Bauchfett, Hormonale

Bauchfett: Hormonale Faktoren und Fettzellen-Gedächtnis entscheiden

09.06.2026 - 17:41:40 | boerse-global.de

Studien zeigen: Hormonelle Faktoren und ein epigenetisches Gedächtnis der Fettzellen erschweren den Kampf gegen Bauchfett. Neue Medikamente und personalisierte Ansätze bieten Lösungen.

Bauchfett ade: Neue Forschung zu Hormonen und Genetik
Bauchfett - Abstrakte Darstellung von Hormonen und Fettzellen im menschlichen Rumpfbereich, die den Zusammenhang zwischen Hormonhaushalt und Bauchfett veranschaulicht. 09.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Während klassische Ansätze auf Kalorien und Bewegung setzen, zeigen neue Studien: Hormonelle Veränderungen und genetische Faktoren sind die eigentlichen Hürden.

Wenn die Hormone verrĂĽcktspielen

Besonders Frauen in der Perimenopause und Menopause kennen das Problem. Der sinkende Östrogenspiegel verändert nicht nur die Haut, sondern begünstigt auch die Einlagerung von viszeralem Fett. Dazu kommt das Stresshormon Cortisol, das den Prozess zusätzlich anheizt.

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Doch es gibt Hoffnung. Eine Post-hoc-Analyse von Eli Lilly mit über 1.500 Teilnehmerinnen zeigt: Das Präparat Foundayo reduziert nach 72 Wochen das Gewicht um bis zu 14,4 Prozent und den Taillenumfang um bis zu 12,5 Zentimeter – und das in allen Phasen der Menopause.

Das fatale Gedächtnis der Fettzellen

Ein weiterer unterschätzter Faktor: die Insulinresistenz. Experten empfehlen eine proteinreiche Ernährung zu Beginn der Mahlzeiten, Bewegung direkt nach dem Essen und eine bestimmte Reihenfolge beim Verzehr von Makronährstoffen.

Noch tückischer: Eine Studie der ETH Zürich in „Nature“ belegt, dass Fettzellen ein epigenetisches Gedächtnis für Übergewicht besitzen. Diese Veränderungen bleiben bis zu zehn Jahre bestehen – selbst nach erfolgreicher Gewichtsabnahme. Das erklärt den berüchtigten Jo-Jo-Effekt wissenschaftlich.

Genetik macht den Unterschied bei Abnehmspritzen

Nicht jeder profitiert gleich von GLP-1-Präparaten wie Ozempic oder Wegovy. Forscher der Stanford University identifizierten in „Genome Medicine“ Varianten des Enzyms PAM, die die Wirkung abschwächen.

Etwa jeder zehnte Mensch trägt eine solche Variante. Nach sechs Monaten erreichten nur 12 Prozent dieser Personen ihre Blutzuckerziele – in der Vergleichsgruppe waren es 25 Prozent. Ein starkes Argument für personalisierte Medizin.

Neue Wirkstoffe und Kombinationen in der Pipeline

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Die Pharmaindustrie arbeitet an neuen Lösungen:

  • Survodutide: Reduziert viszerales Bauchfett um 34 Prozent und Leberfett um ĂĽber 60 Prozent. Allerdings brechen bis zu 25 Prozent der Probanden die Studie wegen Nebenwirkungen ab.
  • Cagri/Sema: Diese Fixkombination aus Cagrilintid und Semaglutid zielt auf ĂĽber 20 Prozent Gewichtsreduktion.
  • Apitegromab: Ein Antikörper, der den Muskelverlust unter Tirzepatid-Therapie etwa halbiert – bestätigt in „Nature Medicine“.

Auch orale Alternativen wie Orforglipron sind in der Entwicklung. Experten betonen aber: Die besten Ergebnisse liefert eine Kombination aus Medikamenten, Krafttraining und hormonfreundlicher Ernährung.

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