Beckenbodentraining, Kontraktionen

Beckenbodentraining: 12.000 Kontraktionen in 28 Minuten ohne OP

01.06.2026 - 10:30:16 | boerse-global.de

Neue elektromagnetische Verfahren und ein Berliner Antrag rücken die medizinische Versorgung von Frauen in den Fokus.

Beckenbodentraining: 12.000 Kontraktionen in 28 Minuten ohne OP - Foto: über boerse-global.de
Beckenbodentraining: 12.000 Kontraktionen in 28 Minuten ohne OP - Foto: über boerse-global.de

Im Fokus: nicht-invasive Behandlungen und mehr politisches Engagement für Frauengesundheit.

Beckenbodentraining der Zukunft

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Hightech statt Handarbeit: In der urogynäkologischen Prävention setzen immer mehr Anbieter auf hochintensive elektromagnetische Verfahren. Systeme wie die EMSELLA-Technologie stimulieren die Beckenbodenmuskulatur supramaximal – und das ganz ohne Skalpell.

Eine Sitzung dauert rund 28 Minuten. Dabei werden etwa 12.000 Muskelkontraktionen ausgelöst. Fachanbieter wie ReVital Aesthetic aus Bad Homburg empfehlen sechs bis acht Behandlungen im Rhythmus von zwei Terminen pro Woche.

Erste Verbesserungen zeigen sich oft nach drei Anwendungen. Das vollständige Ergebnis stellt sich nach etwa sechs Wochen ein. Für den langfristigen Erfolg sind jährliche Auffrischungen ratsam.

Berliner Grüne fordern Strategie

Auch politisch tut sich etwas. Ende Mai 2026 brachten die Berliner Grünen einen Antrag ins Abgeordnetenhaus ein. Ihre Forderung: eine verbindliche Frauengesundheitsstrategie.

„Das Thema gehört aus der Tabuzone“, sagt Sprecherin Bahar Haghanipour. Ein zentraler Punkt ist ein Aktionsplan für die Wechseljahre. Der Hintergrund: Rund 85 Prozent der etwa neun Millionen betroffenen Frauen leiden in dieser Lebensphase unter Beschwerden.

Der Neun-Punkte-Plan umfasst weitere Maßnahmen: bessere Hebammenversorgung, mehr hebammengeleitete Kreißsäle und eine rechtssichere Finanzierung der Schwangerenkonfliktberatung. Zudem sollen Schwangerschaftsabbrüche fester Bestandteil des Medizinstudiums werden. Hausärzten soll die Abrechnung medikamentöser Abbrüche ermöglicht werden.

Industrie fordert klare Datenregeln

Die Industrie drängt auf bessere Bedingungen für Forschung und Entwicklung. Der Fachverband ZVEI fordert von der Bundesregierung eine rechtssichere Nutzung von Gesundheitsdaten.

„Unklare Bedingungen verzögern Forschungsprojekte“, kritisiert Geschäftsführerin Sarah Bäumchen. Konkret verlangt der Verband einen Erlaubnistatbestand für pseudonymisierte und anonymisierte Behandlungsdaten im Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GeDIG).

Auch die europäische Gesetzgebung sieht der ZVEI kritisch. Mit dem KI-Omnibus sei eine Chance vertan worden, das Verhältnis zwischen Medizinprodukterichtlinie und KI-Verordnung eindeutig zu klären.

Yoga für den Beckenboden

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Neben Technik und Politik wächst der Markt für präventive Bewegungsangebote. Immer mehr Kurse kombinieren klassische Methoden wie Yoga mit spezifischen Schwerpunkten auf Rückbildung und Rumpfstärkung.

In Dortmund starteten im Mai 2026 Hatha-Yoga-Kurse speziell zur funktionalen Stärkung des Beckenbodens. Die Kosten: rund 136 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen bezuschussen die Krankenkassen. In Karben bieten Hebammen Rückbildungskurse an – hier ist das Training ab der vierten Woche nach der Geburt möglich.

Auch das Fernsehen entdeckt das Thema. Der Bayerische Rundfunk strahlt Anfang Juni 2026 in der Sendereihe Tele-Gym spezielle Folgen zum Beckenbodentraining aus. Das Ziel: Übungskonzepte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Parallel dazu rückt die gesellschaftliche Anerkennung von Frauen in spezifischen Berufsfeldern in den Fokus. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig erklärte den 1. Juni 2026 zum Weltbäuerinnentag. Er markiert den Auftakt zum Internationalen Jahr der Bäuerin, das die Vereinten Nationen ausgerufen haben.

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