Bauchfett-Studie, Krebsfälle

Bauchfett-Studie: Übergewicht verursacht doppelt so viele Krebsfälle

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 00:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue DKFZ-Studie zeigt: Überschüssiges Körperfett verursacht doppelt so viele Krebserkrankungen wie bisher geschätzt.

Bauchfett-Studie: Krebsrisiko doppelt so hoch wie angenommen
Medizinisches Fachpersonal bei der Analyse von Gesundheitsdaten auf einem Tablet zur Untersuchung von Körperfettwerten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das viszerale Bauchfett ist weitaus gefährlicher als bislang angenommen. Eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) belegt: Überschüssiges Körperfett verursacht doppelt so viele Krebserkrankungen wie bisher geschätzt.

Krebsrisiko deutlich unterschätzt

Forscher um Hermann Brenner analysierten 458.543 Datensätze der UK Biobank. Ihr Ergebnis: Bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen gehen auf überschüssiges Körperfett zurück. Bisherige Schätzungen lagen bei rund 5,5 Prozent.

Die Studie, erschienen in Cancer Communications, zeigt: Der Body-Mass-Index (BMI) allein reicht nicht aus. Entscheidend sind Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis. Besonders betroffen: Frauen und Menschen unter 60 Jahren.

Die Wissenschaftler schlossen bewusst Fälle aus, bei denen Gewichtsverlust bereits vor der Krebsdiagnose auftrat. So ließ sich der kausale Zusammenhang präziser bestimmen.

Neue Tablette gegen Adipositas zugelassen

Parallel zu den Erkenntnissen über die Gefahren von Übergewicht kommt eine neue Behandlungsoption auf den Markt. Die Europäische Kommission ließ Mitte Juli 2026 eine orale Form von Semaglutid (Wegovy) zu.

Die 25-mg-Tablette ist der erste orale GLP-1-Rezeptoragonist für die Adipositastherapie. Klinische Daten der OASIS-4-Studie belegen: Bei korrekter, nüchterner Einnahme verlieren Patienten durchschnittlich 16,6 Prozent ihres Gewichts. Die Markteinführung in Deutschland wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Noch spannender: SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten könnten auch vor Alzheimer schützen. Eine Analyse in JAMA Network Open zeigt, dass SGLT2-Hemmer das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt zudem, dass 45 Prozent des Demenzrisikos durch Lebensstiländerungen vermeidbar wären.

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Warum Bauchfett im Alter zunimmt

Forscher identifizierten im Fachmagazin Science eine spezifische Stammzellpopulation (CP-As), die im Alter vermehrt Fettzellen produziert. Gesteuert wird dieser Prozess über den LIFR-Signalweg. Die Erkenntnisse könnten künftig neue Ansätze liefern, um metabolische Veränderungen im Alter gezielter zu behandeln.

Langzeitstudien wie die DPP-Outcome-Studie mit 21 Jahren Beobachtungszeitraum zeigen: Intensive Lebensstilinterventionen bei Prädiabetes senken das Risiko für Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck effektiver als eine rein medikamentöse Behandlung mit Metformin.

Schnell abnehmen: Mythos vom Jo-Jo-Effekt widerlegt

Gute Nachrichten für alle, die schnell Gewicht verlieren wollen: Der gefürchtete Jo-Jo-Effekt tritt nicht zwangsläufig ein. Eine norwegische Studie, vorgestellt auf dem Europäischen Adipositas-Kongress im Mai 2026, belegt das Gegenteil.

Probanden mit einer initial sehr kalorienarmen Diät hielten nach zwölf Monaten einen höheren Gesamtgewichtsverlust (14,4 Prozent) als eine Vergleichsgruppe mit langsamerer Reduktion (10,5 Prozent).

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Der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ist widerlegt: Eine norwegische Studie zeigt, dass schneller Gewichtsverlust langfristig besser hält. Erfahren Sie im Report, wie Sie mit der neuen Semaglutid-Tablette sicher abnehmen. Jo-Jo-Mythos entlarven – Report sichern

Das Bundessozialgericht entschied im Juni 2026 zudem: Adipositas permagna kann in Kombination mit Gelenkschäden oder Herzrhythmusstörungen die Zuerkennung des Merkzeichens G (erhebliche Gehbehinderung) begründen.

Fachmediziner betonen zunehmend: Adipositas ist eine chronische Erkrankung, kein individuelles Versagen. Diese Neubewertung könnte den Zugang zu chirurgischen oder medikamentösen Interventionen nachhaltig verändern.

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