Bauchfett, Vitamin-D-Mangel

Bauchfett + Vitamin-D-Mangel: Sterberisiko um 123% erhöht

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien aus 2026 verknüpfen niedrige Vitamin-D-Werte mit bestimmten Schmerzen und höherer Sterblichkeit bei Bauchfett, warnen aber vor Eigenmedikation.

Vitamin D: Mangel beeinflusst Schmerzen und Sterberisiko
Sonnenlicht fällt durch herbstliche Blätter auf eine Steinfläche und symbolisiert die Bedeutung von UV-Strahlung. Illustration mit AI erstellt.

Vitamin D gilt seit Langem als wichtiger Baustein für die Knochengesundheit. Neuere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass das Sonnenvitamin auch bei der Wahrnehmung und Regulierung von Schmerzen eine bislang unterschätzte Rolle spielen könnte. Mehrere Studien aus dem Jahr 2026 werfen ein differenziertes Licht auf den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Status, Schmerzsyndromen und sogar dem Sterberisiko bei bestimmten Risikogruppen.

Zusammenhang zwischen Mangel und Schulter- sowie Rückenschmerzen

Eine indische Forschergruppe wertete Krankenakten aus und stellte fest, dass ein Vitamin-D-Mangel mit einem höheren Risiko für Schultersteife und Rückenschmerzen einhergeht.

Laut einem Bericht vom 13. September 2026 relativierte die Physiotherapeutin Sammy Margot diesen Befund jedoch: Der Nutzen einer Vitamin-D-Gabe bei Schulter- und Rückenschmerzen zeige sich vor allem dann, wenn tatsächlich ein Mangel vorliege – eine pauschale Empfehlung für alle Betroffenen lasse sich daraus nicht ableiten.

Bei der Schultersteife selbst gelten Kortikosteroid-Injektionen im frühen, besonders schmerzhaften Stadium als die am besten belegte Behandlungsoption. Die Erkrankung kann sich zwar auch ohne gezielte Therapie zurückbilden, dieser Prozess der Selbstheilung kann jedoch bis zu drei Jahre dauern.

Wie ein Mangel entsteht und behoben werden kann

Prof. Dr. Esteban Jódar von der Quirónsalud Madrid erklärte in einem Bericht vom 14. September 2026, dass ein Vitamin-D-Defizit im Sommer teilweise oder vollständig korrigiert werden könne – vorausgesetzt, es besteht eine ausreichende UVB-Exposition der Haut.

Als Mindestwert für die Allgemeinbevölkerung gilt demnach ein 25(OH)D-Spiegel von 20 ng/ml, während für die Knochengesundheit häufig 30 ng/ml angesetzt werden, teils auch ein Bereich von 30 bis 40 ng/ml. Ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen zeige sich vor allem bei Werten unterhalb von 30 ng/ml.

Für die Behandlung eines nachgewiesenen Mangels nannte Jódar eine Initialtherapie über einen Zeitraum von etwa sechs bis acht Wochen. Diese Maßnahme reiche seinen Angaben zufolge bei rund der Hälfte der Bevölkerung aus, um den Vitamin-D-Spiegel zu normalisieren.

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Bauchfett und Vitamin-D-Mangel als gefährliche Kombination

Besonders deutlich wird die Bedeutung eines ausreichenden Vitamin-D-Spiegels in einer Studie, die im Fachjournal Diabetes, Obesity and Metabolism im Jahr 2026 veröffentlicht wurde. Sie begleitete 5.520 Teilnehmende ab 50 Jahren über sechs Jahre. Das Ergebnis: Bei Personen mit abdominaler Adipositas kombiniert mit einem Vitamin-D-Mangel lag das Sterberisiko um 123 Prozent höher beziehungsweise beim 2,23-Fachen im Vergleich zur Referenzgruppe.

Auch einzelne Risikofaktoren für sich genommen erhöhten die Sterblichkeit: Eine Vitamin-D-Insuffizienz ohne begleitendes Bauchfett steigerte das Risiko um 91 Prozent, ein Vitamin-D-Mangel ohne abdominale Adipositas um 81 Prozent. Abdominale Adipositas allein war mit einem um rund 50 Prozent erhöhten Sterberisiko verbunden.

Als abdominale Adipositas gilt laut Studiendefinition ein Taillenumfang von mehr als 88 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise mehr als 102 Zentimetern bei Männern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt einen Schätzwert von 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag als Richtgröße.

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Grenzen der Supplementierung

Trotz der beschriebenen Zusammenhänge mahnen Fachleute zur Vorsicht bei der unkontrollierten Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. Eine Supplementierung kann das Blutkalzium sowie die Kalziumausscheidung erhöhen und damit das Risiko für Nierensteine steigern.

Eine gezielte Einnahme sollte demnach vor allem bei nachgewiesenem Mangel und in Abstimmung mit den empfohlenen Zielwerten erfolgen, statt pauschal als Allheilmittel gegen Schmerzen oder zur Risikoreduktion eingesetzt zu werden.

Insgesamt zeichnen die verschiedenen Untersuchungen ein Bild, das über die klassische Rolle von Vitamin D für die Knochen hinausgeht: Der Vitamin-D-Status scheint sowohl bei bestimmten Schmerzsyndromen als auch im Zusammenspiel mit Übergewicht ein relevanter, aber differenziert zu betrachtender Faktor für die Gesundheit im höheren Lebensalter zu sein.

Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Vitamin-D-Mangel: Bei diesen Menschen steigt das Sterberisiko um 123 Prozent“

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