Banking-Trojaner: 162.275 neue Malware-Pakete im Q1 2026
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Sicherheitsforscher von Kaspersky haben im ersten Quartal 2026 eine drastische Zunahme bei der Entwicklung mobiler Banking-Trojaner registriert. Mit insgesamt 162.275 neu entdeckten Paketen ĂŒbersteigt dieser Wert die Gesamtzahl des gesamten Jahres 2024 bereits um mehr als das Doppelte.
Zudem entsprechen die Funde aus den ersten drei Monaten des laufenden Jahres bereits zwei Dritteln der gesamten Jahressumme von 2025. Diese Zahlen wurden laut Branchenberichten von mehreren unabhÀngigen Quellen bestÀtigt.
Der Anteil von Banking-Trojanern an allen erkannten schÀdlichen mobilen Applikationen stieg demnach im ersten Quartal 2026 auf 52,96 %, nachdem dieser Wert im Jahr 2025 noch bei rund 31 % gelegen hatte. Insgesamt blockierte Kaspersky in diesem Zeitraum 2,67 Millionen Angriffe und identifizierte 306.070 schÀdliche Programmpakete.
Technologische Evolution und regionale Schwerpunkte
Analysten von Group-IB beobachten parallel dazu die Weiterentwicklung spezifischer Schadsoftware. Der Android-Banking-Trojaner Gigabud nutze demnach eine modifizierte Softwareumgebung namens Vwork, um legitime Banking-Apps in ein separates Arbeitsprofil auf dem GerÀt zu klonen und so Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.
Zwischen Februar und Juli 2026 seien allein in Indonesien 1.469 kompromittierte GerĂ€te und 1.281 Logins registriert worden, was zu Verlusten von rund 960.939 US-Dollar fĂŒhrte. Das Zielgebiet von Gigabud erstrecke sich laut den Experten auf elf LĂ€nder, darunter Brasilien, Kolumbien, Thailand und die TĂŒrkei.
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In SĂŒdafrika verzeichnete die Organisation SABRIC fĂŒr das Jahr 2025 erhebliche SchĂ€den durch digitale BankkriminalitĂ€t. Banking-Apps waren demnach fĂŒr 89 % der FĂ€lle und 70,5 % des gesamten Schadenswerts verantwortlich, was Kundenverluste von 1,7 Mrd. Rand zur Folge hatte.
Die Gesamtforderungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 29,2 % auf 2,41 Mrd. Rand bei insgesamt 110.074 registrierten VorfÀllen. Auch in Australien bleibt die Belastung hoch; dort verloren Verbraucher im Jahr 2025 insgesamt 2,18 Mrd. US-Dollar durch Betrugsmaschen.
Neue Betrugsmethoden und behördliche Warnungen
Aktuelle Berichte aus Asien verdeutlichen die Vielfalt der Angriffsvektoren. In Indien warnen Behörden vor dem sogenannten âFrozen-Screen-UPI-Betrugâ. Hierbei nutzen TĂ€ter gefĂ€lschte Fehlermeldungen und schĂ€dliche APK-Dateien, um ĂŒber Android-Berechtigungen GeldbetrĂ€ge zu entwenden.
Ein konkreter Fall aus Ahmedabad Anfang September 2026 zeigt, wie ein GeschÀftsmann 1,93 Lakh Rupien verlor, nachdem er eine als Gasrechnungs-Update getarnte Datei installiert hatte. Innerhalb von nur zehn Minuten wurde sein Konto durch zwei Transaktionen in Höhe von 1.01.800 und 91.620 Rupien geleert.
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Zudem hĂ€ufen sich FĂ€lle von Fernsteuerung und Bildschirmfreigabe. In Peking wurden in diesem Jahr bereits ĂŒber 1.100 solcher VorfĂ€lle gemeldet. Ein Betroffener verlor im Mai 2026 ĂŒber 200.000 Yuan, nachdem er ĂŒber eine Dating-App den Zugriff auf die Bedienungshilfen seines Smartphones aktiviert hatte. In Macau verloren mehrere Einwohner im September 2026 insgesamt rund 28.400 Patacas durch Phishing-SMS, die den Zahlungsdienst MPay imitierten.
Die Financial Action Task Force (FATF) hob in einem Bericht Anfang September zudem hervor, dass das Untergrundbanking ĂŒber digitale Geldbörsen zunehmend zur GeldwĂ€sche genutzt werde.
In einzelnen FĂ€llen seien innerhalb weniger Monate BetrĂ€ge von ĂŒber 500 Mio. Euro (entspricht 580,69 Mio. US-Dollar) gewaschen worden. Die Hongkonger WĂ€hrungsbehörde HKMA warnte in diesem Zusammenhang vor Betrugsversuchen, die gezielt auf die VerknĂŒpfung von Zahlungskarten mit kontaktlosen mobilen Diensten abzielen.
