Bangladesch: Zentrale öffnet Zahlungen für PayPal und Payoneer
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Banken und Aufsichtsbehörden treiben den Ausbau grenzüberschreitender digitaler Zahlungssysteme weltweit voran. Im Fokus stehen dabei Stablecoins, künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur aus Indien.
Bangladesch öffnet sich für globale Zahlungsdienste
Die bangladeschische Zentralbank hat am 29. Juli 2026 einen neuen Rechtsrahmen für grenzüberschreitende Digitalzahlungen verabschiedet. Das Regelwerk erlaubt es autorisierten Banken, mit globalen Zahlungsdienstleistern wie PayPal und Payoneer zusammenzuarbeiten.
Im Kern der Reform stehen sogenannte Digital Value Accounts (DVAs). Diese Konten laufen unter dem Masterkonto einer Bank und sollen vor allem Freiberuflern, IT-Exporteuren und kleinen Unternehmern den Geldrückfluss erleichtern. Erlaubt sind Transaktionen für Reisen, E-Commerce und IT-Abonnements – mit einem Limit von 300 Dollar pro Kauf. Die Banken müssen strenge Anti-Geldwäsche-Auflagen und KYC-Regeln einhalten.
Parallel dazu hat der Zahlungsdienstleister AEON die Integration der bangladeschischen Mobile-Payment-Dienste bKash und Nagad bekannt gegeben. Nutzer können nun Kryptowährungen in die lokale Währung Taka umtauschen. AEON bedient eigenen Angaben zufolge mehr als 2,3 Millionen Nutzer und hat ein Transaktionsvolumen von über 475 Millionen Dollar.
Indien exportiert seine digitale Infrastruktur
Neu-Delhi treibt die globale Expansion seiner digitalen öffentlichen Infrastruktur weiter voran. Insgesamt 24 Länder haben entsprechende Abkommen unterzeichnet. Am 29. Juli bestätigte Indien den Start von DigiLocker in Kenia und Kuba – ein System zur digitalen Verwaltung von Dokumenten.
Auch die Unified Payments Interface (UPI) wächst. Händlerzahlungen sind bereits in Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und Sri Lanka möglich. Peer-to-Peer-Zahlungen funktionieren zudem mit Singapur, Nepal und Griechenland.
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Visa und Onafriq setzen auf Stablecoins
Visa hat am 28. Juli beeindruckende Zahlen vorgelegt: Das Stablecoin-Abwicklungsvolumen erreichte annualisiert sieben Milliarden Dollar – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im dritten Geschäftsquartal 2026 stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar.
Der Zahlungsriese weitet sein Stablecoin-Pilotprojekt auf fÜnf weitere Blockchains aus, darunter Base, Polygon und das Canton Network. Zudem arbeitet Visa an tokenisierten Einlagen über die übernommene Plattform Pismo und plant einen Wallet-as-a-Service-Dienst. In Afrika hat das Unternehmen sein Visa Pay SDK auf Ghana und sieben weitere Märkte ausgeweitet – mit Funktionen wie virtuellen Karten und Tap-to-Pay.
Der afrikanische Zahlungsdienstleister Onafriq hat sich unterdessen mit Privy zusammengetan. Gemeinsam entwickeln sie eine regulierte Stablecoin-Infrastruktur für B2B-Zahlungen, darunter kettenübergreifende Transfers und Treasury-Abwicklung. Ziel ist eine bessere Liquiditätssteuerung auf dem Kontinent.
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Partnerschaften für Schwellenländer und KI
Dienstleister setzen zunehmend auf lokale Zahlungsmethoden, um in Schwellenländern zu wachsen. ACI Worldwide und dLocal haben am 29. Juli eine Partnerschaft bekannt gegeben. Sie integrieren lateinamerikanische Zahlungssysteme in die ACI Payments Orchestration Platform. Der Fokus liegt zunächst auf Brasilien und Mexiko mit Pix, PicPay und OXXO. Später sollen Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru folgen.
Im Technologiesektor haben Lianlian DigiTech und UnionPay International ein Abkommen zur Entwicklung von KI-Anwendungen für den grenzüberschreitenden Handel geschlossen. Die Systeme sollen globale Beschaffungsaufgaben und automatische Token-Nachfüllungen übernehmen – ein Schritt hin zu autonomen Systemen in der Handelsfinanzierung.
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