BankChain, Alliance

BankChain Alliance gegründet: 3.283 Banken gegen Stablecoin-Konkurrenz

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan erwägt einen eigenen Stablecoin, macht den Schritt aber von Nachfrage und Regulierung abhängig; konkrete Vorbereitungen gibt es bislang nicht.

JPMorgan prüft eigene Stablecoin trotz fehlender Umsetzungspläne
Ein modernes Hochhaus in einem Finanzviertel mit einer abstrakten Metallskulptur im Vordergrund bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Großbank JPMorgan prüft Berichten vom 26. August 2026 zufolge die Emission einer eigenen Stablecoin. Wie aus einem Bericht des Wall Street Journals hervorgeht, hänge eine endgültige Entscheidung über dieses Vorhaben maßgeblich von der künftigen Kundennachfrage sowie der weiteren regulatorischen Entwicklung ab. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es noch keine konkreten oder aktiven Umsetzungspläne.

Differenzierung zu bestehenden Systemen wie JPM Coin

In der strategischen Ausrichtung des Instituts nimmt die Blockchain-Technologie bereits heute einen zentralen Stellenwert ein. Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Bank beabsichtige, sowohl den bestehenden JPM Coin als auch potenzielle Stablecoins zu nutzen. Während Stablecoins eher defensiv eingesetzt werden könnten, sei für deren breite Anwendung eine klare Regulierung erforderlich.

Es besteht eine technologische Abgrenzung zwischen den bereits genutzten Systemen und einer möglichen Stablecoin: Der JPM Coin (JPMD) fungiert als ein sogenannter Deposit-Token für den internen Gebrauch und nicht als frei handelbare Stablecoin.

Das System wird auf den Netzwerken Base und Canton betrieben und verarbeitet laut Angaben vom 26. August 2026 ein tägliches Volumen von mehr als 7 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus verzeichnet das Institut Fortschritte bei anderen digitalen Vermögenswerten; so erreichten tokenisierte US-Schatzanweisungen (T-Bills) Mitte 2026 ein Volumen von etwa 885 Millionen US-Dollar.

Marktwachstum und neue Allianzen im US-Bankensektor

Das Interesse von JPMorgan fällt in eine Phase signifikanten Marktwachstums. Analysen von JPMorgan Research bezifferten den Markt für US-Dollar-Stablecoins im zweiten Quartal 2025 auf über 225 Milliarden US-Dollar und prognostizierten einen Anstieg auf 500 bis 750 Milliarden US-Dollar.

Mitte August 2026 lag der Stablecoin-Gesamtmarkt bereits bei rund 308 Milliarden US-Dollar, was einen deutlichen Zuwachs gegenüber dem Wert von etwa 205 Milliarden US-Dollar zu Beginn des Jahres 2025 markiert.

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Gleichzeitig formiert sich im Bankensektor verstärkter Wettbewerb durch Kooperationen. Ein Konsortium, dem unter anderem die Citigroup, die Bank of America und Wells Fargo angehören, plant für die erste Jahreshälfte 2027 den Start einer Infrastruktur für tokenisierte Einlagen. Zudem gründeten 39 US-Staatsbankenverbände am 25. August 2026 die sogenannte BankChain Alliance.

Diese Vereinigung, die 3.283 Banken mit einer Bilanzsumme von insgesamt 21,8 Billionen US-Dollar repräsentiert, verfolgt das Ziel, bis 2027 eine eigene Blockchain für Stablecoins und tokenisierte Einlagen zu etablieren. Damit sollen Kundeneinlagen in Höhe von 6,6 Billionen US-Dollar gegen die Konkurrenz durch private Anbieter abgesichert werden.

Internationale Pilotprojekte und regulatorischer Ausblick

Auch international nimmt die Einbindung von Banken in Stablecoin-Infrastrukturen zu. Die südkoreanische Shinhan Financial Group unterzeichnete am 26. August 2026 eine strategische Vereinbarung mit Visa.

Ziel ist der Aufbau einer Zahlungsinfrastruktur für Stablecoins in Südkorea, die Emissionen, Überweisungen und Rücknahmen umfasst. Die Shinhan Card, die jährlich ein Volumen von rund 145 Milliarden US-Dollar abwickelt, konzentriert sich dabei vor allem auf die B2B-Abwicklung.

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Trotz der technologischen Fortschritte mahnen Ratingagenturen wie S&P zur Vorsicht und warnen vor potenziellen Risiken für klassische Bankeinlagen durch die zunehmende Verbreitung von Stablecoins. Der regulatorische Rahmen in den USA wird derzeit durch den GENIUS Act und den CLARITY Act geprägt.

Während der im Juli 2025 verabschiedete GENIUS Act die Eintrittsbarrieren für Banken senkte, wird dessen volle Wirksamkeit erst für Januar 2027 erwartet. Eine maßgebliche Regelung durch das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) wird für November 2026 antizipiert.

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