Banking-Trojaner, Android-Malware

Banking-Trojaner: Android-Malware nimmt um 56% zu – 255.000 Varianten

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ermittler zerschlagen Netzwerk zur Umgehung der Zwei-Faktor-Authentisierung. Android-Banking-Trojaner nehmen massiv zu.

Phishing-Plattform Kratos: 200 Server abgeschaltet und Entwickler gefasst
Ein Smartphone zeigt digitale Sicherheitssymbole, während es vor einem unscharfen, professionellen Büro-Hintergrund gehalten wird. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr als 200 Server wurden unschädlich gemacht. In Indonesien nahmen Ermittler einen mutmaßlichen Entwickler fest. Die Plattform „Kratos“ hatte sich darauf spezialisiert, die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) zu umgehen – mit täuschend echten Anmeldeseiten für Dienste wie Microsoft.

Professionelle Angriffs-Infrastruktur

Seit 2024 soll das Netzwerk über 300.000 Euro Umsatz erwirtschaftet haben. Rund 1.800 Nutzer mieteten die Plattform und starteten monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen in über 30 Ländern. Hunderttausende Nutzer weltweit sind vermutlich betroffen.

Die Bedrohungslage verschärft sich weiter. Android-Banking-Trojaner legten im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent zu. Über 255.000 neue Varianten wurden identifiziert. In Deutschland stehen Kunden der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Postbank besonders im Fokus.

Trojaner mit 107 Fernbefehlen

Die Version „Hook v3“ zeigt, wie professionell die Angreifer arbeiten. Die Software ermöglicht bis zu 107 verschiedene Fernbefehle. Angreifer übernehmen die vollständige Kontrolle über infizierte Smartphones.

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Die Methoden sind vielfältig: Overlay-Angriffe legen gefälschte Eingabemasken über echte Banking-Apps. SMS-TANs werden abgefangen, aktive Sitzungen übernommen. Besonders gefährlich: der Diebstahl von Einmalpasswörtern (OTP). Die Polizei warnt: Diese Codes niemals an Dritte weitergeben oder über Links eingeben – sie sind der digitale Schlüssel zum Konto.

In Indien gelang den Behörden am 21. Juli ein Schlag gegen einen 18-jährigen Entwickler. Mit 121 gefälschten Banking-Apps soll er einen Schaden von rund 7,2 Millionen Euro verursacht haben.

Stalkerware und digitale Überwachung

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor moderner Technik für Stalking-Zwecke. Die Zahl der gemeldeten Fälle sank 2025 zwar leicht auf 2.354. Doch die Taten werden digitaler. Täter nutzen Stalkerware, Bluetooth-Tracker und Deepfakes, um Bewegungsprofile zu erstellen und Opfer rund um die Uhr zu überwachen.

Betroffene sollten bei Verdacht Beweise durch Screenshots sichern. Passwörter nur über neutrale, nicht infizierte Geräte ändern.

Aktuelle Phishing-Welle trifft Sparkassen-Kunden

Die Sparkassen-Finanzgruppe warnt vor gezielten Angriffen. Kunden erhalten E-Mails mit einer Frist bis zum 22. Juli – Druckaufbau durch Zeitnot. In Münster begann am 21. Juli ein Prozess gegen eine sechsköpfige Bande. Sie soll durch gefälschte Bankseiten über 180.000 Euro erbeutet haben.

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Auch in Spanien und Portugal verbreitet sich der Trojaner „Ousaban“. Er tarnt sich als Troubleshooting-Aufforderung oder Steuerdokument. Experten raten zur Aktivierung starker Authentifizierungsverfahren und regelmäßiger Prüfung von App-Berechtigungen.

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