Banking-Trojaner: 255.000 neue Varianten greifen deutsche Banken an
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Banking-Trojaner nutzt verschiedene Plug-ins, um Sicherheitsmechanismen wie das TAN-Verfahren zu unterwandern.
Diese Banken sind im Visier
Die aktuelle Malware-Welle richtet sich primär gegen Kunden der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Postbank. Die Angreifer haben es auf Zugangsdaten und Transaktionsnummern abgesehen. Seit Juli 2026 verbreiten sie die Software verstärkt über gezielte Phishing-Kampagnen.
Die Architektur des Trojaners erlaubt es den Hintermännern, die Schadwirkung durch nachladbare Module anzupassen. Kaspersky verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Banking-Trojanern für Android-Systeme. Die Experten zählten über 255.000 neue Varianten – ein Plus von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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Hook v3: 107 Fernbefehle und Ransomware-Funktionen
Parallel sorgt die Version „Hook v3“ für Besorgnis. Dieser Trojaner verfügt über 107 Fernbefehle, davon knapp 40 neu hinzugefügte. Die Software blendet gefälschte Overlays für Kreditkarten- und NFC-Zahlungen ein und umgeht den Sperrbildschirm von Mobilgeräten. Zusätzlich enthält Hook v3 Ransomware-Funktionen, die Dateien auf dem Gerät verschlüsseln.
Die Verbreitung läuft nicht nur über klassische Phishing-Mails, sondern auch über manipulierte Repositories auf GitHub. Branchenstatistiken für das erste Halbjahr 2026 zeigen einen massiven Anstieg bei spezialisierten Betrugsformen: Quishing (Phishing per QR-Code) legte um 146 Prozent zu, Smishing (Betrug per SMS) sogar um 162 Prozent.
Hersteller reagieren mit Sicherheits-Updates
Samsung schloss rund 60 Sicherheitslücken in 20 Galaxy-Modellen, Xiaomi veröffentlichte Patches für 41 Gerätetypen. Apple reagierte mit iOS 26.5.2 auf 25 Schwachstellen, darunter zwei kritische Zero-Day-Lücken.
Ermittler konnten Erfolge gegen die Angreifer-Infrastruktur verbuchen. Das Bundeskriminalamt zerschlug gemeinsam mit US-Behörden die Phishing-Plattform „Kratos“. Der Dienst lief als „Phishing-as-a-Service“ und ermöglichte es rund 1.800 Kunden, täuschend echte Microsoft-Authentifizierungsseiten zu erstellen. Die Gruppe stahl Cookies, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Seit 2024 führte sie monatlich etwa 15.000 Kampagnen durch und erzielte einen Umsatz von über 300.000 Euro. Ein mutmaßlicher Entwickler wurde in Indonesien festgenommen.
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Zusätzliche Risiken durch Datenleck bei Lidl
Eine gemeldete Datenschutzverletzung bei einem externen Dienstleister von Lidl verschärft die Lage. Betroffene Kunden in Deutschland, Belgien und den Niederlanden müssen mit vermehrten Phishing-Versuchen rechnen. Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern wurden entwendet.
Sechs Angeklagte vor Gericht
Vor dem Landgericht Münster müssen sich sechs Männer im Alter von 19 bis 61 Jahren verantworten. Ihnen wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen. Die Gruppe soll bundesweit über 180.000 Euro durch gefälschte Bankseiten und anschließenden Telefonbetrug erbeutet haben. Bei Durchsuchungen stellten Ermittler erhebliche Bargeldbestände sicher – versteckt in Wohnungen in Gelsenkirchen, Essen und Recklinghausen. Die Hauptverhandlung ist bis September angesetzt.
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