Bejarano-Nachlass, Forschungsstelle

Bejarano-Nachlass: Forschungsstelle öffnet einzigartiges Zeitzeugnis-Archiv

28.05.2026 - 11:13:36 | boerse-global.de

Das FZH Hamburg öffnet den Nachlass von Esther Bejarano. Die Sammlung dokumentiert ihr Leben als Überlebende, Sängerin und Aktivistin gegen Antisemitismus.

Bejarano-Nachlass: Forschungsstelle öffnet einzigartiges Zeitzeugnis-Archiv - Foto: über boerse-global.de
Bejarano-Nachlass: Forschungsstelle öffnet einzigartiges Zeitzeugnis-Archiv - Foto: über boerse-global.de

Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg (FZH) hat den persönlichen Nachlass der Holocaust-Überlebenden und Sängerin Esther Bejarano der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit dem 27. Mai 2026 können Forscher und Interessierte in den umfangreichen Archiven blättern, die Bejaranos bewegtes Leben dokumentieren.

Die Familie der 2021 im Alter von 96 Jahren verstorbenen Aktivistin übergab die Sammlung bereits im März 2023 an das FZH. Seither wurde das Material aufwendig katalogisiert und konserviert. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Zeugnis jüdischen Widerstands und politischen Engagements in Deutschland.

Ein Archiv voller Geschichte

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Der Nachlass bietet tiefe Einblicke in Bejaranos Leben. Die Sammlung umfasst offizielle Dokumente, private Korrespondenz, persönliche Kalender und Auszeichnungen. Hinzu kommen multimediale Bestandteile: Fotografien, Audioaufnahmen und Filmmaterial dokumentieren ihre Arbeit als Sängerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees.

Besonders bemerkenswert sind die künstlerischen Materialien aus ihrer Musikkarriere. Plakate, Notenblätter und Liedtexte zeigen, wie Bejarano Musik als politisches Werkzeug einsetzte. Ein Teil der Dokumente war vorübergehend in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme untergebracht, bevor die Sammlung ihren endgültigen Platz am FZH-Standort am Schlump fand.

Förderung und Bedeutung für die Gegenwart

Die Stadt Hamburg unterstützte die Erschließung des Nachlasses mit 40.000 Euro. Kultursenator Carsten Brosda betonte bei der Vorstellung des Projekts am 28. Mai 2026 die gesellschaftliche Relevanz solcher Archive. Gerade angesichts aktueller antisemitischer Tendenzen sei es wichtig, das Vermächtnis von Überlebenden zu bewahren.

Die kommissarische FZH-Direktorin Kirsten Heinsohn hob hervor, dass der Nachlass weit mehr als eine biografische Sammlung sei. Er dokumentiere den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus – ein Vermächtnis, das auch künftige Generationen erreichen müsse. Die offizielle Präsentation des Archivs war Teil der Vortragsreihe „History is Made" und wurde per Zoom übertragen.

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Bejarano bleibt präsent

Die Öffnung des Archivs ist Teil einer umfassenden Würdigung durch die Hansestadt. Bereits heute tragen eine Stadtteilschule und ein Studentenwohnheim ihren Namen. Im Dezember 2026 soll die Bergiusstraße im Stadtteil Ottensen in Esther-Bejarano-Straße umbenannt werden.

Während das FZH mit Bejaranos Nachlass ein Stück Hamburger Geschichte bewahrt, arbeiten auch andere Institutionen an der Sicherung jüdischen Erbes. Das YIVO Institute for Jewish Research kündigte für den 22. Juni 2026 ein Gedenkbuch mit Artefakten aus seinen Sammlungen an. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gab kürzlich eine Skulptur aus dem 16. Jahrhundert an die Erben eines jüdischen Bankiers zurück, der in den 1930er Jahren vor den Nazis fliehen musste.

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