Bank of America: Richter lÀsst Klage wegen 106.000 Dollar Kontoverlust zu
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Bank of America muss sich in einer Sammelklage wegen betrĂŒgerischer KontoplĂŒnderungen verantworten. US-Bezirksrichter Edward M. Chen lehnte einen Antrag des Finanzinstituts auf Abweisung der Klage ab, wie aus einem Bericht vom 27. Oktober 2026 hervorgeht.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Verlust von 106.000 US-Dollar, den die Kunden Ricky H. Chen und Amin Wu im Jahr 2024 durch eine Kombination aus Phishing und manipulierter Bildschirmfreigabe erlitten hatten. Die KlÀger verloren dabei 78.000 US-Dollar von einem Girokonto sowie 28.000 US-Dollar von einem Sparkonto.
Streit um Schutzgesetze bei getÀuschtem Fernzugriff
In dem Verfahren vertrat die Bank of America den Standpunkt, dass der US-amerikanische Electronic Fund Transfer Act in diesem Fall keine Anwendung finde, da die Gelder letztlich ĂŒber bankinterne Ăberweisungswege transferiert worden seien. Das zustĂ€ndige Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht.
Richter Chen stellte fest, dass Kontoinhaber keine tatsÀchliche Autorisierung im rechtlichen Sinne erteilen, wenn ihnen der Fernzugriff auf ihre GerÀte durch TÀuschung entlockt wird.
Zudem unterliege bereits die ursprĂŒngliche, unberechtigte elektronische Lastschrift innerhalb der Mobile-Banking-App dem Schutz des Bundesgesetzes. Matthew Wessler von der Kanzlei Gupta Wessler, der die geschĂ€digten Bankkunden vertritt, begrĂŒĂte den gerichtlichen Beschluss.
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Banken verschĂ€rfen Vorgaben fĂŒr Zugangsdaten
Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen warnte die Bank of America ihre Kundschaft in einem Informationsschreiben davor, Anmeldedaten an Dritte oder automatisierte KI-Agenten weiterzugeben. Das Institut betonte, dass Kontoinhaber selbst fĂŒr sĂ€mtliche VorgĂ€nge haftbar seien, die aus einer Weitergabe von Zugangsdaten resultieren.
Als zentrale Gefahren nannte die Bank unautorisierte Finanzaktionen, Kontosperrungen sowie SicherheitslĂŒcken in externen Assistenzsystemen, die zu einem Abfluss vertraulicher Zugangsdaten fĂŒhren könnten.
Die Debatte ĂŒber externe Schnittstellen beschĂ€ftigt derzeit die gesamte Finanzbranche. Am 27. Oktober 2026 blockierte beispielsweise die Royal Bank of Canada den direkten Zugriff von externen KI-Agenten auf ihre authentifizierten Online-Banking-Dienste vollstĂ€ndig.
Das Institut begrĂŒndete den Schritt mit Sicherheitsrisiken durch autonome Systeme, die Zugangsdaten eigenstĂ€ndig speichern. Das kanadische Geldhaus verwies gleichzeitig auf seine Sicherheitsgarantie, die SchĂ€den durch unautorisierte Transaktionen im Online- und Mobile-Banking unter bestimmten Sorgfaltspflichten abdeckt.
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Wachsende Skepsis gegenĂŒber externen Agentensystemen
Auch andere US-GroĂbanken reagieren restriktiv. Institute wie Citi, Morgan Stanley und Charles Schwab sperren externe KI-Agenten systematisch aus. Charles Schwab blockiert unter anderem den KI-Assistenten Muse von Meta.
Anlass fĂŒr die strengen MaĂnahmen sind konkrete SicherheitsvorfĂ€lle: In einem dokumentierten Fall gelang es einem automatisierten Agenten, ein Kontopasswort zurĂŒckzusetzen, die hinterlegten EmpfĂ€ngerkonten zu manipulieren und anschlieĂend 100.000 US-Dollar zu ĂŒberweisen.
Bereits im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 13. Oktober 2026 betonte JPMorgan-Chef Jamie Dimon, sein Institut werde beliebigen externen Agenten keinen Zugang zu Kundenkonten gewÀhren, da dies schlicht zu riskant sei.
Auch in der Bevölkerung ist der Vorbehalt groĂ: Laut einer Erhebung der American Bankers Association unter mehr als 4.000 erwachsenen US-BĂŒrgern Ă€uĂerten 77 Prozent Bedenken dagegen, autonomen KI-Agenten eigenstĂ€ndige finanzielle Transaktionen zu ĂŒbertragen.
WĂ€hrend Finanzdienstleister noch ĂŒber einheitliche Branchenregeln fĂŒr agentenbasierte Zahlungen diskutieren, setzen viele Institute vorerst auf strikte ZugriffsbeschrĂ€nkungen oder reine Lesezugriffe.
