Beckenbodenphysiotherapie, Physioswiss

Beckenbodenphysiotherapie: Physioswiss verlangt eine Zusatzqualifikation

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 19:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Positionspapier verlangt eine Zusatzqualifikation und grenzt die rehabilitative Physiotherapie von der RĂŒckbildung durch Hebammen ab.

Physioswiss definiert Anforderungen fĂŒr Beckenbodenphysiotherapie neu
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer Physiotherapiepraxis mit einer Liege und Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Schweizer Berufsverband Physioswiss hat mit einem Positionspapier den Rahmen fĂŒr die Beckenbodenphysiotherapie neu abgesteckt. Das Dokument ordnet diesen Bereich als spezialisierte rehabilitative Leistung innerhalb der Physiotherapie ein und formuliert verbindliche QualitĂ€tsanforderungen sowie klare personelle ZustĂ€ndigkeiten. Damit soll die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit spezifischen Funktionsstörungen im Beckenbereich prĂ€zisiert und im interdisziplinĂ€ren Gesundheitssystem geschĂ€rft werden.

Qualifikationsanforderungen fĂŒr spezialisierte Behandlungen

Die Beckenbodenphysiotherapie umfasst anspruchsvolle therapeutische Interventionen, die fundierte Fachkenntnisse voraussetzen. Wie Physioswiss in dem Grundsatzpapier festhĂ€lt, reicht eine allgemeine physiotherapeutische Ausbildung fĂŒr diesen Schwerpunkt allein nicht aus. FĂŒr die AusĂŒbung dieser Spezialisierung wird explizit eine entsprechende Zusatzqualifikation vorausgesetzt.

Ziel dieser Vorgabe ist es, die BehandlungsqualitĂ€t bei komplexen Beschwerdebildern zu sichern. Therapeuten mĂŒssen vertiefte Kenntnisse ĂŒber die funktionelle Anatomie des Beckenbodens, differenzierte Befunderhebungen sowie gezielte Übungs- und Therapiemethoden nachweisen, um diese spezialisierten Leistungen fachgerecht zu erbringen.

Abgrenzung zwischen Hebammenarbeit und Physiotherapie

Ein zentraler Bestandteil des Positionspapiers ist die Festlegung von Schnittstellen und Kompetenzen im Bereich der Frauengesundheit nach der Entbindung. Physioswiss zieht hierbei eine klare Grenze zwischen prÀventiv-begleitenden Angeboten und medizinischer Rehabilitation.

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Das Positionspapier ordnet Beckenbodenphysiotherapie als spezialisierte rehabilitative Leistung ein – und verlangt dafĂŒr ausdrĂŒcklich eine Zusatzqualifikation. Wer die Anforderungen kennt, kann sich gezielt weiterbilden und Patientinnen sicher zuweisen. Kostenlosen Praxis-Leitfaden zur Beckenbodenphysiotherapie anfordern

Laut dem Papier fĂ€llt die physiologische RĂŒckbildung nach einer Schwangerschaft und Geburt originĂ€r in das Aufgabengebiet der Hebammen. Die Hebammenarbeit begleitet diesen natĂŒrlichen Prozess und fördert die primĂ€re Stabilisierung im Wochenbett und in der Phase danach.

Dagegen wird die rehabilitative Behandlung manifester Funktionsstörungen eindeutig der spezialisierten Physiotherapie zugewiesen. Treten Beschwerden wie Harn- oder Stuhlinkontinenz, chronische SchmerzzustÀnde im Beckenbereich oder Senkungsbeschwerden von Blase, GebÀrmutter oder Darm auf, handelt es sich um pathologische FunktionseinschrÀnkungen.

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Nach der Geburt ist oft unklar, wer zustĂ€ndig ist: Hebammen begleiten die physiologische RĂŒckbildung, die spezialisierte Physiotherapie ĂŒbernimmt die Rehabilitation manifester Funktionsstörungen wie Inkontinenz oder Senkungsbeschwerden. Dieser Leitfaden zeigt die Schnittstellen und die konkrete Zuweisung. Leitfaden Schnittstellen Hebamme und Physio sichern

In diesen FÀllen greift die rehabilitative Beckenbodenphysiotherapie, um betroffenen Patienten durch zielgerichtetes Training, Biofeedback oder manuelle Techniken eine gezielte Wiederherstellung der FunktionalitÀt zu ermöglichen.

Die KlĂ€rung der Verantwortlichkeiten dient Ärzten, Therapeuten und Hebammen als Orientierung, um betroffene Patientinnen frĂŒhzeitig den jeweils zustĂ€ndigen Fachdisziplinen zuzuweisen.

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