Berlin modernisiert 45 Bürgerämter: Pilotstart im Schöneberg
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 12:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Hauptstadt treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltung voran – und ist damit Teil eines globalen Trends. Weltweit setzen Regierungen auf Online-Portale und digitale Identitäten.
Berlin beginnt am heutigen Donnerstag mit der Modernisierung seiner 45 Bürgerämter. Das Pilotprojekt startet im Rathaus Schöneberg und bildet den Auftakt der Initiative „Reorganisation Bürgerämter 2030". Die Kosten belaufen sich auf 400.000 Euro, wobei der Berliner Senat drei Viertel der Summe übernimmt. Nach einer Ausschreibung im September sollen die baulichen Maßnahmen 2027 beginnen.
Parallel dazu hat der Senat einen ressortübergreifenden Lenkungsausschuss für das Berliner Klimaanpassungsgesetz eingerichtet – ebenfalls am 6. August. Die Verwaltungsreform ist Teil einer größeren Digitalisierungswelle, die weltweit an Fahrt aufnimmt.
Asien treibt digitale Verwaltung voran
Besonders dynamisch entwickelt sich die digitale Verwaltung in Asien. In Jammu und Kaschmir startete Ende Juli ein neues Online-Portal: Der Chief Secretary Atal Dulloo schaltete 162 digitale Bürgerdienste auf dem eUNNAT-Portal frei. Damit stehen in der Region nun insgesamt 1.710 staatliche Online-Dienste zur Verfügung. Die IT-Behörde arbeitet zudem daran, 100 besonders frequentierte Dienste über WhatsApp und Single-Sign-On-Systeme anzubinden.
Malaysia vermeldet ebenfalls Fortschritte: Beim digitalen Identitätssystem MyDigital ID haben sich bis Ende Juni 12 Millionen Bürger registriert. Über das System liefen bereits 16 Millionen Transaktionen. Die Regierung hat 114 Online-Dienste integriert, darunter Polizeizahlungen und Bildungsangebote. Grundlage ist der ILTIZAM-Act, der seit Dezember 2025 die Ministerien verpflichtet, ihre Dienstleistungsprozesse alle drei Jahre zu überprüfen.
Auch Pakistan digitalisiert: Innenminister Mohsin Naqvi kündigte an, internationale Führerscheine und polizeiliche Führungszeugnisse künftig über das Online-Portal des National Police Bureau anzubieten. In Vietnam nutzen immer mehr Ausländer die elektronischen Identitätskonten der Stufe 2. Seit Juli 2025 wurden über 84.000 Anträge von Ausländern bearbeitet – die größten Nutzergruppen kommen aus Südkorea, China und Japan.
Justiz und Kommunen ziehen nach
Die Digitalisierungswelle erfasst auch Justiz und Kommunalverwaltungen. Der Sudan unterzeichnete Anfang August einen Vertrag mit der National Technology Company zur Umsetzung eines Digitalisierungsprojekts für die Justiz. Finanziert wird das Vorhaben vom Finanzministerium.
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In Brasilien erweitert die Stadt São Caetano ihre SancaGov-Plattform: Eine neue Phase soll es der gesamten Bevölkerung ermöglichen, kommunale Leistungen per Gesichtserkennung und digitalen Dokumenten zu beantragen.
Auch in Nordeuropa tut sich etwas: Die finnische Staatsschatzkanzlei meldet einen Anstieg elektronischer Geschäftstransaktionen über das Peppol-Netzwerk um über 60 Prozent zwischen 2024 und 2025. Die Zentralregierung hatte im Frühjahr 2024 fortschrittliche elektronische Bestellsysteme eingeführt.
Anerkennung für digitale Vorreiter
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Die Digitalisierungsbemühungen werden zunehmend gewürdigt. In Indonesien erhielt der Distrikt Pacitan Ende 2025 eine Auszeichnung der Nationalen Cyber- und Krypto-Agentur für den aktiven Einsatz elektronischer Zertifizierung in der Verwaltung.
In Malaysia geht mit Mohd Uzir Mahidin der oberste Statistiker des Landes nach 36 Dienstjahren in den Ruhestand. Seine Amtszeit war geprägt von der Integration des nationalen Statistiksystems, der digitalen Volkszählung 2020 und der Entwicklung der Plattformen PADU und OpenDOSM NextGen – ein Beitrag zu Malaysias Spitzenplatzierung in globalen Open-Data-Rankings.
