Bear Robotics: NVIDIA-Werkzeuge senken GR00T-Inferenzzeit auf 60 Millisekunden
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Entwicklerkonferenz GTC in Berlin hat NVIDIA eine umfassende Erweiterung seiner Isaac-Plattform für die Allzweck-Robotik vorgestellt. Im Zentrum der Ankündigungen steht der Referenz-Humanoide Agile ONE SN, der für den Einsatz in Forschung und Entwicklung konzipiert ist. Die Plattform soll Anfang 2027 verfügbar sein und über eine geplante Integration des Halos-Sicherheitsstacks verfügen.
Referenz-Humanoide für Forschung und Entwicklung
Der Agile ONE SN basiert technisch auf dem System NVIDIA Jetson Thor, das eine Rechenleistung von 2.070 FP4-Teraflops sowie 128 Gigabyte Unified Memory bereitstellt. NVIDIA bezifferte die Maße des Referenzmodells mit einer Größe von 1,40 Metern, einem Gewicht von 40 Kilogramm, 31 Freiheitsgraden und einer Nutzlast von 3 Kilogramm pro Arm.
Ergänzend stellte das Unternehmen die allgemeine Verfügbarkeit von Isaac Lab 3.0, die Isaac OS Runtime, die SimReady Central Library auf Hugging Face mit mehr als 2.000 Assets sowie den Datensatz Human-1M vor.
Der Hersteller Agile Robots präsentierte parallel technische Details zu seiner Umsetzung des Agile ONE SN auf Basis von NVIDIA Isaac GR00T. Nach Angaben des Unternehmens verfügt der Roboter über 31 Freiheitsgrade im Körper sowie zwei Wuji-Taktil-Hände mit je 20 Freiheitsgraden, was insgesamt 71 Freiheitsgrade ergibt.
Bei einer Größe von 1,4 Metern beziehungsweise 4,59 Fuß und einem Gewicht von 43 Kilogramm beziehungsweise 95 Pfund erreicht das System ein Gelenkdrehmoment von bis zu 140 Newtonmetern bei einer Nutzlast von bis zu 3 Kilogramm pro Arm.
Zur Ausstattung gehören RGB-D-Kameras, 3D-LiDAR, Wi-Fi 7 sowie eine Vorkonfiguration mit dem Modell GR00T-1.7-VLA. Das Unternehmen berichtete über Interesse von Forschungseinrichtungen wie der Stanford University und der ETH Zürich.
Spencer Huang, Produktdirektor bei NVIDIA, erklärte laut einem Bericht vom 21. Oktober 2026, dass die gemeinsam spezifizierte Vorkonfiguration Forschenden zwei bis drei Monate an Integrationsaufwand einsparen könne.
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Zhaopeng Chen, CEO von Agile Robots, kündigte an, im kommenden Jahr in Kooperation mit NVIDIA zwischen 1.000 und 2.000 kleine humanoide Roboter produzieren zu wollen. Der Fertigungsstart der Modelle Agile ONE S und ONE SN sei für Ende 2026 avisiert.
Industrielle Pilotprojekte und Partnerschaften
Gemeinsam mit Audi, Dassault Systèmes und NVIDIA entwickelt Agile Robots zudem ein Pilotprojekt zur Teile-Sequenzierung im Werk Ingolstadt, wo täglich rund eine Million Picks anfallen. Dabei greifen die Partner auf einen virtuellen Zwilling zurück, der über die DELMIA-Software von Dassault Systèmes und NVIDIA Omniverse auf Basis von OpenUSD erstellt wurde.
Die Simulation testet Kollisionen, Greifbarkeit, Zykluszeiten sowie Engpässe vor dem realen Einsatz. Weiterhin entwickeln Agile Robots und NVIDIA Sicherheitsfunktionen auf Basis von NVIDIA Halos, wobei Agile Robots Erfahrungen aus mehr als 20.000 weltweit installierten Automatisierungslösungen einbringt.
Auch andere Branchenakteure integrieren die neuen Plattformwerkzeuge:
- Bear Robotics zeigte die Lernplattform KINO-2 für den Humanoiden KR1. Laut Angaben vom 22. Oktober 2026 reduzierte das Unternehmen mithilfe von Isaac OS, TensorRT und Quantisierung die GR00T-Inferenzzeit intern von rund 500 auf etwa 60 Millisekunden. Das eigene Modell sank von 72,3 auf 17,2 Millisekunden.
- Schaeffler bringt Aktuatoren exklusiv in die Physik-Engine NVIDIA Newton für Isaac Lab und Isaac Sim ein, um die Übertragung von Simulationsdaten in reale Anwendungen zu optimieren.
- Comau rüstet Controller künftig mit Jetson-Edge-Compute aus und trainiert Bildverarbeitungssysteme in Isaac Sim per Reinforcement Learning.
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- Festo bindet digitale Zwillinge über Omniverse-Technologie gemeinsam mit ABB Robotics in RobotStudio HyperReality ein.
- KUKA zeigte mit FactoryLens und iiQKA.AI Vision Werkzeuge auf Basis von Jetson Orin und Omniverse.
- TÜV SÜD und Accenture präsentierten eine Sicherheitssuite, die Zertifizierungsprozesse für mobile Roboter beschleunigen und den Produktionsstart um bis zu 30 Prozent vorziehen soll.
Auf der Konferenz erklärte NVIDIA-CEO Jensen Huang, dass Europas Fertigungspräzision der Region einen strukturellen Vorsprung bei physischer KI verschaffe und jedes europäische Unternehmen künftig auf KI-Lösungen setzen werde. NVIDIA habe bisher fast 10 Milliarden US-Dollar in das europäische Technologie-Ökosystem investiert.
