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Bankensektor: Europas Gewinne steigen 21%, USA ziehen mit 42% davon

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Europas zehn größte Banken steigern den Halbjahresgewinn um 21 Prozent, während US-Institute deutlich stärker zulegen und regulatorische Risiken wachsen.

Europas Banken steigern Gewinne, bleiben aber hinter den USA
Moderne Glasfassade eines Bankgebäudes im Finanzviertel bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Der europäische Bankensektor hat im ersten Halbjahr 2026 eine signifikante Gewinnsteigerung verzeichnet, bleibt jedoch im direkten Vergleich hinter der Dynamik der US-amerikanischen Wettbewerber zurück.

Laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY stiegen die Nettogewinne der zehn größten europäischen Institute in den ersten sechs Monaten des Jahres um 21 Prozent auf insgesamt 58,7 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum konnten die US-Top-Banken ihre Gewinne um 42 Prozent auf einen Rekordwert von 110,6 Milliarden Euro steigern.

Renditen und Einzelabschlüsse im internationalen Vergleich

Die unterschiedliche Performance spiegelt sich auch in der Eigenkapitalrendite (RoE) wider. Während die europäischen Top-10-Banken ihre Rendite von 10,5 Prozent im Vorjahr auf nun 12,3 Prozent verbesserten, erreichten die US-Institute einen Wert von 15 Prozent, nach 11,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.

An der Spitze der US-Institute stand JPMorgan mit einem Vorsteuergewinn von 42 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 33 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026. Auf europäischer Ebene erzielte HSBC einen Vorsteuergewinn von 17,1 Milliarden Euro bei einem Nettogewinn von 13,4 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank wies für denselben Zeitraum einen Vorsteuergewinn von 5,7 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 3,6 Milliarden Euro aus.

Trotz der stabilen Kapitalausstattung und Liquidität, die sich laut einer weiteren Studie von Bearingpoint seit 2013 kontinuierlich verbessert haben, zeigen sich am deutschen Markt spezifische Herausforderungen. Hier wachsen Problemkredite derzeit stärker als in anderen großen EU-Märkten, wobei die Rentabilität weiterhin unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Regulatorische Hürden und Expansionspläne

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Im Bereich der internationalen Expansion stießen europäische Fintech-Unternehmen zuletzt auf Widerstände. Die US-Aufsichtsbehörde OCC lehnte im August 2026 die Anträge auf eine Nationalbank-Charter für die niederländische Neobank bunq sowie das britische Unternehmen Wise ab.

Während bei bunq unzureichendes Kapital angeführt wurde, belasteten bei Wise Mängel in der Geldwäschebekämpfung (AML) das Verfahren. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass Wise bereits im Juli 2025 einer Unterlassungserklärung (Consent Order) sowie einer Strafzahlung von 4,2 Millionen US-Dollar zugestimmt hatte, um AML-Defizite zu adressieren.

Parallel dazu treibt die US-Notenbank Fed Pläne zur Überarbeitung von Basel III voran. Diese sehen vor, das Gewicht kurzfristiger Wholesale-Finanzierungen von rund 30 Prozent auf 20 Prozent zu senken, was Institute wie JPMorgan und die Bank of America Milliardenbeträge kosten könnte.

Gleichzeitig stellte die EU-Kommission Mitte Juli 2026 Maßnahmen zur Überarbeitung der Kapitalregeln vor, während Branchenvertreter wie Santander-Spanien-CEO Ignacio Juliá davor warnten, die Regulierung schneller voranzutreiben als die Innovation.

Digitale Transformation und technologische Risiken

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Viele Institute reagieren auf den Wettbewerbsdruck mit massiven Investitionen in Technologie. Die Rabobank kündigte an, über drei Jahre bis zu 2 Milliarden Euro in Daten, IT und Künstliche Intelligenz zu investieren, nachdem sie im ersten Halbjahr 2026 einen stabilen Nettogewinn von 2,694 Milliarden Euro erzielt hatte.

Auf Ebene der Zentralbanken forderte EZB-Direktorin Isabel Schnabel Ende August beim Jackson Hole Symposium eine stärkere Nutzung von Distributed-Ledger-Technologien (DLT) für Zentralbankgeld. Damit solle verhindert werden, dass private Stablecoins die Abwicklung übernehmen. Das entsprechende Projekt „Pontes“ soll Ende September 2026 starten.

Sorgen bereiten den Aufsehern zudem Klumpenrisiken im Anleihemarkt. Da Hyperscaler wie Google, Amazon und Microsoft bis 2028 Kapitalausgaben von über einer Billion US-Dollar planen, sind sie verstärkt auf dem Euro-Anleihemarkt aktiv. Die EZB warnte zuletzt vor möglichen Fehlbewertungen dieser Bestände, die bei europäischen Pensionsfonds und Versicherern bereits einen erheblichen Anteil am Wachstum der Unternehmensanleihen ausmachen.

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de | wissenschaft | 70034305 |