Beeru Stevia: Labortest findet 47,21 Prozent Kohlenhydrate im Produkt
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deProdukte mit Bezeichnungen wie zuckerarm oder zuckerfrei erfreuen sich weltweit wachsender Beliebtheit, gelten bei vielen Verbrauchern jedoch vorschnell als unbedenkliche Alternative. Das indonesische Gesundheitsministerium Kemenkes wies laut einem Bericht vom 30. Oktober 2026 darauf hin, dass Kennzeichnungen wie „low sugar“ oder „zero sugar“ nicht automatisch bedeuten, dass ein Erzeugnis gesünder sei. Konsumenten sollten stets die Zutatenliste sowie die Nährwertangaben prüfen, anstatt sich allein auf hervorgehobene Werbeaussagen zu verlassen.
Grenzen von Süßungsmitteln und Risiken übermäßigen Konsums
Nach Vorgaben des indonesischen Gesundheitsministeriums liegt die Tagesgrenze für Zucker bei maximal 50 Gramm beziehungsweise rund vier Esslöffeln pro Person, gerechnet über alle verzehrten Lebensmittel und Getränke.
Ein bloßer Austausch von Zucker durch Ersatzstoffe wird von Fachleuten jedoch differenziert bewertet. Aji Muhawarman von Kemenkes betonte laut dem Bericht, dass Zuckerersatz keine Hauptlösung für eine langfristige Gewichtskontrolle darstelle.
Zudem wies Siti Nadia Tarmizi seitens des Ministeriums darauf hin, dass Sukralose etwa 600-mal süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker sei. Auch der indonesische Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin sprach sich in Jakarta gegen einen übermäßigen Konsum von Zucker oder Ersatzstoffen aus.
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Ein hoher Zuckerkonsum könne Diabetes, Schlaganfälle sowie Herz- und Nierenprobleme verursachen. Ebenso sei ein übermäßiger Verzehr künstlicher Süßstoffe schädlich, wobei die Festlegung technischer Grenzwerte bei der Aufsichtsbehörde BPOM liege.
Medizinische Beobachtungen stützen diese Zurückhaltung gegenüber Ersatzstoffen. Marco Witkowski vom Deutschen Herzzentrum der Charité merkte laut einem Bericht vom 29. Oktober 2026 an, dass Süßstoffe wie Erythritol und Xylitol im Verdacht stehen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen.
Langfristige Auswirkungen seien lange vernachlässigt worden, zudem könne ein Kompensationsverhalten der Konsumenten gesundheitliche Vorteile zunichtemachen. Auch das Verbraucherschutzforum unterstrich, dass zuckerfreie Produkte nicht automatisch gesund seien, da Säuren die Zahnerosion fördern könnten und der langfristige Konsum von Süßstoffen umstritten bleibe.
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Deklarationsprobleme und internationale Regulierungsansätze
Um Transparenz bei Lebensmitteln zu schaffen, einigten sich Kemenkes, die Behörde BPOM und KKSK in Indonesien auf eine Nutri-Level-Kennzeichnung mit den Kategorien A bis D für Zucker, Salz und gesättigte Fette.
Wie bedeutsam exakte Angaben sind, zeigte ein Fall um das Produkt Beeru Stevia: Nachdem der Influencer Dokter Detektif unabhängige Labortests veröffentlicht hatte, die nicht auf dem Etikett deklarierte Sukralose und Neotam sowie 47,21 Prozent Kohlenhydrate und 188,84 Kilokalorien je 100 Gramm Probe auswiesen, stoppten Beeru und der Hersteller vorübergehend den Verkauf. Kemenkes erklärte hierzu, das Produkt erst nach einer offiziellen Prüfung durch die BPOM bewerten zu können.
Regulierungsbehörden in anderen Ländern verschärfen ebenfalls die Regeln für Werbeaussagen. Das südkoreanische Ministry of Food and Drug Safety verabschiedete am 23. Oktober 2026 eine Neuregelung zur funktionellen Kennzeichnung, die ab dem 1. Januar 2028 wirksam wird.
Demnach dürfen Lebensmittel, die Zucker durch Süßstoffe ersetzen, künftig nicht mehr mit der Aussage werben, sie könnten den Blutzuckeranstieg nach Mahlzeiten dämpfen. Für eine Einstufung als zuckerarm gelten in Südkorea Schwellenwerte von unter 5 Gramm Zucker je 100 Gramm bei festen Lebensmitteln und unter 2,5 Gramm je 100 Milliliter bei Getränken.
