Beckenbodentraining: Studien zeigen 37 Prozent weniger Inkontinenzrisiko
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachberichte informieren über die Bandbreite der medizinischen Therapiemöglichkeiten bei Beckenbodensenkungen. Das Spektrum reicht von konservativen Maßnahmen wie gezieltem Muskeltraining und Hilfsmitteln bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Die Wahl des passenden Verfahrens orientiert sich dabei maßgeblich an den individuellen Symptomen und dem Leidensdruck der Betroffenen.
Konservative Ansätze und präventives Training
Die konservative Behandlung bildet in der Regel den ersten Schritt bei einer diagnostizierten Beckenbodensenkung. Sie umfasst strukturierte Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur sowie gezielte Anpassungen der Gewohnheiten im Alltag. Bei leichten Beschwerden stehen Trainingsprogramme im Vordergrund, die Betroffene eigenständig oder unter fachlicher Anleitung durchführen können.
Laut wissenschaftlichen Studien verringert ein regelmäßiges Beckenbodentraining das Risiko für eine Harninkontinenz um 37 Prozent. Das Risiko für ein Absenken der Organe im Beckenbereich reduziert sich durch das Training den Untersuchungen zufolge um 56 Prozent. Als Einstieg in den Übungsalltag werden bereits fünf Minuten Training täglich empfohlen.
Die Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur ist zudem nicht nur auf Frauen beschränkt. Das Training besitzt auch für Männer eine erhebliche Relevanz, insbesondere im Zusammenhang mit der Erektionsfähigkeit oder im Rahmen der Rehabilitation nach einer Operation an der Prostata.
Nach einer vaginalen Entbindung wird Frauen geraten, etwa sechs Wochen später mit einem Rückbildungskurs zu beginnen. Nach einem Kaiserschnitt sollte hingegen mehr Zeit eingeplant werden, bevor mit dem Training gestartet wird.
Ein regelmäßiges Beckenbodentraining senkt laut Studien das Risiko für Harninkontinenz um 37 Prozent und das Absenken der Organe im Becken um 56 Prozent – schon fünf Minuten täglich gelten als Einstieg. Wer weiß, wie die Übungen richtig sitzen und wann nach einer Entbindung der Rückbildungsstart sinnvoll ist, tut früh etwas für mehr Sicherheit im Alltag. Jetzt kostenlosen Beckenboden-Ratgeber anfordern
Einsatz und Handhabung von Pessaren
Ergänzend zu aktiven Übungen kommen bei leichten bis mittelschweren Beschwerden Hilfsmittel wie Pessare zum Einsatz. Diese medizinischen Produkte bestehen aus Silikon oder Kunststoff und dienen der mechanischen Stabilisierung des Beckenbodens sowie der Unterstützung der betroffenen Organe.
Ein Pessar wird direkt in der ärztlichen Praxis individuell angepasst, um einen optimalen Sitz und Tragekomfort zu gewährleisten. Die Anwendung erfordert anschließend regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um Druckstellen oder Schleimhautreizungen zu vermeiden und die korrekte Positionierung dauerhaft zu überwachen.
Indikationen und Risiken operativer Eingriffe
Ein chirurgischer Eingriff wird erst dann in Betracht gezogen, wenn ausgeprägte und anhaltende Beschwerden vorliegen oder konservative Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Die medizinische Entscheidung zur Operation knüpft sich dabei an klare Bedingungen: Allein aufgrund des anatomischen Senkungsgrades wird keine Operation durchgeführt; ausschlaggebend sind stets die tatsächlichen Beschwerden der betroffenen Person.
Nicht jede Beckenbodensenkung muss operiert werden – ausschlaggebend sind die tatsächlichen Beschwerden, nicht allein der Senkungsgrad. Konservative Maßnahmen wie gezieltes Muskeltraining und Hilfsmittel bilden den ersten Schritt, und die Ausschöpfung dieser Methoden bleibt der zentrale Pfeiler der Behandlung. Dieser Ratgeber ordnet ein, welche konservativen Wege vor einer OP in Frage kommen. Checkliste konservative Therapie vor OP sichern
Wie bei jedem operativen Eingriff müssen auch hier mögliche Risiken abgewogen werden. Zu den typischen operationsbedingten Gefahren zählen Blutungen, Infektionen und Thrombosen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass es im weiteren Verlauf zu einer erneuten Senkung des Gewebes kommt. Aus diesem Grund bleibt die Ausschöpfung konservativer Therapiemethoden der zentrale Pfeiler der Behandlung.
