Benutzernamen-Streit: Indische Regierung bremst WhatsApp-Update
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 03:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Funktion soll Privatsphäre verbessern, indem Kontakte ohne Telefonnummern hergestellt werden können. Doch der Start Ende Juni 2026 sorgt bereits für politischen Gegenwind – vor allem in Indien.
Start mit Hindernissen
Seit dem 29. Juni können Nutzer einen persönlichen Handle in den App-Einstellungen reservieren. iPhone-Nutzer finden die Option im Profilbereich unter dem Tab „Du", Android-Nutzer über das Drei-Punkte-Menü unter „Einstellungen" und „Profil". Die Freude über mehr Privatsphäre wird jedoch von Bedenken der indischen Regierung überschattet.
Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) forderte Meta am 2. Juli auf, die Funktion zu stoppen. Die Behörde verlangt eine detaillierte Erklärung, bevor es weitergeht. Grund sind Sorgen vor Identitätsdiebstahl, Phishing und sogenannten „Digital Arrest"-Betrugsmaschen.
Technische Details und Sicherheitsvorkehrungen
Die Regeln für gültige Benutzernamen sind streng: Drei bis 35 Zeichen, Kleinbuchstaben, Zahlen, Unterstriche und Punkte sind erlaubt. Der Name muss mit einem Buchstaben beginnen, darf nicht nur aus Zahlen bestehen, nicht mit „www." starten und keine Domain-Endung enthalten. Zwei aufeinanderfolgende Punkte oder gesperrte Begriffe sind tabu.
Wer seinen Namen ändert oder löscht, muss 14 Tage warten, bevor er wieder verfügbar wird. Über das Meta Accounts Centre lassen sich bestehende Instagram- oder Facebook-Namen übernehmen.
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Ein öffentliches Verzeichnis für Benutzernamen wird es nicht geben. Nur wer den exakten Handle kennt, kann Kontakt aufnehmen. Zusätzlich führt WhatsApp einen optionalen Autorisierungsschlüssel ein – zunächst eine vierstellige Zahl, später möglicherweise alphanumerisch. Neue Kontakte müssen diesen Code eingeben, bevor sie schreiben können.
Meta setzt auf automatisierte Systeme zur Erkennung verdächtigen Verhaltens. Die Anzahl der Versuche, den Autorisierungsschlüssel zu erraten, ist begrenzt. Die vollständige Integration der Benutzernamen-Funktion wird für Ende 2026 erwartet – der genaue Zeitplan bleibt jedoch flexibel.
Indien schaltet auf Konfrontation
Am 3. Juli trafen sich Vertreter des MeitY mit einem Meta-Team. Die US-Firma betonte, die Funktion sei optional. Prominente Benutzernamen für öffentliche Personen und Unternehmen würden geschützt, um Identitätsdiebstahl zu verhindern. Die indische Regierung hat ähnliche Aufforderungen auch an andere Messenger-Dienste wie Telegram und Signal geschickt – Teil einer breiteren Offensive gegen Cyberkriminalität.
Weitere Neuerungen im Juli
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WhatsApp arbeitet parallel an mehreren Updates: Ein grüner Punkt für Online-Kontakte in der iOS-Beta-Version, die Umstellung von GIF-Diensten auf GIPHY nach der Abschaltung der Tenor-API. Dazu kommen die Unterstützung des iPads als primäres Gerät und Passkey-Gerätekopplung für Android.
Für Geschäftskunden teilt WhatsApp die Benutzernamen-Updates über die Cloud-API mit – zur besseren Integration mit Unternehmenspartnern. Analysten sehen in der Funktion einen bedeutenden Privatsphäre-Upgrade, warnen jedoch: Der Erfolg hängt davon ab, wie gut Meta die Balance zwischen Anonymität und den Sicherheitsanforderungen globaler Regulierungsbehörden findet.
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