilometern von vier auf sechs Gleise, dessen Projektvolumen bei rund 466 Millionen Euro liegt.
Bedenken von Fahrgastvertretern und logistische HĂŒrden
Trotz der politischen VorstöĂe gibt es erhebliche Bedenken gegen derartige Schleusensysteme an deutschen Bahnhöfen. Der Fahrgastverband Pro Bahn hat Zugangsschleusen bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit der Bahn erörtert, das Vorhaben nach PrĂŒfung jedoch verworfen.
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Auch publizistisch stöĂt das Vorhaben auf Gegenwind. In einem Medienkommentar kritisierte Dyrk Scherff die VorschlĂ€ge von Bundesverkehrsminister Bilger fĂŒr Bahnsteigschranken und eine etwaige Reservierungspflicht.
Als zentrale Probleme nannte er die hohen Installationskosten beim nachtrĂ€glichen Umbau der Bahnhöfe, spĂŒrbare Zeitverluste beim Umstieg sowie die Gefahr, dass Reisende bei bahntypischen VerspĂ€tungen ihre AnschlĂŒsse verpassen könnten. Ob der Bund und die LĂ€nder den Frankfurter Vorschlag fĂŒr ein Modellprojekt tatsĂ€chlich aufgreifen werden, bleibt vor diesem Hintergrund offen.
Mehr zum Thema bei FAZ: âZugangskontrolle am Bahnhof: Frankfurt als Modellstadt?â
